Aids-Bericht:Uno kritisiert Zugang zu HIV-Medikamenten
Vor allem in armen Regionen ist die Zahl der Aids-Kranken hoch und die medizinische Versorgung schlecht. Ein neuer Bericht der Uno beklagt die desolate Zustände - sieht aber auch Fortschritte.
Seit 1981 über die ersten fünf Fälle von HIV in Los Angeles berichtet wurde sind mehr als 25 Millionen Menschen weltweit an Aids gestorben. Mehr als 33 Millionen Menschen sind mit HIV infiziert. 30 Jahre nach der ersten wissenschaftlichen Erwähnung von HIV hat das Uno-Aidsprogramm (UNAIDS) am Freitag einen aktuellen Bericht über die weltweite Krankheitslage vorgestellt.
Symbol der HIV-Krankheit: Die Aids-Schleife
Der Report zeigt, dass immer noch zwei Millionen Menschen jährlich an der Krankheit sterben. Patienten mit HIV in den USA haben zwar heutzutage eine ähnlich hohe Lebenserwartung wie Nicht-Infizierte. Die benötigten Medikamente werden dabei immer weniger: Im Gegensatz zu früher ist mittlerweile eine komplette HIV-Therapie mit nur einer Tablette täglich möglich.
Eine komplette Heilung wie im Fall von Timothy Ray Brown wird trotzdem die Ausnahme bleiben: Nach einer Blutstammzellentransplantation im Rahmen einer Krebsbehandlung wurde er von HIV geheilt. Sein Arzt erinnerte sich an einen Bericht, demzufolge Menschen mit einer besonderen Genmutation immun gegenüber dem Virus sind. Bei etwa einem Prozent aller Weißen kommt das vor. Zufällig konnte ein Spender mit der Genmutation gefunden werden.
Doch Präparate oder die Möglichkeit von Transplantationen stehen Menschen in ärmeren Regionen der Erde kaum zur Verfügung. Insgesamt haben neun Millionen HIV-Infizierte, die dringend behandelt werden müssten, keinen Zugang zu den lebensverlängernden Medikamenten. Nur 28 Prozent der infizierten Kinder wurden demnach im Jahr 2009 therapiert. Zum Vergleich: Bezogen auf alle Altersgruppen waren es 36 Prozent.
Doch der Bericht zeigt auch einen positiven Trend. Die Zahl der Neuinfektionen mit HIV ist in den vergangenen zehn Jahren um 25 Prozent zurückgegangen. Wegen "noch nie da gewesenen Fortschritten" bei Behandlung, Pflege und Vorsorge sei auch die Zahl der Aids-Toten gesunken. Doch auch hier lassen sich die positiven Ergebnisse vornehmlich nur auf Industriestaaten übertragen.
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