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Merken   Drucken   09.10.2009, 17:41 Schriftgröße: AAA

Schweinegrippe: Impfstoff offenbar gut verträglich  

Die Nebenwirkungen des neu entwickelten Impfstoffs sind offenbar gering. Zugleich scheint das Mittel wirksamer als bislang vermutet, erfuhr ein Rundfunksender. Ab Ende Oktober können darum mehr Menschen geimpft werden, als zunächst geplant.
Der Impfstoff gegen die Schweinegrippe ist einer Studie zufolge gut verträglich. Der Radiosender NDR 90,3 berichtete am Freitag, der Impfstoff könne in vielen Fällen sogar niedriger dosiert werden als bislang angenommen. Dies sei der Zwischenstand der Untersuchung aus Deutschland, Belgien, den Niederlanden und der Schweiz. Vom 19. Oktober an können die Bundesländer die Impfdosen in Berlin abholen.
Die von der Bundesregierung bestellten 50 Millionen Impfdosen werden nach den Ergebnissen der Studie, an denen auch das Hamburger Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin beteiligt ist, für mehr als ein Drittel der Bevölkerung ausreichen. Zunächst war geplant, die Menschen zweimal zu impfen. Kinder und Erwachsene bis 60 Jahre müssten jedoch nur einmal geimpft werden, um gegen das Schweinegrippe-Virus geschützt zu sein, empfahl Jakob Cramer, der die Studie in Hamburg koordiniert. Lediglich ältere Menschen sollten sich zweimal impfen lassen, weil ihr Immunsystem stärker stimuliert werden müsse.
Nach Cramers Angaben ist es bei den Studienteilnehmern nur zu leichten Nebenwirkungen wie Hautrötungen und Gliederschmerzen gekommen. Diese Ergebnisse seien repräsentativ, er habe keine Bedenken, den Impfstoff nun im großen Umfang einzusetzen, sagte Cramer. Einzige Ausnahme seien Schwangere, denen eine Impfung ohne das sogenannte Adjuvans empfohlen werde, das dem Impfstoff beigefügt ist, um seine Wirkung zu verstärken. Diese Variante des Impfstoffs sei allerdings in Deutschland noch nicht verfügbar.
RKI: Schweinegrippe nicht unterschätzen Das Robert Koch-Institut (RKI) warnte davor, die Schweinegrippe zu unterschätzen. Man müsse damit rechnen, dass es im Winter zu mehr und auch zu schwereren Erkrankungen komme, sagte RKI-Präsident Jörg Hacker im Deutschlandradio Kultur. Aus den bislang meist milden Krankheitsverläufen und relativ geringen Fallzahlen könne man nicht auf ein geringeres künftiges Risiko schließen. Das Virus habe das Potenzial, sich zu verändern und weiter zu entwickeln.
Die Schweinegrippe-Impfung soll in Deutschland am 26. Oktober oder wenige Tage darauf starten. Nach neuen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission sollen zunächst Medizinpersonal sowie Menschen mit chronischen Krankheiten geimpft werden. Dazu zählen Krankheiten der Atmungsorgane sowie Herz-Kreislauf-, Leber- und Nierenleiden, Diabetes oder eine HIV-Infektion. Zudem sollten Schwangere geimpft werden, vorzugsweise ab dem vierten Monat. Später könnten sich alle übrigen Menschen impfen lassen.

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  • dpa, 09.10.2009
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