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Merken   Drucken   29.08.2012, 16:28 Schriftgröße: AAA

US-Studie: Diät hilft nicht

Kalorienarme Kost führt nicht zu einem längeren Leben - zumindest nicht bei  Rhesusaffen. Dafür treten Alterskrankheiten bei den Tieren auf Diät später auf, als bei ihren Artgenossen.
© Bild: 2012 FTD.de/Bildfunk/EPA/Paul Hilton
Kalorienarme Kost führt nicht zu einem längeren Leben - zumindest nicht bei Rhesusaffen. Dafür treten Alterskrankheiten bei den Tieren auf Diät später auf, als bei ihren Artgenossen.

Eine jahrelange Diät verlängert das Leben nicht. Das belegt zumindest eine Langzeitstudie mit Rhesus-Affen, die die Fachzeitschrift "Nature" vorstellt. Die Affen auf Diät waren zwar dünner als die Kontrolltiere, die nicht auf Diät gesetzt wurden, und Alterskrankheiten traten bei ihnen etwas später ein. Das hatte aber keine deutlichen Auswirkungen auf ihre Lebenserwartung.

Das US-amerikanische National Institute on Aging (NIA) hatte die Langzeitstudie mit Rhesusaffen (Macaca mulatta) 1987 begonnen. Die zentrale Frage war: Leben die Rhesusaffen länger, wenn sie jahrelang auf Diät gesetzt sind, so wie es bei Mäusen und Ratten schon mehrfach nachgewiesen wurde? Wenn die Primaten in Gefangenschaft leben und genug zu futtern bekommen, werden sie im Durchschnitt 27 Jahre alt; einzelne Tiere leben sogar 40 Jahre. "Eine Diät mit 30 Prozent weniger Kalorien hat in jüngeren und älteren Rhesusaffen die Überlebensfähigkeit nicht verbessert", schreibt nun das Team um den Experimental-Gerontologen Rafael de Cabo vom NIA.

Diät bringt der Gesundheit Vorteile

In einer ersten Untersuchungsgruppe waren die Tiere bereits zu Beginn der Studie 16 bis 23 Jahre alt. Die asketisch lebenden Tiere hätten insgesamt nicht länger gelebt als die Tiere in der Kontrollgruppe, schreiben die Forscher. "Weder Männchen noch Weibchen profitierten von der Kalorienreduktion." Trotzdem habe es Greise in der Untersuchungsgruppe gegeben: Von den Tieren, die spät auf Diät gesetzt wurden, lebten vier länger als 40 Jahre; in der Kontrollgruppe gelang das einem Tier. "Die Kalorienreduktion hat aber weder die durchschnittliche noch die maximale Lebensspanne im Vergleich zur Kontrollgruppe erhöht. Diese Affen scheinen von der exzellenten Pflege profitiert zu haben."

In einer zweiten Untersuchungsgruppe wurden 86 Rhesusaffen ab einem Alter von einem bis 14 Jahren beobachtet: Von 40 auf Diät gesetzten Tieren seien bislang acht (20 Prozent) an Alterskrankheiten gestorben, von den 46 nicht hungernden Kontroll-Tieren elf (24 Prozent). Abgesehen von dem recht kleinen Unterschied seien diese Zahlen noch nicht endgültig, schreiben die Forscher. "Die meisten der noch lebenden Tiere werden in den kommenden zehn Jahren sterben. Die Wahrscheinlichkeit, dass in den nächsten fünf bis zehn Jahren ein signifikant anderer Effekt auf das durchschnittliche Überleben auftreten wird, ist sehr gering."

Umsonst war das aber Hungern nicht. Die Diät habe Vorteile für die Gesundheit gebracht. Die wenig fressenden Tiere bekamen zum einen später Alterskrankheiten. Zum anderen sei unter den mageren Tieren aus der jüngeren Gruppe auch die Immunantwort auf eine Entzündung in der Mundhöhle besser gewesen und Krebs sei seltener aufgetreten.

Das Team verweist jedoch darauf, dass seine Ergebnisse einer anderen Studie widersprechen. Das Wisconsin National Primate Research Center habe in ersten Ergebnissen einen lebensverlängernden Effekt einer 30-prozentigen Kalorienreduktion bei Rhesusaffen entdeckt.

  • dpa, 29.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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