Die Nasa-Sonde LCROSS, die das Wasservorkommen auf dem Mond ermittelt hat
Diese reichhaltigen Reservoire wären zwar für bemannte Mondstationen hochinteressant, sagt der Planetenforscher. Doch ansonsten herrschen dort denkbar ungünstige Bedingungen für solche Pläne, denn der Südpol des Erdtrabanten ist eine extrem unzugängliche Hochgebirgsregion. In der Partikelwolke wiesen die US-Forscher neben Wasser noch Dutzende andere Elemente und Verbindungen nach - darunter Kohlenmonoxid, Ammoniak, Kalzium, Magnesium oder Silber. Die entdeckten Mengen sind jedoch zu klein, als dass sich ein Abbau würde jemals lohnen können.
Die meisten Stoffe stammen von Kometen, Asteroiden und Meteoriten, die im Lauf von 4,5 Milliarden Jahren auf dem Himmelskörper einschlugen. Jene Moleküle, die dabei in den Krater gelangten, wurden in dieser Kältefalle konserviert. "Dieser Ort sieht aus wie eine Fundgrube von Elementen und Verbindungen, die auf den Mond gekommen sind", sagt Peter Schultz von der Brown-Universität in Providence im US-Bundesstaat Rhode Island.
Letztlich offenbaren die Analysen vor allem, wie spärlich das Wissen über den Erdbegleiter noch ist. "Dass es dort solche Mengen Wasser gibt, hätte noch vor fünf Jahren niemand für möglich gehalten", sagt Jaumann. "Welche Wundertüte der Mond für die Menschheit noch bereithält, liegt derzeit außerhalb unserer Vorstellungskraft."