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Merken   Drucken   27.12.2011, 16:43 Schriftgröße: AAA

Mythos von der Apokalypse: Die Maya und der Irrglaube vom Weltuntergang

Am 21. Dezember 2012 Jahr droht das Ende der Welt - zumindest sagen das Dutzende Bücher über den Maya-Kalender. Doch was ist dran an der Prophezeihung vom angeblichen Weltuntergang?
© Bild: 2011 Getty Images/Stocktrek Images/Tomasz Dabrowsk
Am 21. Dezember 2012 Jahr droht das Ende der Welt - zumindest sagen das Dutzende Bücher über den Maya-Kalender. Doch was ist dran an der Prophezeihung vom angeblichen Weltuntergang? von Andrea Sosa Cabrios
Seit Jahrzehnten fiebern Mystiker diesem Datum entgegen: Am 21. Dezember 2012 soll etwas Außerordentliches passieren, sagt angeblich der Kalender des mexikanischen Maya-Volkes voraus. Aber ob nun wirklich der Weltuntergang droht, oder, wie andere meinen, eine radikale Veränderung der Menschheit, darüber scheiden sich die Esoterik-Geister.
Das Jahr 2012 wird zum Trend-Jahr für die Apokalyptiker. Viele Menschen seien überzeugt, dass ein außergewöhnliches Ereignis bevorstehe, meint etwa Laura Castellanos, die Autorin eines Buches über das 2012-Phänomen. Diese mystisch-esoterische Bewegung reflektiere die "Ängste und Verzweiflung" in der westlichen Welt, sagte sie.
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Antike Zahlenspielereien
Experten halten diese Interpretation des Maya-Kalenders jedoch für schlampig. Archäologen, Astrophysiker, Inschriftenforscher und Anthropologen sind dem Mythos Weltuntergang auf den Grund gegangen und versuchen zu entschlüsseln, was das geheimnisvolle Volk wirklich mit seinen Prophezeiungen gemeint hat. "Sie (die Maya) haben auf keinen Fall geglaubt, dass ihre Welt 2012 endet", sagte der Inschriftenforscher Erik Velásquez bei einer wissenschaftlichen Diskussion zu dem Thema in der Maya-Stadt Palenque.
Die Maya hatten eine zyklische Vorstellung von Zeit. In der "Langen Zählung" endet im Jahr 2012 ein Zyklus von 13 "Baktun" genannten Einheiten von je 400 Jahren. Die gegenwärtige Zeitrechnung begann im Jahr 3113 v. Chr. Im Dezember 2012 enden nach 5200 Maya-Jahren, die 5125 Jahren auf dem modernen Kalender mit 365 Tagen entsprechen, diese 13 Baktun-Zyklen und man kehrt zum Maya-Ausgangsdatum 13.0.0.0.0 zurück.
Als Stichtag wird zwar oft der 21. Dezember genannt. Korrekt sei aber eigentlich der 23. Dezember, sagt Carlos Pallán Gayol vom Nationalen Institut für Anthropologie und Geschichte (Inah). Dies ergebe sich aus der Übertragung der Maya-Zeitrechnung auf den Gregorianischen Kalender.
Vorstellungen vom Weltende
Von der in Katastrophenfilmen beschriebenen Apokalypse ist bei den Maya allerdings nicht die Rede. Dies sei eine westliche Interpretation, meinen die Experten Rafael Cobos und Mario Aliphat. Von den bisher dokumentierten rund 15.000 Maya-Texten ist in nur zwei vom Jahr 2012 die Rede. Andere Tempelglyphen beziehen sich auf ein Thronjubiläum des Maya-Herrschers Pakal. Dies soll im 5. Jahrtausend unserer Zeitrechnung stattfinden und ist damit weit nach dem vermeintlichen Weltuntergang angesiedelt. Die Maya waren eher mit Ritualen beschäftigt, die sicherstellen sollten, dass der kommende Zyklus ein guter sei, als mit dem Datum selbst, stellt das Institut fest.
In der modernen Mythenwelt haben die angeblichen Maya-Prophezeiungen seit den 70er-Jahren einen festen Platz. Auch in dem Katastrophenfilm "2012" des deutschen Hollywood-Regisseurs Roland Emmerich kommt der Maya-Kalender zur Sprache. Mexikanischen Medienberichten zufolge hat eine Gruppe von Italienern auf der Halbinsel Yucatán sogar einen Bunker gebaut, um vor dem Weltuntergang geschützt zu sein.
Für die Nachfahren der Maya, die heute auf Yucatán leben, ist das angebliche Ende der Welt kein Thema, sagt Castellanos. "Für sie ist das eine moderne Legende." Nutzen wird das angebliche Weltuntergangsjahr 2012 nicht nur modernen Propheten auf der Suche nach dem großen Geschäft, oder jenen, die auf der Suche nach Antworten sind. Die mexikanische Regierung wirbt mit den Spekulationen um Touristen. 2012 werden 52 Millionen Besucher in den Mayastätten erwartet. "Die Welt wird ihre Augen auf die Maya richten und das müssen wir nutzen", sagte Präsident Felipe Calderón über die Tourismusinitiative.
  • dpa, 27.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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