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Merken   Drucken   06.12.2011, 12:16 Schriftgröße: AAA

Meereskunde: Fischhunger gefährdet Unterwasserwelt

Als kulinarische Köstlichkeit, Mehl oder Öl: Thunfisch und Makrele gehören zu den gefragten Fischarten. Doch der große Bedarf sorgt für ein Schwinden der Population.
© Bild: 2011 DPA/Bildfunk/Murat-Bilecenoglu/ICUN
Als kulinarische Köstlichkeit, Mehl oder Öl: Thunfisch und Makrele gehören zu den gefragten Fischarten. Doch der große Bedarf sorgt für ein Schwinden der Population.
Die Zahl der Thunfische und Makrelen in den Weltmeeren sinkt stark: Um durchschnittlich 60 Prozent sind die Populationen in den vergangenen 50 Jahren geschrumpft, teilt ein internationales Forscherteam in den "Proceedings" der US-Nationalen Akademie der Wissenschaften mit. Verantwortlich dafür sei vor allem die starke Befischung der Tiere. Um den Schwund aufzuhalten beziehungsweise umzukehren und auch die Folgeschäden für die Ökosysteme zu begrenzen, seien strengere Regulierungen nötig.
Die Forscher um Maria José Juan-Jordá von der Universität von La Coruña in Spanien hatten die Bestandsentwicklung bei insgesamt 26 Populationen von verschiedenen Thunfisch- und Makrelenarten zwischen 1954 und 2006 untersucht. Den stärksten Rückgang stellen die Experten bei sehr unterschiedlich lebenden Arten fest: zum einen bei den größten und langlebigsten Thunfischarten der gemäßigten Zonen, wie dem Gelbflossen-Thun, dem Großaugen-Thun oder dem Blauflossen-Thun, zum anderen bei den kleinsten und schnelllebigen Makrelenarten.
Letztere werden dem Bericht zufolge seit den Anfängen der industriellen Fischerei in den 1950er Jahren stark befischt, weil sie in großer Menge vorhanden waren. Gleichzeitig gibt es ein steigendes Interesse an kleinen Fischen nicht nur zum direkten Verzehr, sondern auch zur Herstellung von Fischöl oder -mehl. Die Thunfischarten der gemäßigten Zonen vermehrten sich viel langsamer als die tropischen Arten.
Um die Bestände der Thunfische und Makrelen für die Zukunft zu sichern, müssten vor allem die Fischerei-Management-Organisationen andere Richtwerte für die Fangzahlen setzen. Derzeit befischten sie die Populationen bis zu dem Punkt, an dem sie sich gerade noch erhalten können. Die Fangzahlen müssten aber stärker begrenzt werden, so dass die Bestände eine Chance haben, sich zu erholen, schreiben die Wissenschaftler. Dies sei wichtig um die Schäden bei anderen Arten des Ökosystems zu begrenzen. Die Befischung von Thunfischen sei zum Beispiel direkt verantwortlich für die Bedrohung von Haien, Seevögeln oder Schildkröten.
  • dpa, 06.12.2011
    © 2011 Financial Times Deutschland,
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