Spanische Anleihaktion
Das Ziel der heimischen Banken: Durch eine höhere Verzinsung der Staatsanleihen soll am Zinsmarkt der Druck gesenkt werden.

Auch wenn Italien und Spanien mit ihren Anleiheemissionen in diesem Jahr einen großen Gewinn verzeichnen konnten, besteht das grundlegende Problem der hohen Verschuldung nach wie vor.

Daher muss geklärt werden:

  • Welche Maßnahmen müssen Spanien und Italien ergreifen?
  • Welche Auswirkungen wird dies haben?

1. Stellt der Rückkauf der Staatsanleihen Italien und Spanien auf eine harte Probe?

Mit knapp 10 Mrd. Euro an Anleiheemissionen haben die Investoren Italien und Spanien doppelt so viele Anleihen abgenommen wie zunächst erwartet. Auch die Zinsen fallen weitaus niedriger aus als zuvor angenommen.

Doch Europa sollte sich nicht zu früh freuen, denn auch wenn die beiden Staaten weitaus mehr Geld eingefahren haben als geplant, ist noch nichts gewonnen.

Im Zeitraum vom Januar bis April 2012 müssen die verschuldeten Staaten Italien und Spanien ihre Anleihen für sage und schreibe 215 Mrd. Euro zurückkaufen.

Sowohl die EZB als auch die Staatschefs in Rom, Madrid und Brüssel wissen, was auf sie zukommt, denn die Refinanzierung stellt die Europäische Union vor eine harte Probe.

2. Unterstützen die heimischen Banken den Staat bei der Refinanzierung?

Die Regierungen Italiens und auch Spaniens haben ihre Emissionen bis ins kleinste Detail vorbereitet und stehen in regem Austausch mit deren Großbanken.

Medien haben berichtet, dass die spanische Zentralbank darauf gedrängt hat, dass auch spanische Banken Staatsanleihen kaufen und für die Finanzierung Geld bei der EZB aufnehmen sollten.

Daraufhin haben sich die heimischen Banken Ende letzten Jahres um ausreichend Sicherheiten für den Ankauf von Staatsanleihen bei der EZB gekümmert. Kurz darauf konnten sich die Banken über 500 Mrd. Euro zu sehr niedrigen Zinsen aus dem Dreijahrestender der EZB freuen.

Die Banken haben nicht mehr nur auf die 0,25 Prozent Zinsen der EZB gesetzt, sondern nun auch Geld in die Hand genommen und zu einem höheren Zinssatz in Staatsanleihen angelegt. Der daraus resultierende Vorteil ist die Zinssenkung am geplagten Anleihemarkt. Doch auch das ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein für den Zinsstand. Das eigentliche Problem ist damit noch nicht gelöst.

Die EZB hat so hohe Kreditsummen vergeben wie noch nie und damit den verschuldeten Staaten und den heimischen Banken Zeit verschafft. Doch auch in diesem Jahr werden noch weitere Emissionen folgen.

Der nächste Dreijahrestender der EZB läuft im Februar aus. Durch den perfekt geplanten Termin profitieren die europäischen Länder, denn dann gibt es wieder Geld, um neue Anleihen zu kaufen und die nächste Refinanzierung ist gerettet.