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28.01.2011, 12:00
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Studiengebühren:
Auslandsstudenten, bitte zur Kasse
Überall auf der Welt zahlen Ausländer für ihr Studium. Damit finanzieren sie auch die Hochschulen - nur in Deutschland nicht.
von Marion Schmidt Hamburg
Jetzt also auch Schweden. "Bildung", sagt Wissenschaftsminister Tobias Krantz, "ist ein globaler Markt. Schweden sollte auf diesem Markt mit hoher Qualität konkurrieren - und nicht mit einem kostenlosen Studium." Ab dem kommenden Wintersemester werden Studenten aus Nicht-EU-Ländern mit mehreren 1000 Euro pro Jahr zur Kasse gebeten.
Auch Finnland hat, nach jahrelanger Diskussion, zu diesem Semester Gebühren für ausländische Studenten eingeführt, ebenso Dänemark. In der Schweiz wird demnächst über eine Gebührenerhöhung entschieden.
Nahezu überall auf der Welt werden ausländische Studenten an den Kosten ihres Studiums beteiligt, und mehr noch: Manche Länder wie die USA, Australien und Großbritannien verdienen durch hohe Gebühren sogar richtig viel Geld mit ihnen. In den USA ließen Gaststudenten im vergangenen Jahr fast 19 Mrd. Dollar im Land, in Australien ist Bildung mit rund 13 Mrd. Euro mittlerweile die zweitgrößte Wirtschaftsbranche.
Kostenloses Studium für alleNur Deutschland lädt seine Gäste zum Studium immer noch ein. Hierzulande gilt das kostenlose Studium für alle, egal woher sie kommen. Nur in wenigen Bundesländern wird eine jährliche Gebühr von 1000 Euro erhoben. Trotz des Billigstudiums stagniert das Interesse an einer akademischen Ausbildung made in Germany: Jährlich kommen etwa 180.000 Studenten aus dem Ausland.
"Das deutsche Hochschulsystem gilt als gut aber langweilig", sagt die Vizepräsidentin der TU München, Liqiu Meng. Mit dem bestehenden Angebot sei man "international nicht wettbewerbsfähig", sagt Lieselotte Krickau-Richter, Leiterin des International Office an der Uni Bonn. Auch Dorothea Rüland, Generalsekretärin des Deutschen Akademischen Austauschdiensts (DAAD) gibt zu: "Wir sind nicht unbedingt immer erste Wahl."
Die meisten Auslandsstudenten, die in Deutschland studieren, kommen aus China.
Abschluss auf Kosten der SteuerzahlerJahrelang hat kaum jemanden interessiert, wer da zum Studium ins Land kommt und wie qualifiziert die Gaststudenten sind. Das hat sich geändert. So gibt es nun Studierfähigkeitstests schon im Heimatland. Doch in einer Gesellschaft, die sich schon mit Studiengebühren für die eigenen Landeskinder schwertut, traut sich an das Thema Bezahlstudium für Ausländer offenbar erst recht niemand heran.
Ein Vorstoß des ehemaligen NRW-Wissenschaftsministers Andreas Pinkwart und seines Berliner Kollegen Jürgen Zöllner, zumindest vermögende Nicht-EU-Ausländer zur Kasse zu bitten, verhallte 2010 ohne Folgen. "Wir geben uns eben gern weltoffen, alle sollen zu uns kommen", sagt Christiane Konegen-Grenier, Leiterin des Hochschulreferats beim Institut der deutschen Wirtschaft in Köln. Dabei sei es nicht nachvollziehbar, dass ausländische Studenten auf Kosten deutscher Steuerzahler ihren Abschluss machen und danach wieder gehen. Zwar würden deutsche Firmen von in Deutschland ausgebildeten Fachkräften profitieren, jedoch vor allem im Ausland. Pro Jahr bleiben nur 4000 bis 5000 Absolventen im Land - "damit lässt sich der Fachkräftemangel nicht beheben", so Konegen-Grenier.
Warum Asiaten für ihr Studium zahlen wollen
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Aus der FTD vom 28.01.2011
© 2011 Financial Times Deutschland,
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