Grundlos sind die Befürchtungen nicht. Schon einmal, vor zwei Jahren, hat es die baden-württembergischen Hochschulen kalt erwischt. Damals beschloss die Landesregierung, dass Studenten, die mindestens zwei Geschwister haben, keine Studiengebühren mehr zahlen müssen. Plötzlich brachen den Hochschulen rund 50 Mio. Euro weg. Die damals noch oppositionelle SPD tönte daraufhin, man müsse den Unis das Geld ersetzen. "Wir sind gespannt, ob sie sich jetzt noch an dieses Versprechen erinnern", sagt Hippler.
Wie schnell sich die Politik von Versprechungen verabschiedet, zeigt auch der Fall Hessen. Dort hatten SPD und Grüne zusammen mit der Linken 2008 Studiengebühren gekippt und die Ausfälle aus dem Landeshaushalt ausgeglichen. Eben diese Summe wurde den Hochschulen des Landes ein Jahr später aus dem Wissenschaftsetat gekürzt.
Auch in Hamburg hat Katrin Vernau, Kanzlerin der Uni Hamburg, gesehen, wie wenig sich Hochschulen auf die Politik verlassen können. "Die Erfahrungen sind bislang eher ernüchternd." In der Hansestadt wurden 2007 Studiengebühren eingeführt, 500 Euro im Semester. Danach wurden jedes Jahr die Regelungen geändert, verbunden "mit einem erheblichen Verwaltungsaufwand", so Vernau. Erst wurden die Gebühren auf 375 Euro reduziert, Studenten sollten zudem erst nach ihrem Abschluss zahlen müssen. Die damalige schwarz-grüne Koalition versprach, die Verluste zu kompensieren.