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Merken   Drucken   06.08.2012, 07:22 Schriftgröße: AAA

Nasa-Mission: Sonde "Curiosity" setzt zur Marslandung an

Rund zehnmal so viele technische Geräte wie vorherige Marsmissionen hat der Nasa-Rover "Curiosity" an Bord. Das zur Stunde ablaufende Landemanöver gilt als das bislang aufwendigste in der Geschichte der Marsmissionen.
© Bild: 2012 DPA/Bildfunk/JPL-Caltech
Rund zehnmal so viele technische Geräte wie vorherige Marsmissionen hat der Nasa-Rover "Curiosity" an Bord. Das zur Stunde ablaufende Landemanöver gilt als das bislang aufwendigste in der Geschichte der Marsmissionen.

Wenn die Mars-Sonde "Curiosity" in diesen Minuten nach einem achtmonatigen Flug zur Landung ansetzt, bedeutet das für die Ingenieure der Nasa sieben bange Minuten. Nicht nur, dass der 2,5 Mrd. Dollar teure Roboter mit einem neuen, komplizierten und unerprobten Verfahren von knapp 21.000 Kilometern pro Stunde auf Null abgebremst wird. Die auf Deutsch "Neugierde" genannte Sonde muss dies auch ohne Funkkontakt zur Bodenstation schaffen.

Eine künstlerische Darstellung zeigt den Anflug des Marsrover ...   Eine künstlerische Darstellung zeigt den Anflug des Marsrover "Curiosity" auf den Mars

Bis die Signale dann die etwa 250 Millionen Kilometer bis zur Erde überbrückt haben, weiß die US-Raumfahrtbehörde nicht, ob sie sanft aufgesetzt hat oder am Boden zerschellt ist. Kein Wunder, dass die sieben Minuten dauernde Landungszeit bei den Technikern "seven minutes of terror" genannt wird.

Für die Nasa steht viel auf dem Spiel. Nach der Einstellung des Raumfährenprogramms und angesichts knapper Staatskassen benötigt sie überzeugende Argumente, um sich gegen Kürzungen im Budget wehren zu können. Die Behörde brauche einen Erfolg, sagte der zuständige Chefwissenschaftler John Grotzinger der Nachrichtenagentur Reuters.

Zu 98 Prozent hänge dies von der Landung ab. Sie muss anders als bei den bisherigen Sonden ablaufen, denn mit einem Gewicht von fünf Tonnen ist "Curiosity" fünf Mal so schwer wie die Sonden "Spirit" oder "Opportunity", die 2004 den Mars erreichten.

Nun soll zunächst etwa elf Kilometer über der Oberfläche ein riesiger Fallschirm die Sonde abbremsen. Eineinhalb Minuten später - noch in einer Höhe von 1,6 Kilometern und bei einer Geschwindigkeit von 320 Kilometern pro Stunde - kommt die Besonderheit: Von der Rückseite der Sonde löst sich ein "sky crane" ("Himmelskran"), unter dem die "Curiosity" an Kabeln hängt. Der Kran zündet eigene Bremsdüsen, setzt die Sonde möglichst sanft ab, kappt die Nylon-Kabel und fliegt dann weg, um in sicherer Entfernung abzustürzen.

So könnte die Mars-Landung aussehen   So könnte die Mars-Landung aussehen

"Es sieht etwas verrückt aus", sagte Grotzinger jüngst vor Journalisten. "Aber ich versichere Ihnen, es ist die am wenigsten verrückte Methode die man anwenden kann, um einen Rover der Größe der 'Curiosity' auf dem Mars landen zu lassen." Sollte die Methode funktionieren, soll es in Zukunft das Standardverfahren bei derartigen Landungen werden.

Die Nasa erwartet den erlösenden ersten Funkspruch der "Curiosity" von der Mars-Oberfläche um 7.30 Uhr MESZ am Montag. Zwei Jahre lang soll sie dann die Oberfläche erforschen und dabei klären, ob auf dem Mars einmal Bedingungen herrschten, die Leben ermöglichten.

  • Reuters, 06.08.2012
    © 2012 Financial Times Deutschland
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