Das iPad erschließt sich eine zottelige Zielgruppe: Ein Zoo in den USA setzt das Gerät ein, um lethargische Orang-Utans zu unterhalten. Tierschützer verlangen von Apple nun passende Programme für die Primaten. von Nora Schlüter, Hamburg
Man braucht nicht zwingend das Hirn eines Homo sapiens, um ein iPad zu bedienen. Ausführlich dokumentiert ist dies beim Internet-Videoportal Youtube. In zahllosen verwackelten Filmchen ist die Tierwelt dort in Interaktion mit dem elektronischen Gehilfen zu beobachten: Katzen jagen Lichtpunkte über den Bildschirm, zahme Echsen zerquetschen virtuelle Ameisen mit der Zunge.
Orang-Utans in Zoos sind häufig unterfordert
Im Zoo von Milwaukee dient ein iPad seit einigen Monaten zur Unterhaltung der in Gefangenschaft chronisch unterforderten Orang-Utans MJ und Mahal. Bei den beiden Primaten kommt die multimediale Zerstreuung derart gut an, dass die US-Hilfsorganisation Orangutan Outreach unter dem Motto "Apps for Apes" nun ein globales Projekt anschieben will. Unterstützung fordern sie dabei vom Hersteller Apple. Nicht nur die Marketingabteilung soll mitmachen, vielmehr verlangt Orangutan Outreach eine eigene Abteilung im App-Store mit Anwendungen für Menschenaffen.
"Wir glauben, dass Apple viel dabei gewinnen kann", schreiben die Organisatoren auf ihrer Website. Zusätzlich zum Gutmenschenbonus locken schließlich zottelige Sympathieträger als Werbefiguren. "Wir erwarten, dass sich Videomaterial sofort viral verbreitet", heißt es auf der Seite.
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