Wolf, dessen Einrichtung in der UN-Organisation Unesco internationale Tsunami-Warnungen koordiniert, wies in Paris darauf hin, dass das Warnsystem auch ohne die Bojen funktioniere: "Die eigentliche Tsunami-Warnung wird innerhalb von drei bis fünf Minuten nur aufgrund von seismischen Informationen von Land-basierten Instrumenten ausgesprochen". Die Bojen seien nur dazu da, diese Warnung zeitnah zu bestätigen oder zu falsifizieren. Die installierten Pegel etwa auf den Inseln vor Sumatra brächten die gleiche Information, wenn auch zwei bis drei Minuten später.
Auch Lauterjung wies darauf hin, dass das Frühwarnsystem aus vielerlei Messsystemen besteht, von denen das Herzstück 160 Seismometer an Land seien. Das Warnsystem sei auch ohne die Bojen voll funktionsfähig. Dem widersprechen laut Weltspiegel Experten vor Ort, die in den Bojen den wichtigsten Teil des Warnsystems sehen. Ohne die Bojen lasse sich nach einem Erdbeben nicht mit Sicherheit ein Tsunami vorhersagen, zitiert das ARD-Magazin den Leiter der Frühwarn-Abteilung der indonesischen Agentur für Meteorologie, Klimatologie und Geophysik.