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Merken   Drucken   04.07.2005, 18:39 Schriftgröße: AAA

Wasser sparen beim Gemüseanbau  

Europa geht der Regen aus. Besonders im Süden wird das Wasser knapp, und Landwirte rechnen mit Ernteausfällen in Milliardenhöhe. Um in Zukunft das wertvolle Nass besser sparen zu können, entwickeln derzeit Forscher der Technischen Universität (TU) Berlin gemeinsam mit spanischen Kollegen ein neues, Wasser sparendes Gewächshaus. von Marita Willemsen
Das Gewächshaus im Botanischen Garten von Madrid   Das Gewächshaus im Botanischen Garten von Madrid
Das internationale Forscherteam stellte jetzt in Spanien bei Almería den Prototyp Watergy vor. Der Trick: Das von den Pflanzen verdunstete Wasser wird in dem Gewächshaus durch Kondensation in einem Kühlschacht wieder zurückgewonnen. Der Wasserverbrauch ist zwar in einem Gewächshaus ohnehin geringer als auf dem freien Feld. Doch mit Hilfe der neuen Technik verringert er sich noch einmal um etwa 65 Prozent. Einzig die Luftfeuchtigkeit, die durch Notlüftungsklappen nach außen gelangt, geht dem Gewächshaus verloren.
"Wir wollen das Kühl- und Entfeuchtungssystem so optimieren, dass auch ein total abgeschlossenes Gewächshaus ganz ohne Wasserverluste sicher klimatisiert werden kann", sagt Martin Buchholz aus Berlin. Der Einsatz von Energie verbrauchenden Ventilatoren und Kühlaggregaten ist im neuen Gewächshaus überflüssig. Denn das Klima- und Lüftungssystem nutzt den natürlichen Wasserkreislauf und die nächtliche Auskühlung. Nur eine Umwälzwasserpumpe benötigt Strom. Mit dieser 300-Watt-Anlage werden bis zu 25.000 Watt an Wärmeleistung aus dem System entnommen und über Nacht teilweise wieder zurückgeführt. Weitere Vorteile des Gewächshauses seien der mögliche Verzicht auf Insektizide sowie die Kohlendioxid-Düngung der Pflanzen.
Die Forscher arbeiten an weiteren Vereinfachungen. So soll der zukünftige Einsatz von Abwasser zur Pflanzenbewässerung eingesetzt werden und über den Verdunstungs- und anschließenden Kondensationsvorgang gereinigt werden. In den Gewächshäusern der nächsten Generation sollen so in Trockengebieten Lebensmittel produziert werden. Im Vergleich zu Meerwasserentsalzungsanlagen könnte die neue Technologie dann völlig ohne fossile Energieträger auskommen.
  • Aus der FTD vom 05.07.2005
    © 2005 Financial Times Deutschland,
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