Der Schmuggel mit Elfenbein aus den Stoßzähnen afrikanischer Elefanten steigt rasant - und damit auch die Zahl der gewilderten Tiere. Mit einer symbolträchtigen Aktion will Kenia ein Zeichen für den Artenschutz setzen. von Eva Krafczyk
Es war ein großer Scheiterhaufen an einem symbolträchtigen Ort, der am Mittwoch im kenianischen Nationalpark Tsavo West in Rauch und Flammen aufging: Die Naturschutzbehörde KWS hatte rund 4,7 Tonnen Stoßzähne zu einem mehr als mannshohen Haufen aufgestapelt. Ein Teil des Elfenbeins war in Singapur sichergestellt worden, anderes in Kenia.
Mit der Verbrennung will Kenia einmal mehr ein Zeichen setzen. "Niemand soll von diesen kriminellen Geschäften profitieren", betonte KWS-Direktor Julius Kipng'etich. Bereits 1989 hatte das ostafrikanische Land mit der Verbrennung von Elfenbein ein flammendes Zeichen für den Elefantenschutz gesetzt. Wenige Monate später wurde das weltweite Verbot des Handels mit Elfenbein verabschiedet.
Doch Wilderei und Schmuggel dauern an. Tsavo, der größte kenianische Nationalpark, war in den 70er- und 80er-Jahren das Zentrum der "Wilderer-Kriege". Auch heute noch gehen die Wildhüter zu Fuß, in ihren Geländewagen und mit Kleinflugzeugen täglich auf Pirsch, um die Wanderwege der großen Elefantenfamilien zu verfolgen und mögliche Wilderer zu stoppen.
Mit der Lusaka Agreement Task Force (LATF), einem Bündnis afrikanischer Staaten gegen den illegalen Wildtierhandel, ist vor gut zehn Jahren der Beginn einer überregionalen Bekämpfung des Geschäfts mit Elfenbein, Nashornzähnen und geschützten Tierarten gemacht worden. Doch nur sieben der 54 afrikanischen Staaten haben das Abkommen vollständig ratifiziert, unter ihnen Kenia, Liberia, Lesotho, Uganda, Tansania und Sambia.
Innerhalb von fünf Jahren hat sich die Menge entdeckten illegalen Elfenbeins nach LATF-Angaben verneunfacht - von 620 Kilogramm 2005 zu 5,7 Tonnen im vergangenen Jahr. Der kenianische Naturschutzminister Noah Wekesa strebt nun eine Verschärfung des Strafrechts gegen Wilderer an. "Das bisherige Gesetz war zu milde", klagte er bei einem LATF-Treffen. "Diese Typen kommen zu leicht davon."
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