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Merken   Drucken   16.08.2012, 18:00 Schriftgröße: AAA

Zeige mir ein Foto deines Gehirns...: ...und ich sage dir, wie alt du bist

US-Forscher haben ein Computerprogramm erfunden, das mit Hilfe von Kernspin-Bildern das Alter eines Menschen bestimmt. Nun hoffen sie, mit dieser Methode künftig auch Missbildungen des Gehirns feststellen zu können.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/Andreas Gebert
US-Forscher haben ein Computerprogramm erfunden, das mit Hilfe von Kernspin-Bildern das Alter eines Menschen bestimmt. Nun hoffen sie, mit dieser Methode künftig auch Missbildungen des Gehirns feststellen zu können.

Bilder des Gehirns könnten künftig ausreichen, um das Alter eines Menschen recht exakt festzustellen. Das berichten amerikanische Forscher der University of California (San Diego) im Wissenschaftsmagazin "Current Biology". Das Team um Timothy Brown nutzte dazu neue Aufnahmetechniken und Computerprogramme, die Daten von Bildern aus dem Kernspintomographen auswerten und so zumindest das Alter junger Menschen verraten.

Für ihre Studie werteten die Forscher Kernspintomographien von 885 Menschen im Alter von 3 bis 20 Jahren aus. Dabei fanden sie, dass jedes menschliche Gehirn mindestens 231 unterschiedliche biologische Merkmale hat, die sich mit dem Alter verändern. Wenn man diese parallel betrachte, ergebe sich eine biologische Signatur, an der man das Alter erkennen könne - und das mit einer Genauigkeit von 92 Prozent.

Bisherige Studien hatten die Biomarker nur im Einzelnen analysieren können. Die US-Forscher fanden einen Weg, die biologischen Merkmale in ihrer Gesamtheit zu betrachten. So konnten sie zum Einen die vielschichtige Anatomie des Gehirns und zum Anderen die Merkmale erfassen, die sich mit dem Alter verändern. Ob diese Veränderungen sich auch auf das Verhalten der Menschen auswirkt, ist nach Angaben der Forscher noch unklar.

"Unsere Studie könnte Auswirkungen auf die Gehirnmedizin und -forschung haben" sagte Timothy Brown. Die Untersuchungen ließen vermuten, dass man mit dieser Methode künftig auch Missbildungen und Auffälligkeiten des Gehirns feststellen könne.

  • dpa, 16.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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