Ärzte übersehen Schlafstörungen
"Man sollte dann zum Arzt gehen, wenn ein Schlafproblem länger als vier Wochen dauert und mindestens dreimal die Woche auftaucht", sagt der Berliner Schlafmediziner Ingo Fietze. Wer sehr oft erst nach einer halben Stunde oder länger einschläft oder nach nächtlichem Aufwachen erst spät wieder in den Schlaf findet, sollte Rat suchen. Viele bleiben mit ihrem Leiden aber allein. Mit 323 Schlaflaboren ist Deutschland zwar hochgerüstet, bereits erkannte Fälle zu diagnostizieren - aber viele Haus- und Fachärzte werden gar nicht auf Schlafstörungen aufmerksam, beklagt Fietze.
Dabei macht er Hoffnung: "Man kann sehr gut eine Schlafstörung durchbrechen", sagt der Mediziner. Medikamente helfen - danach sollten sie abgesetzt werden. Doch je älter die Leute sind, desto länger und öfter nehmen sie Schlafmittel. Bei den über 60-Jährigen greifen 51 Prozent der Betroffenen teils deutlich öfter als an 30 Tagen zur Einschlafhilfe aus dem Labor. "Das ist riskanter Gebrauch", sagt der Geschäftsführer des IGES-Instituts, Hans-Dieter Nolting. Das Institut erstellte mit dem Gesundheitsreport 2010 der Krankenkasse DAK die wohl erste Studie zum Thema in Deutschland.