Das Börsenjahr 2019 sorgt für gespaltene Meinungen (Foto: Pixabay)

Das vergangene Jahr (2018) war in weiten Teilen unter anderem nach wie vor durch die niedrigen Zinsen auf der einen Seite und zum anderen vergleichsweise volatilen Börsen geprägt. Insbesondere gegen Ende des Jahres verloren zahlreiche Aktienmärkte weltweit teilweise um mehr als zehn Prozent, sodass der Jahresabschluss für die Händler eher enttäuschend war. Das Jahr 2018 war weniger wie 2017 durch enorme Kursgewinne bei den Kryptowährungen geprägt, sondern im Gegenteil: Die meisten digitalen Währungen verloren seit ihren Höchstkursen im vergangenen Jahr deutlich.

Ein anderer Trend am Finanzmarkt verfestigte sich hingegen, nämlich der der Online-Vermögensverwalter, der sogenannten Robo-Advisors. Aber auch die Anlage in Sachwerte war 2018 sehr beliebt, ebenso wie Investments in nachhaltige Geldanlagen. Anleger und Beobachter der Finanzmärkte stellen sich jetzt kurz nach dem Jahreswechsel die Frage, wie sich die Finanzmärkte und Geldanlagen in 2019 entwickeln könnten.

1. Wie werden sich die Anlagezinsen entwickeln?

Eine Frage, welche die meisten Anleger im Hinblick auf die Entwicklungen im Jahr 2019 beschäftigt, besteht darin, wie es mit den Anlagezinsen weitergehen wird. Zwar hat die Europäische Zentralbank mittlerweile angekündigt, in 2019 mit dem groß angelegten Kauf von Anleihen aufzuhören. Auf der anderen Seite sind am Markt allerdings keine deutlichen Anzeichen vorhanden, dass die EZB die Leitzinsen erhöhen könnte. Dies wäre allerdings eine zwingende Voraussetzung dafür, dass auch die Anlagezinsen einen Trendwechsel vollziehen und wieder steigen würden.

Die meisten Experten gehen – auch und vor allem aufgrund der voraussichtlichen deutlichen konjunkturellen Entwicklung innerhalb der EU – davon aus, dass die Anlagezinsen in 2019 zumindest im ersten Halbjahr etwa auf dem gleichen Niveau wie in 2018 bleiben werden. Für Anleger bedeutet dies, dass sie nach wie vor entweder mit sehr geringen Anlagezinsen auf Fest- oder Tagesgeldkonten leben oder sich nach Alternativen umsehen müssen.

2. Börsen und Aktienmärkte: Ausblick auf 2019 nicht einfach

Während der Ausblick für 2019 auf die Zinsmärkte vergleichsweise nachvollziehbar und relativ einfach ist, gestaltet es sich deutlich schwerer, die voraussichtliche Entwicklung der Börsen und Aktienmärkte einzuschätzen. Insbesondere aufgrund der zum Teil deutlichen Kursverluste gegen Ende 2018 sind zahlreiche Analysten und Experten nicht mehr so optimistisch, wie sie es noch zu Beginn des 4. Quartals 2018 waren. Trotzdem gibt es einige Banken und sonstige Experten, die zumindest vorsichtig optimistisch gestimmt sind, was die Entwicklung der Aktienmärkte angeht. So gibt es beispielsweise zu den wichtigsten Leitindizes weltweit unter anderem von diversen Banken die folgenden Prognosen:

  • Deutscher Aktienindex (DAX): 12.800 bis 13.500 Punkte
  • Euro Stoxx 50 Index: 3.200 bis 3.300 Punkte
  • Don Jones Index: 27.000 bis 28.000 Punkte
  • Nikkei Index: 22.000 bis 24.000 Punkte

Neben diesen positiv gestimmten Prognosen gibt es natürlich auch Pessimisten, die sogar von Kursverlusten in diesem Jahr sprechen, die zwischen 10 und 20 Prozent betragen könnten. Aufgrund der Volatilität der Aktienmärkte in den vergangenen zwölf Monaten ist es nur schwer einzuschätzen, welche grundsätzliche Richtung die Börsenkurse in diesem Jahr haben werden.

2.1. Welche Aktien könnten besonders interessant sein?

Auch in diesem Jahr wird die Entwicklung an den Aktienbörsen in großem Umfang von der Entwicklung in den Vereinigten Staaten abhängen. Zwar gibt es durch die Steuerreform von Donald Trump nach wie vor spürbare Entlastungen für amerikanische Unternehmen, aber die Experten gehen davon aus, dass dieser Effekt spätestens ab dem dritten Quartal 2019 spürbar nachlassen wird. Darüber hinaus rechnen Fachleute damit, dass die teilweise deutlich verschuldeten Unternehmen aufgrund etwas ansteigender Zinsen höhere Kosten für ihre Finanzierungen zu tragen haben.

Eine generell unberechenbare Größe wird nach vor der amerikanische Präsident bleiben, dessen Handeln schon oftmals die Börsen in die eine oder andere Richtung katapultiert hat. Trotz dieser Ungewissheit rechnen die Wirtschaftsexperten in den USA damit, dass die konjunkturelle Entwicklung deutlich besser als in Europa sein wird. Demzufolge gehen die meisten Analysten davon aus, dass US-Aktien für Anleger nach wie vor interessant sein dürften.

Wenn es um bestimmte Branchen geht, die besonders aussichtsreich sind, so werden oftmals die folgenden Wirtschaftszweige beim Ausblick auf 2019 genannt, die besonders positiv sein könnten:

  • Telekommunikation
  • Versorger
  • Versicherungsgesellschaften
  • Gesundheitsbranche
  • Öl- und Gasproduzenten
  • Technologiewerte

2.2. Gold weiterhin eine Alternative zu Aktien

Bereits im vergangenen Jahr (2018) war das Gold für viele Anleger als Sachwert-Investment eine echte Alternative zu niedrig verzinslichen Geldanlagen und auch zu den Aktienmärkten. Diese Entwicklung sollte sich nach Meinung der meisten Analysten in 2019 fortsetzen, auch wenn der Preis des Edelmetalls innerhalb der letzten zwölf Monate seit Beginn des vergangenen Jahres um etwa fünf Prozent gefallen ist. Insbesondere aufgrund dieser Verluste gehen die meisten Experten davon aus, dass sich der reine Edelmetallpreis in diesem Jahr wieder erholen dürfte, sodass Gold den Schätzungen zufolge mindestens auf einen Preis von über 1.380 US-Dollar steigen sollte. Die positive Entwicklung beim Gold dürfte vor allem dann verstärkt werden, wenn die Aktienbörsen weiterhin volatil sind, sodass Anleger das Edelmetall verstärkt nicht nur als Krisenwährung, sondern auch als sicheren Hafen betrachten.

2.3. Turbulenzen an den Rohstoffmärkten auch in 2019?

Noch wesentlich volatiler als die Aktienmärkten war die Entwicklung im vergangenen Jahr an den Rohstoffmärkten. Dies zeigte sich beispielsweise an einem der meist gehandelten Rohstoffe, am Rohöl. Die Kurse schwankten im vergangenen Jahr beispielsweise bei der Marke WTI zwischen ca. 43 und über 75 US-Dollar. Die Mehrzahl der Analysten sieht auch für 2019 einige Turbulenzen an den Rohstoffmärkten in Sicht. Ein Grund besteht vor allem darin, dass diese Märkte wie keine andere in großem Umfang von politischen Entwicklungen und Ereignissen beeinflusst werden, wie zum Beispiel vom Handelskonflikt zwischen den Vereinigten Staaten und China. Insbesondere beim Rohöl sind die meisten Experten allerdings optimistisch gestimmt und gehen davon aus, dass sich der Preis pro Barrel durchaus im Laufe des Jahres auf einem Niveau von über 60 US-Dollar festigen könnte und sogar die Marke von 70 Dollar nicht unrealistisch ist. Wer als Anleger in diesen Markt investieren möchte, der kann dies beim Rohöl unter anderem mit den folgenden Finanzinstrumenten tun:

  • Aktien von Ölkonzernen
  • Öl-ETCs
  • Zertifikate
  • CFD-Trading

3. Fazit: gemischte Aussichten für 2019

Der Ausblick auf 2019 hinsichtlich der Entwicklung der Finanzmärkte und der Geldanlagen fällt insgesamt relativ gemischt aus. Bei den Zinsen für Anleihen und sichere Geldanlagen rechnen die meisten Experten damit, dass von der EZB keine signifikanten Zinsschritte erfolgen werden, sodass die Anlagezinsen voraussichtlich in etwa auf dem gleichen Niveau wie 2018 bleiben werden.

Bei den Aktienbörsen ist der Ausblick deutlich schwieriger, insbesondere aufgrund der relativ hohen Volatilität in 2018. Die meisten Analysten sind jedoch vorsichtig optimistisch gestimmt und rechnen damit, dass sich die Aktienmärkte im Durchschnitt in diesem Jahr durch Kurssteigerungen zwischen fünf und zehn Prozent auszeichnen können.

Am schwierigsten einzuschätzen sind sicherlich die Rohstoffmärkte, die bereits im vergangenen Jahr einige Turbulenzen hinter sich haben. Beim Gold und vor allem beim Rohöl sind die Aussichten allerdings eher positiv, denn dort rechnen Experten mit einer nicht geringen Preissteigerung im Laufe des Jahres.

Aufgrund dieser Prognosen werden voraussichtlich Sachwertanlagen auch in 2019 wieder sehr gefragt sein, nämlich zum einen als Alternative zu den gering verzinslichen klassischen Anlageformen und zum anderen zu den doch relativ volatilen Börsen sowie den turbulenten Rohstoffmärkten.