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Merken   Drucken   20.08.2012, 15:19 Schriftgröße: AAA

Umweltschutz: Sonnenschirme sollen Korallenriffe schützen

Weltweit sind Korallenriffe durch Überfischung und Tauchtourismus gefährdet. Auch der Klimawandel macht den sensiblen Ökosystemen zu schaffen. Das Great Barrier Reef soll wenigstens vor zu hoher Sonneneinstrahlung geschützt werden.
© Bild: 2010 Getty Images
Weltweit sind Korallenriffe durch Überfischung und Tauchtourismus gefährdet. Auch der Klimawandel macht den sensiblen Ökosystemen zu schaffen. Das Great Barrier Reef soll wenigstens vor zu hoher Sonneneinstrahlung geschützt werden.
Korallen im Great Barrier Reef oder auch Großes Barriereriff vor ...   Korallen im Great Barrier Reef oder auch Großes Barriereriff vor der Küste Australien

Gigantische Sonnenschirme könnten nach Ansicht von Forschern künftig bedrohte Korallenriffe retten. Viele von ihnen seien durch den Klimawandel so massiv gefährdet, dass dringend neue Schutzmethoden entwickelt werden müssten.

Für bestimmte Bereiche im 2000 Kilometer langen Great Barrier Reef vor der australischen Ostküste könnten die riesigen Schattenspender die einzige Chance sein. Das meint Meeresforscher Ove Hoegh-Guldberg von der Queensland-Universität in Brisbane. Auf diese Weise soll die Korallenbleiche und damit das Absterben der Riffe abgewendet werden.

Korallensterben durch zu warme Meere

Korallenriffe entstehen vor allem in lichtreichen, flachen Meergewässern. Sie gelten als die artenreichsten Ökosysteme der Erde. Weil sich in den letzten Jahrzehnten tropische Gewässer durch den Klimawandel ungewöhnlich stark erwärmt haben, sterben vermehrt Korallen ab. Der Grund: Korallen reagieren empfindlich auf die Wärme und entledigen sich eines wichtigen Symbiosepartners. Sie stoßen Algen ab, die auf ihnen nisten, sie aber gleichzeitig schützen und mit pflanzlichen Photosyntheseprodukten beliefern.

Man nennt diesen Vorgang auch Korallenbleiche: fehlt die Alge, ist das Skelett der Koralle zu sehen - sie "bleicht" und verliert an Farbenpracht. Ohne den nützlichen Partner sind die Korallen aber extrem anfällig für Erkrankungen. Nach einer längeren Phase ohne Algenschutz sterben sie. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace macht schon seit mehreren Jahren auf das Absterben von Korallen durch die Klimaerwärmung aufmerksam. Laut Naturschutzbund Deutschland wird bis 2030 ein Verlust von 60 Prozent der Korallenriffe weltweit prognostiziert.

"Der Umfang und die Schnelligkeit des (Klima-)Wandels dürften größer sein als die Fähigkeit zahlreicher Arten, sich anzupassen und zu überleben", schrieb der Wissenschaftler zusammen mit Kollegen aus den USA in der Fachzeitschrift "Nature Climate Change".

Hilfe durch Sonnenschirme und Stromstöße

"Die historisch beispiellosen Bedrohungen der Meereswelt durch immer mehr Kohlendioxid in der Atmosphäre verlangen wahrscheinlich nach unkonventionellen, nicht mehr nur passiven Methoden, um die Meeresökosysteme zu schützen", schreiben die Wissenschaftler. Neben den Sonnenschirmen für besonders gefährdete Korallenformationen schlagen sie vor, durch Stromstöße das Wachstum der Riffe zu beschleunigen.

Australien gehört wegen seiner Kohleindustrie - gemessen pro Kopf der Bevölkerung - zu den größten Kohlendioxidemittenten der Welt. Die Regierung will die Emissionen bis 2020 um fünf Prozent unter das Niveau des Jahres 2000 bringen.

Mit DPA

  • dpa, 20.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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