Nordkorea droht nach Ansicht des Münchner Technologieunternehmens Schmucker mit Attrappen. Die sechs präsentierten Interkontinentalraketen des Typs KN-08 seien "schlechte Attrappen", so das Fazit der Waffenexperten. Eine Expertise des Unternehmens zählt mehrere Gründe dafür auf.
Die sechs Interkontinentalraketen wurden Mitte April erstmals bei einer Militärparade zum 100. Geburtstag des Staatsgründers Kim Il Sung in Pjöngjang gezeigt. "Und da haben wir das alles schnell analysiert", sagte Geschäftsführer Robert Schmucker.
Von den sechs Raketen sei "jedes Modell anders". Transportfahrzeug, Abschusstisch und Raketen passten nicht zusammen. An den Raketen selbst monierten die Experten zahlreiche Auffälligkeiten bei Design und Technik, wie etwa sechs unterschiedliche Gefechtsköpfe oder Flüssigbrennstofftankklappen an Feststoffraketen.
Daneben verweist der Bericht auf gewelltes Metall an den Gefechtsköpfen, "als wäre eine dünne Metallplatte über viele Längsträger montiert worden". Echte Gefechtsköpfe müssten anders gestaltet sein, schon um die Reibungshitze beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre unbeschadet überstehen zu können.
"Es ist daher klar, dass die vorgeführten Flugkörper nur Attrappen von minderer Qualität sind", schließt der Bericht, der auch auf der Blogsite armscontrolwonk.com für Diskussionsstoff sorgt.
Kurz vor der Militärparadade war ein umstrittener Raketenstart Nordkoreas gescheitert. Südkorea, die USA und Japan hatten den Start als Provokation und Bedrohung der regionalen Sicherheit verurteilt. Aus ihrer Sicht wollte Nordkorea unter dem Deckmantel eines Satellitenstart eine militärische Rakete von großer Reichweite testen, die auch einen atomaren Sprengkopf tragen könnte.