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Merken   Drucken   06.09.2010, 17:00 Schriftgröße: AAA

Längere Zeitreihen: Klimaforscher recyclen alte Satellitendaten

Die Bauernregeln machen es vor: Je länger der Zeitraum, in dem man das Wetter beobachtet, desto verlässlicher die Vorhersage. Wissenschaftler wollen darum bis zu 30 Jahre alte Satellitendaten neu auswerten und daraus langfristige Klimamodelle ableiten.
Mit zum Teil 30 Jahre alten Satellitendaten wollen Forscher Veränderungen im Weltklima genauer vorhersagen. Dabei geht es um Daten zur Bewölkung, Luftfeuchtigkeit oder Strahlung in der Atmosphäre. Das sagte der Präsident des Deutschen Wetterdienstes (DWD), Gerhard Adrian, am Montag bei einem internationalen Wissenschaftlertreffen in Rostock.
Alte Daten von Meteosat (Bild) und anderen Wettersatelliten sollen ...   Alte Daten von Meteosat (Bild) und anderen Wettersatelliten sollen für exaktere Klimamodelle neu ausgewertet werden
Bisher seien diese Daten nicht für die Klimaforschung ausgewertet worden, hieß es. Doch in den kommenden Monaten werde eine 20 Jahre umfassende Zeitreihe fertiggestellt. Diese soll helfen, belastbarere Aussagen für die Klimamodelle der kommenden 50 und 100 Jahre zu treffen. Wunsch der Klimatologen sind laut Adrian jedoch 30-jährige Zeitreihen, da diese weit präzisere Vorhersagen ermöglichen. In diesen Zeitbereich könnten die Wissenschaftler nun vorstoßen, da vor mehr als 30 Jahren die ersten Wettersatelliten ins All geschickt wurden. Es sei aber ein riesiger Aufwand, diese Daten für die Klimaforschung aufzubereiten, sagte Adrian.
Die neuen Auswertungen des DWD zeigen, dass die Jahresdurchschnittstemperatur in Deutschland seit 1880 bis heute um 1,1 Grad zugenommen hat. Bis zum Jahr 2100 müsse mit einem Anstieg um weitere 2 bis 4 Grad gerechnet werden, "bei diesem einfachen Parameter Lufttemperatur ist man sich sicher", sagte Adrian. Aber das Wissen um die Steigerung der Lufttemperatur reiche den Menschen nicht mehr aus. Sie wollten wissen, wie sich das Klima in ihrer Region entwickeln wird. Doch solch detaillierte Aussagen erfordern einen immensen Aufwand. Bis sie möglich sind werde es noch lange Zeit dauern, so Adrian.
  • dpa, 06.09.2010
    © 2010 Financial Times Deutschland,
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