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Merken   Drucken   18.11.2010, 19:00 Schriftgröße: AAA

Monkey Business: Männerfreundschaften sichern Aufstieg

Echte Freundschaft zwischen Männern ist Gold wert. Forscher haben das jetzt auch wissenschaftlich nachgewiesen - an thailändischen Affen. Sie fanden heraus, dass die Makaken mit den meisten Kumpels die erfolgreichsten waren - auch bei den Frauen.
Männerfreundschaften dienen einem strategischen Kalkül - zumindest bei Affen. Verhaltensforscher der Universität Göttingen berichte in der Zeitschrift "Current Biology", dass enge Beziehungen von Makaken-Männchen den sozialen Aufstieg und den Erfolg bei der Fortpflanzung fördern.
Bonnet-Makaken   Bonnet-Makaken
Gute Freunde helfen sich auf dem Weg nach oben
In der Langzeitstudie beobachteten die Wissenschaftler um Oliver Schülke im Norden von Thailand eine Gruppe von 50 bis 60 Assam-Makaken, darunter etwa zehn Männchen. Diese bildeten in Konkurrenzsituationen untereinander Koalitionen, die offenbar strategischen Zielen dienten: Unterhielten zwei Männchen eine enge Beziehung, so konnten sie bei Streitigkeiten mit Geschlechtsgenossen auf gegenseitige Hilfe zählen. "Diese Männchen kämpfen gemeinsam um ihren sozialen Status", sagt Schülke.
Die Stärke der Männerbünde entschied letztlich über den Aufstieg der einzelnen Mitglieder, wovon alle Koalitionspartner profitierten. "Je enger die Bindung eines Männchens zu Geschlechtsgenossen ist, desto öfter geht es erfolgreich Koalitionen gegen andere Männchen ein", sagt Primatenforscher Schülke. "Das Männchen, das im Herbst 2006 die engsten drei Bindungen in der beobachteten Gruppe hatte, stieg stetig im Rang und steht heute mit seinem besten Freund an der Spitze der Hierarchie."
Einen weiteren Effekt des sozialen Aufstiegs in der Affensippe enthüllten genetische Vaterschaftstests: Je höher der Rang eines Männchens in der Gruppe, desto größer war die Zahl seiner Nachkommen. Wer dagegen seine Freunde vernachlässigte, stieg auf der sozialen Leiter stetig ab.
Diese Resultate geben auch Aufschluss über das menschliche Verhalten. "Unsere Ergebnisse lassen darauf schließen, dass die engen Sozialkontakte von Menschen ihre evolutionären Wurzeln außerhalb von verwandtschaftlichen Beziehungen haben", sagt Schülke. "Dies könnte erklären, warum der Verlust von Freundschaften oder sozialer Integration beim Menschen ernsthafte gesundheitliche Probleme zur Folge haben kann."
  • dapd, 18.11.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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