Mehr Geld für Studenten - das kommt immer gut an
Das ist löblich. Mehr Geld für Studenten - das kommt immer gut an. Auch auf der Sitzung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK) am Dienstag in Leipzig wird sie für ihren Vorschlag viel Beifall bekommen. Doch letztlich ist das, was die Ministerin will, nicht viel mehr als ein Leckerli, mit dem sie den Protest der Studenten beilegen will. Weil ihr nichts anderes einfällt, weil sie bundespolitisch keine anderen Möglichkeiten hat und weil sie Ruhe haben will.
Struktur statt Einzelförderung
Doch den Studenten wird das nicht reichen, denn mit einer ausgeweiteten finanziellen Unterstützung ändert sich noch nichts an den Studienbedingungen. Durch ein höheres Bafög gibt es keinen einzigen prüfenden Professor mehr und kein einziges Seminar im übervollen Lehrplan weniger.
Wer den Studenten etwas Gutes tun will, der sollte nicht in die Einzelförderung investieren, sondern die Strukturen verbessern.
Bisher ist noch nicht einmal klar, um wie viel das Bafög überhaupt erhöht werden soll. Klar ist nur: Die Fördersätze und die Elternfreibeträge sollen steigen, zudem soll die Altersgrenze von 30 Jahren fallen. Notwendig wäre auch ein Wegfall der unsinnigen Regelung, wonach nur konsekutive Masterstudiengänge gefördert werden. Das läuft der Bologna-Reform zuwider und zwingt Studenten, einen Master in einem Fach zu machen, das auf ihrem Bachelorabschluss aufbaut.