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Merken   Drucken   19.08.2012, 14:52 Schriftgröße: AAA

Strandspaziergang: Vogelwart findet jahrhundertealten Schatz bei Schiffswrack

Ein Vogelwart findet am Strand der niederländischen Insel Terschelling ein Schiffswrack mit einem Schatz. 300 Kilogramm Kupfer und Tausende von Glasperlen. Er soll rund 300 Jahre alt sein.
© Bild: 2012 dpa-Bildfunk
Ein Vogelwart findet am Strand der niederländischen Insel Terschelling ein Schiffswrack mit einem Schatz. 300 Kilogramm Kupfer und Tausende von Glasperlen. Er soll rund 300 Jahre alt sein.

Ein Vogelwart hat auf der niederländischen Wattenmeerinsel Terschelling einen rund 300 Jahre alten Schatz entdeckt: 300 Kilogramm Kupferstäbe, Tausende von Glasperlen und rund 40 Kupferkessel. Am Wochenende bestaunten Hunderte Inselbewohner und Urlauber erstmals das Wrack und den Schatz. "Die Fundstücke stammen vermutlich von einem Frachtschiff aus dem 18. Jahrhundert", sagte der Direktor des Terschellinger Heimatmuseums, Frans Schot. Historiker sprechen von einem einzigartigen Fund. Wrackteile spülen zwar häufiger an, meinte Schot. "Es ist aber ein Wunder, dass die Ladung nach so langer Zeit noch vorhanden war."

Vogelwart Sjaak van Dijk (53) hatte die Schiffsreste bei einem Strandspaziergang zufällig entdeckt und auf dem Boden Tausende Glasperlen gefunden. Mitarbeitern des Museums Museum 't Behouden Huys gelang es dann, das Wrack aus der Brandung zu ziehen und die kostbare Ladung zu bergen. Forscher verschiedener Institute untersuchen nun den Fund und wollen auch seinen Wert feststellen.

Historisch wertvoll sind vor allem die Perlen. Erste Analysen weisen darauf hin, dass sie in Amsterdam und Venedig hergestellt wurden. "Im 18. Jahrhundert waren sie Zahlungsmittel für den Sklavenhandel", sagte der Museumsdirektor. Die rund 20 Bündel Kupferstäbe waren versiegelt. Anhand der Siegel wollen Schiffsarchäologen nun feststellen, von welchem Schiff sie stammen. Schot vermutete, dass es der Westindischen Compagnie gehörte. Diese Gesellschaft holländischer Kaufleute trieb im 17. und 18. Jahrhundert einen lukrativen Handel mit Afrika und Amerika.

Der Schatz wird im Museum bleiben, entschied der offizielle Besitzer, das staatliche Forstamt.

  • dpa, 19.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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