Was wurde aus GM und Opel?

Ein alter Opel Kühlergrill (Foto: Fotolia)

Der amerikanische Autoproduzent General Motors wurde 1908 gegründet und erwarb noch im selben Jahr seine Mitbewerber Buick und Oldsmobile. Im darauffolgenden Jahr folgten Cadillac und Pontiac, zehn Jahre kam Chevrolet dazu. 1929 folgte die Adam Opel AG. 1955 schaffte GM als erstes amerikanisches Unternehmen einen jährlichen Umsatz von mehr als einer Milliarde US-Dollar. 1981 waren es bereits 60 Milliarden US-Dollar, erwirtschaftet von 657.000 Mitarbeitern. 2003 wurde ein Umsatz von 185 Milliarden US-Dollar erreicht. Dazu waren damals nur noch 294.000 Mitarbeiter notwendig. Anfang 2005 stellte der Konzern gegen eine Zahlung von 1,55 Mrd Euro die Zusammenarbeit mit Fiat ein. Ursprünglich war geplant, dass Fiat komplett übernommen wird.  Außerdem veräußerte er seinen bestehenden Anteil von 10 %.

2007 war ein schwieriges Jahr für General Motors

Trotz eines hohen Umsatzes von 180 Mrd. US-Dollar kam es zu einem Verlust von 38,7 Mrd. US-Dollar. Die Verschuldung des Konzerns betrug nun mehr als 185 Milliarden. Schuld waren unter anderem Verkaufseinbrüche, ausgelöst durch stark gestiegene Benzinpreise, sowie aufgrund der Finanzkrise eine allgemein sinkende Kreditwürdigkeit amerikanischer Bürger, die sich ein Auto auf Pump gönnen wollten. Dem stark angeschlagenen Unternehmen fehlten liquide Mittel, wodurch ihm mit einem Mal die Insolvenz drohte. Sowohl Amerika, als auch Deutschland griff General Motors bzw. Opel mit Staatshilfen unter die Arme. Doch alle Rettungsversuche waren vergeblich, General Motors meldete am 1. Juni 2009 gemäß Chapter 11 des US-Insolvenzrechts Insolvenz an. Dem Firmenvermögen von 82 Mrd. US-Dollar standen Schulden in Höhe von 172 Mrd. US-Dollar gegenüber. Die Insolvenz dauerte lediglich 40 Tage. Danach war der Konzern verstaatlicht. Die USA erhielten knapp 61 % der Aktien, Kanada 12 %. 17 % gingen an einen Fonds der Automobilarbeitergewerkschaft UAW und die restlichen 10 % wurden unter den Gläubigern verteilt. Im Automobilgeschäft blieben lediglich die Marken Buick, Cadillac, Chevrolet und GMC erhalten. Marken wie Opel, Saab und Vauxhall wurden verkauft, eingestellt wurden Hummer, Oldsmobile, Pontiac und Saturn.

Mittlerweile hat sich General Motors wieder erholt. Im Jahr 2012 ging der Konzern eine Allianz mit dem französischen Autokonzern PSA Peugeot-Citroën ein. In diesem Rahmen beteiligte sich GM mit 7 % an PSA.

Opel

Die Firma Opel wurde ursprünglich 1863 von Adam Opel gegründet, der damals zuerst Nähmaschinen, dann drei Jahre später auch Fahrräder fertigte. Fahrzeuge wurden seit 1899 hergestellt, erst in Kooperation mit französischen Herstellern, später unter eigener Regie. Bis zum großen Brand im Jahr 1911 im Opelwerk Rüsselsheim hatte Opel insgesamt eine Million Nähmaschinen hergestellt und verkauft. Der weltweite Nähmaschinen-Markt war allerdings jetzt gesättigt, sodass man sich entschied, nur noch Fahrräder und Motorwagen herzustellen. Die Fahrradproduktion wurde 1936 an die NSU Motorenwerke in Neckarsulm verkauft. Die Weltwirtschaftskrise führte dazu, dass im Jahr 1929 Wilhelm von Opel und sein Bruder Friedrich Opel 80 Prozent ihrer Unternehmensanteile an den amerikanischen Automobilkonzern General Motors (GM) verkauften. Innerhalb der nächsten beiden Jahre übernahm GM auch die restlichen 20 %. Die Blütezeit des Unternehmens Opel waren die 1960er und 1970er Jahre. Zu der Zeit war man bereits die Nummer zwei nach VW. 1990 hatte der Opel-Konzern 57.000 Mitarbeiter, die einen Jahresumsatz von rund 12 Milliarden Euro erwirtschafteten.

Die Jahre 2008-2009

Die Finanzkrise der Muttergesellschaft General Motors wirkte sich nun auch zunehmend auf Opel aus. Opel benötigte nun Kreditbürgschaften des Staates, um laufende Kredite absichern zu können. Diese Bürgschaften wurden zwar vom deutschen Staat in Aussicht gestellt, man forderte aber, dass ein Investor Opel übernehme. Im Frühjahr 2009 gab es dann wirklich drei Interessenten für Opel. Fiat, ein italienischer Automobilkonzern, Magma, ein kanadischer Automobilzulieferer und ein amerikanischer Finanzinvestor standen auf der Matte, um ihre Übernahmeangebote abzugeben. Der deutsche Staat entschied sich für den Kanadier und dessen russischen Partner. Dann aber erfolgte Anfang November plötzlich die Kehrtwende. General Motors entschied sich gegen einen Verkauf und zahlte im Laufe des Jahres die staatlich gewährten Beihilfen in Höhe von 1,5 Mrd. Euro voll und ganz zurück. Außerdem wurden keine Kreditbürgschaften in Anspruch genommen.

2017

Im Frühjahr 2017 wurde bekannt, dass der französische Partner von General Motors, die Firma Groupe PSA die Adam Opel AG und die englische Marke Vauxhall Motors übernehmen wolle. Dies geschah dann auch Ende des Jahres 2017.


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Von |2018-11-24T11:26:42+00:0022. November 2018|Kategorien: Auto, Unternehmen, Wirtschaft|0 Kommentare

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