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Merken   Drucken   13.09.2012, 12:46 Schriftgröße: AAA

Unicef-Bericht: Kindersterblichkeit beinahe halbiert

Die Sterblichkeit von Kindern ist in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich zurückgegangen. Zwar sterben immer noch viele Kinder, doch deutlich weniger als noch 1990.
© Bild: 2012 DPA/Hannibal Hanschke
Die Sterblichkeit von Kindern ist in den vergangenen zwanzig Jahren deutlich zurückgegangen. Zwar sterben immer noch viele Kinder, doch deutlich weniger als noch 1990.

Die Zahl der Todesfälle von Kindern hat sich in den vergangenen 20 Jahren weltweit fast halbiert. Starben 1990 noch mehr als zwölf Mio. Kinder unter fünf Jahren, waren es 2011 6,9 Mio.. Das geht aus einem Bericht hervor, den das Kinderhilfswerk Unicef mit anderen UN-Organisationen in New York veröffentlicht hat.

Die weltweite Kindersterblichkeit ist den Angaben zufolge von 87 Todesfällen auf 1000 Lebendgeburten (1990) auf 51 im Jahr 2011 gesunken, was einem Rückgang von 41 Prozent entspricht. Trotz dieser Fortschritte bei Kindern unter fünf Jahren werde aber das Millenniumsziel, die Kindersterblichkeit bis 2015 um zwei Drittel zu senken, verfehlt, hieß es.

Unicef-Generaldirektor Anthony Lake kann Fortschritte vorweisen   Unicef-Generaldirektor Anthony Lake kann Fortschritte vorweisen

Zudem sind die Fortschritte ungleich verteilt. Das höchste Risiko tragen die ärmsten Kinder und Kleinkinder. Häufigste Todesursache von Kindern unter fünf Jahren sind Komplikationen während der Schwangerschaft und der Geburt. 40 Prozent der Todesfälle geschahen in den ersten 28 Lebenstagen. 2011 überlebten rund drei Millionen Babys diesen Zeitraum nicht.

Unicef-Chef Anthony Lake verwies aber darauf, dass es auch in armen Ländern erhebliche Fortschritte gegeben habe. So sei es im genannten Zeitraum in etwa Bangladesch, Liberia und Ruanda gelungen, die Todesfälle um mehr als zwei Drittel zu reduzieren. "Aber es gibt noch einiges zu tun", mahnte Lake. "Millionen von Kindern unter fünf Jahren sterben weiter jedes Jahr durch vermeidbare Ursachen, gegen die es bewährte und bezahlbare Mittel gibt."

Häufigste Todesursache: Lungenentzündung

Das Risiko für Kinder, an vermeidbaren oder behandelbaren Krankheiten zu sterben, ist besonders hoch in den afrikanischen Ländern südlich der Sahara und in Südasien. In Sierra Leone, dem Land mit der höchsten Kindersterblichkeit, erlebten im vergangenen Jahr bezogen auf 1000 Lebendgeburten 185 Kinder ihren fünften Geburtstag nicht. In Deutschland waren es drei von 1000.

Häufigste Todesursache ist die Lungenentzündung, gefolgt von Durchfallerkrankungen. "Mehr Kinder sterben an Durchfallerkrankungen als Folge eines mangelnden Zugangs zu sauberem Wasser und sicherer Hygiene als an AIDS, Malaria und Masern zusammen", erklärte die Chefin der britischen Hilfsorganisation WaterAid, Barbara Frost.

Weltweit starben im vergangenen Jahr nach Unicef-Berechnungen jeden Tag rund 19.000 Kinder unter fünf Jahren. Das sind 14.000 weniger als 1990. Die Fortschritte im Kampf gegen die Kindersterblichkeit führt Unicef vor allem auf die Impfaktionen sowie allgemein verbesserte Hygiene und Trinkwasserversorgung zurück. Zudem könnten die Überlebenschancen etwa durch imprägnierte Moskitonetze zur Vorbeugung von Malaria oder die Ausbildung von Hebammen deutlich verbessert werden.

  • FTD.de, 13.09.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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