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Merken   Drucken   28.01.2011, 12:00 Schriftgröße: AAA

Studiengebühren: Auslandsstudenten, bitte zur Kasse

Der langjährige Generalsekretär des DAAD, Christian Bode, hatte sich in seiner Amtszeit mehrfach für Gebühren ausgesprochen. "Auch wenn ich mich damit unbeliebt mache: Man muss die Frage stellen dürfen, ob der deutsche Steuerzahler ausländische Studenten mitfinanzieren sollte." Er sprach sich dafür aus, zumindest kostendeckende Beiträge zu erheben - auch um damit eine bessere Betreuung ausländischer Studenten zu finanzieren. Noch immer sind die Studienzeiten von Ausländern extrem lang und die Abbruchraten hoch. Rund 58.000 beginnen jährlich ihr Studium, weniger als die Hälfte macht hier Examen. In Australien kostet ein Studium mindestens 20.000 Dollar, doch das lohnt sich, wenn man nach drei Jahren einen Abschluss hat.

Das kostenlose Studium in Deutschland hingegen sorge bei chinesischen Delegationen regelmäßig für Kopfschütteln, erzählt Meng von der TU München. Meng, selbst Chinesin, kennt die Mentalität ihrer Landsleute: "Es gibt eindeutig eine Zahlungsbereitschaft vor allem bei den asiatischen Studenten; die sind es gewöhnt, für Qualität zu zahlen." Die seien eher irritiert, wenn so etwas Wertvolles wie ein Studium nichts koste. Die TUM überlegt daher nicht mehr ob, sondern nur noch ab wann sie zusätzliche Gebühren erheben wird.

Finanzieller Spielraum

Es gehe gar nicht darum, Auslandsstudenten wie Cashcows zu betrachten, sagt Krickau-Richter, niemand wolle ernsthaft Gebühren wie in den USA nehmen. Mit den zusätzlichen Einnahmen könnten die Hochschulen Tutoren bezahlen, die sich um die Studenten kümmern, und sie könnten Kurse anbieten, etwa interkulturelles Training. Aber in Deutschland scheitert man selbst mit kleinen Beiträgen. Als Krickau-Richter vor vier Jahren für 150 Euro pro Semester Zusatzangebote für ausländische Studenten auflegte, da protestierten deutsche Studenten gegen die Diskriminierung der ausländischen Kommilitonen.

Krickau-Richter wurde sogar in den nordrhein-westfälischen Landtag zitiert, obwohl das Hochschulgesetz solche Gebühren erlaubt. Schließlich hat der Senat der Uni das Projekt wieder gekippt. Danach wurden die Zusatzkurse eine Zeit lang aus den allgemeinen Studiengebühren finanziert, jetzt laufen sie aus, weil in NRW die Studiengebühren abgeschafft werden

  • Aus der FTD vom 28.01.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland
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