Wärmepumpen drohen, die Altlasten von morgen zu werdenIn Staufen wird eindrucksvoll deutlich, dass der Untergrund ein sensibles System ist, das durch menschliche Eingriffe erheblich aus dem Ruder geraten kann. Das hatte sich zuvor schon in Basel gezeigt, nur 40 Kilometer von Staufen entfernt. Dort war im Januar 2007 ein Geothermieprojekt auf Eis gelegt worden, nachdem dieses mehrere Erdbeben bis Stärke 3,4 ausgelöst hatte.
"Wärmepumpen drohen, die Altlasten von morgen zu werden", warnt Johann-Martin Rogg, Wasserexperte beim Freiburger Wasserversorger Badenova. Denn auch die vielen kleinen Erdbohrungen, die häufig auf Privatgrundstücken vorgenommen werden, sind riskant. Peter Rebohle, Vizepräsident des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft, warnte schon im letzten Jahr, der Untergrund werde bald "durchlöchert sein wie ein Schweizer Käse".
Das könne dazu führen, dass Schadstoffe durch bislang undurchlässige Deckschichten ins Tiefenwasser gelangen. Ein weiteres Problem kommt dazu: In den Sonden zirkuliert als Wärmeträgermedium selbst in Wasserschutzgebieten Glykol statt Wasser. Im Fall eines Lecks würde das Grundwasser vergiftet.