Sozialer Status und Gesundheit sind bei Pavianen eng miteinander verknüpft. So erholen sich ranghohe Männchen besonders schnell von Krankheiten und Verletzungen. Das zeigt eine Studie internationaler Wissenschaftler, die in der jüngsten Ausgabe der "Proceedings" der US-Akademie der Wissenschaften (PNAS) erschienen ist. Für die Untersuchung analysierten die Experten Daten von wildlebenden Pavian-Männchen aus Kenia.
Das Team um Elizabeth Archie von der Universität Notre Dame im US-Staat Indiana beobachtete, wie schnell die Tiere nach einer Verletzung oder Krankheit wieder gesund wurden. Dadurch sollte auch indirekt gemessen werden, wie gut das Immunsystem der Affen funktioniert. Die Leittiere einer Horde wurden nicht nur seltener krank - sie erholten sich auch deutlich schneller von Krankheiten und Verletzungen als ihre niederrangigen Artgenossen. Besonders ausgeprägt sei dieser Trend bei den ranghöchsten Tieren, den Alpha-Männchen, so die Forscher.
Auch eine zweite Studie in den "Proceedings" beschäftigt sich mit der Gesundheit von Primaten. Das US-Team um Gabriella Conti und James Heckman von der Universität Chicago untersuchte, wie sich Rhesusaffen entwickeln, die nach der Geburt von der Mutter getrennt wurden. Die Forscher fanden heraus, dass die Tiere Gesundheitsprobleme bekamen, die auch später nicht durch eine normale soziale Umgebung ausgeglichen werden konnten.