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Merken   Drucken   15.05.2012, 14:40 Schriftgröße: AAA

Historische Raumfahrtmission: ISS erwartet Besuch von privatem Raumfrachter

Die neue Langzeitbesatzung ist auf dem Weg zur Internationalen Raumstation. Kurz nach ihrer Ankunft wird erstmals ein privater Raumtransporter an der ISS andocken.

Fast sieben Wochen später als geplant sind zwei Russen und ein Amerikaner an Bord eines Sojus-Raumschiffs zur Internationalen Raumstation ISS aufgebrochen. Die wegen technischer Probleme verschobene Mission startete am Dienstagmorgen um 05.01 Uhr MESZ problemlos vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan, teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos mit. "Alle an Bord fühlen sich gut", hieß es.

Experten sprachen von einer "historischen Mission", weil die drei Männer kurz nach ihrer Ankunft gemeinsam mit den anderen drei Raumfahrern an Bord der ISS den ersten privaten US-Raumtransporter "Dragon" in Empfang nehmen sollen. Der Start dieser Mission ist für diesen Samstag geplant.

Ende der US-Raumfahrt Der letzte Flug der "Discovery"

Der private US-Raumfrachter soll am Samstag vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral (Florida) zur ISS fliegen. Das kalifornische Unternehmen SpaceX will seine unbemannte Kapsel mit der ebenfalls selbst entwickelten Falcon 9-Trägerrakete ins All schießen.

An Bord der Sojus waren die beiden Kosmonauten Gennadi Padalka (53) und Sergej Rewin (46) sowie der Astronaut Joseph Acaba (44) von der Nasa. Die Sojus TMA-04M soll nach zweitägiger Reise an diesem Donnerstag an der ISS andocken - pünktlich zu Acabas Geburtstag. Padalka hat bereits drei Langzeiteinsätze im All absolviert mit einer Gesamtdauer von 585 Tagen. Er übernimmt das Kommando.

Die neue Langzeitbesatzung hatte eigentlich schon am 30. März starten sollen. Ursache der Verzögerung war nach russischen Angaben aber ein Defekt an der Landekapsel.

Die drei Männer bleiben nach offiziellen russischen Angaben viereinhalb Monate auf dem Außenposten der Menschheit in etwa 350 Kilometern Höhe. Dort halten außerdem seit Dezember vorigen Jahres der Kosmonaut Oleg Kononenko, der Astronaut Donald Pettit und der niederländische Raumfahrer André Kuipers Wache. Die ISS kommt damit vorläufig wieder auf ihre sechsköpfige Sollstärke.

Insgesamt seien in den kommenden Monaten rund 200 Experimente geplant, darunter auch zur Frage des auffälligen Kalziumabbaus in den Knochen von Menschen während des Aufenthalts im Weltraum. Dazu habe die Sojus auch Fragmente menschlicher Knochen an Bord, hieß es.

Mediziner beklagen, dass das Problem bei lebenden Kosmonauten schwer zu untersuchen sei. Bei Analysen von Urinproben etwa seien die Veränderungen im Kalziumhaushalt des Organismus nur ungenau zu erkennen. Außerdem habe die Besatzung in Spezialbehältern neue Stämme "kosmischer" Bakterien an Bord für biotechnologische Experimente, meldet die Agentur Itar-Tass.

  • dpa, 15.05.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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