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Merken   Drucken   03.08.2009, 16:13 Schriftgröße: AAA

Wasserverbrauch: 25 Vollbäder täglich für jeden Deutschen  

Nur ein geringer Teil des Gesamtverbrauchs wird direkt konsumiert. Den Löwenanteil macht das "virtuelle Wasser" aus, das mit Waren importiert wird und Naturschützern großen Sorgen bereitet.
Insgesamt 5288 Liter Wasser verbraucht jeder Deutsche am Tag. Etwa die Hälfte davon wird mit der Einfuhr ausländischer Produkte importiert. Das geht aus einer Studie hervor, die die Umweltschutzorganisation World Wide Fund for Nature (WWF) am Montag in Frankfurt vorgestellt hat. Oft gehe dies zu Lasten von Ländern, in denen ohnehin Wassermangel herrsche.
Um den Gesamtbedarf zu errechnen, ist in der Studie auch "virtuelles Wasser" berücksichtigt worden: Wasser, das bei der Herstellung eines Produkts verdunstet, verschmutzt oder verbraucht wird. Alles in allem verbrauche Deutschland jährlich 159,5 Milliarden Kubikmeter Wasser, mehr als das Dreifache des Bodensee-Volumens, rechnete der WWF vor.
Von den täglich rund 5300 Liter Wasser, die jeder Einwohner Deutschlands im Mittel verbraucht, werden lediglich 124 Liter direkt - etwa beim Waschen oder Kochen - genutzt. In Großbritannien betrage der tägliche Pro-Kopf-Verbrauch, der sogenannte Wasser-Fußabdruck, 4645 Liter.
Wasserverbrauch gefährdet ganze Ökosysteme Teil dieses Abdrucks sei Wasser für importierte Waren wie etwa Kaffee oder Baumwolle, die oft aus Ländern kämen, die unter Wassermangel oder hohen Umweltbelastungen leiden. Dies gelte etwa für Brasilien, Indien oder Indonesien, aber auch für Länder am Mittelmeer, in denen im Sommer lange Trockenperioden herrschen. "Hier fehlt das Wasser, das wir in Deutschland verbrauchen", sagte WWF- Wasserexpertin Dorothea August. Ganze Ökosysteme seien in der Folge in Gefahr.
Fast drei Viertel des von den Deutschen verwendeten Wassers wird nach Angaben des WWF für Produkte aus der Landwirtschaft benötigt - sowohl für die in Deutschland hergestellten Erzeugnisse wie Weizen oder Milch als auch für Importe wie Kakao oder argentinisches Rindfleisch. "Verbraucher müssen darüber nachdenken, welche Produkte sie in welchen Mengen wann kaufen", sagte August. Derzeit werde an einem Etikett gearbeitet, dass beim Einkaufen deutlich machen soll, wie viel Wasser in der Produktion etwa von Lebensmitteln, T-Shirts und Gegenständen verbraucht wurde.
  • dpa, 03.08.2009
    © 2009 Financial Times Deutschland,
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