Auch für die Mitarbeiter des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) gehören derartige Ermittlungen mittlerweile zum Alltag. „Heute haben wir Methoden zur Verfügung, die es damals noch gar nicht gab“, sagt Jörg-Michael Klös, Leiter des Kompetenzzentrums Kriminaltechnik des LKA Berlin. Während vor 20 Jahren kaum mehr als die Blutgruppe ermittelt werden konnte, ermöglichen DNA-Tests seit Ende der 80er-Jahre eine sehr viel genauere Analyse.
Notfalls lädt die Polizei zum Speicheltest
Damit lässt sich die Spur meist eindeutig einer Person zuordnen. Gibt es keinen Verdächtigen, werden die Daten in die DNA-Datenbank des BKA gespeist. Dort lässt sich entweder ein Personentreffer erzielen oder zumindest feststellen, ob dieselben Spuren bereits bei anderen Straftaten eine Rolle gespielt haben. Zukünftig sollen die DNA-Datenbanken aller 27 EU-Staaten miteinander vernetzt werden.
Außerdem wurden international neue Standards vereinbart, durch die sich die Proben sehr viel eindeutiger zuordnen lassen. Die biotechnologische Entwicklung läuft in zwei Richtungen. Zum einen werden die Analyseprozesse automatisiert. So können viele Proben gleichzeitig untersucht werden und schneller Ergebnisse liefern: Was früher drei Wochen gedauert hat, braucht nur noch wenige Tage.
Eine erhebliche Verbesserung, denn bei einem Kapitalverbrechen wie Mord können am Tatort mehr als 1000 Spuren zusammenkommen. Zum anderen werden die Verfahren immer sensibler. Heute reichen bereits wenige Zellen aus, um die DNA zu bestimmen. „Die Reagenzien, die wir dazu nutzen, werden immer besser“, sagt Michael Kraft, Sachverständiger für forensische
DNA-Analytik beim Berliner LKA. Entwickelt und hergestellt werden sie unter anderem von den Biotechnikfirmen Promega oder Qiagen.