Aktien Adidas-Aktie: Wie lautet die Prognose für 2026?

Was passiert mit der Adidas-Aktie in 2026? Welche Faktoren beeinflussen die Kursentwicklung des Unternehmens?

  • carlos
Bild zeigt Adidas-Schuhe / CHUTTERSNAP @Unsplash

Wo steht die Adidas-Aktie in 2026? (Bild: CHUTTERSNAP, Unsplash)

241 Euro – so hoch setzt der Analystenkonsens das Kursziel für die Adidas-Aktie in 2026.

Bei einem aktuellen Kurs von 165 Euro bedeutet das ein Aufwärtspotenzial von 46 Prozent. UBS sieht mit 274 Euro sogar eine mögliche Kursverdopplung, während Morningstar mit 182 Euro zur Vorsicht mahnt. Die Fußball-WM 2026 in USA, Kanada und Mexiko soll eine Milliarde Euro Umsatz bringen und könnte zum entscheidenden Gamechanger werden.

CEO Björn Gulden hat Adidas seit 2023 vom Krisenmodus in den Wachstumsmodus geführt – aber reicht das für nachhaltige Kursgewinne?

84 Prozent der Analysten empfehlen die Aktie zum Kauf, trotz eines dramatischen Kursverlust von 30 Prozent in 2025.

Wie hoch ist die durchschnittliche Rendite von Adidas-Aktien?

Die Adidas-Aktie zeigt extreme Schwankungen zwischen operativer Stärke und Kursschwäche, was Anleger vor ein Rätsel stellt.

Über zehn Jahre liegt die durchschnittliche jährliche Rendite bei 6,6 bis 8,7 Prozent – das klingt solide, liegt aber deutlich unter dem DAX-Durchschnitt von etwa 10 Prozent. Die aktuelle Performance ist jedoch alarmierend: minus 30,38 Prozent seit Jahresbeginn 2025, trotz Rekordumsätzen und Gewinnexplosion.

ZeitraumAdidas-RenditeKursveränderungBemerkung
2025 YTD-30,38%237€ → 165€Trotz Rekord-Q3 mit 6,63 Mrd. €
1 Jahr-27,1%226€ → 165€Operative Stärke vom Markt ignoriert
3 Jahre+80,5%91€ → 165€Spektakulärer Turnaround seit Yeezy-Tief
5 Jahre-33,5%248€ → 165€Corona und Krisen belasten
10 Jahre+109%79€ → 165€7,6% p.a. im Durchschnitt
Seit Allzeithoch-51%336€ → 165€Noch weit vom Peak 2021 entfernt

Das Jahr 2025 läuft katastrophal mit minus 30 Prozent, obwohl Adidas operative Rekorde feiert. Der Quartalsumsatz von 6,63 Milliarden Euro im dritten Quartal war der höchste in der Unternehmensgeschichte, das operative Ergebnis stieg um 48 Prozent in den ersten neun Monaten. CEO Björn Gulden zeigte sich „extrem stolz“ auf diese Leistung. Die Diskrepanz zwischen Geschäftsentwicklung und Aktienkurs könnte kaum größer sein.

Die historische Volatilität der Adidas-Aktie zeigt sich besonders in den Extremjahren. 2016 legte sie sensationelle 67 Prozent zu, 2019 waren es 59 Prozent. Dann kam der Absturz: 2022 minus 50 Prozent während der Yeezy-Krise nach der Trennung von Kanye West. Das Allzeithoch von 336,25 Euro aus August 2021 liegt 51 Prozent über dem aktuellen Niveau – das bedeutet entweder enormes Aufholpotenzial oder ein warnendes Signal für überzogene Bewertungen der Vergangenheit.

Die Dividendenentwicklung spiegelt die Achterbahnfahrt wider. Nach der Kürzung von 3,30 Euro auf 0,70 Euro während der Krise erfolgte 2025 eine spektakuläre Erhöhung um 186 Prozent auf 2,00 Euro. Die Dividendenrendite liegt dennoch bei mageren 1,2 Prozent – für Einkommensinvestoren unattraktiv, aber ein Signal des wiedergewonnenen Vertrauens des Managements.

Aktuelle Kursziele von der Adidas-Aktie

Die Analysten sind trotz des schwachen Kursverlaufs überraschend optimistisch.

Von 32 bis 36 Analysten, die Adidas covern, empfehlen beeindruckende 84 Prozent die Aktie zum Kauf. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 235 bis 241 Euro, was einem Potenzial von 42 bis 46 Prozent entspricht. Die Spanne der Einschätzungen ist jedoch enorm und reicht von pessimistischen 182 Euro bis zu euphorischen 280 Euro.

AnalystKurszielPotenzialRatingKernaussage
UBS274€+66%Buy„Keine Anzeichen einer Verlangsamung“
Deutsche Bank280€+70%Buy„Zuversichtlich trotz US-Zöllen“
Bankhaus Metzler272€+65%Kaufen„Höchster Gewinnzuwachs je Aktie“
Goldman Sachs215€+30%Neutral„Wartet auf nachhaltige Profitabilität“
JPMorgan234€+42%Overweight„Solide operative Dynamik“
Barclays231€+40%Overweight„Stärker als erwartet“
Bernstein235€+42%Outperform„Solides H1 2026 erwartet“
TD Cowen201€+22%Hold„Vorsicht bei Q4-Guidance“
Morningstar182€+10%Fair Value„Nahe fairer Bewertung“

UBS führt das Feld mit 274 Euro an und sieht „keine Anzeichen einer Verlangsamung für Adidas in 2025 und 2026“. Ein Besuch der Analysten am Hauptsitz in Herzogenaurach „verstärkte das Vertrauen in die Fähigkeit des Unternehmens, seinen Sektor in den nächsten Jahren zu übertreffen“. Die Beschleunigung im dritten Quartal demonstriere, dass „Adidas‘ Momentum intakt bleibt und sich bis 2026 fortsetzen könnte“.

Die Deutsche Bank zeigt sich mit 280 Euro sogar noch optimistischer. Analyst Adam Cochrane bewertet es positiv, dass Adidas die Jahresprognose bestätigt hat – trotz negativer Währungseffekte von über 300 Millionen Euro und hoher US-Importzölle. Die Bank ist „zuversichtlich“ für die weitere Entwicklung.

Barclays vollzog nach den Q3-Zahlen eine bemerkenswerte Kehrtwende und stufte von Equal Weight auf Overweight hoch. Analystin Wendy Liu bezeichnete die Resultate als „stärker als erwartet“ und erhöhte die Gewinnprognosen für 2024 bis 2026. Das neue Kursziel von 231 Euro impliziert 40 Prozent Aufwärtspotenzial.

Bankhaus Metzler senkte zwar das Kursziel von 294 auf 272 Euro aufgrund der US-Zölle, betont aber, dass Adidas verglichen mit anderen Sport- und Modeunternehmen den „höchsten Gewinnzuwachs je Aktie erzielen“ wird. Die Bank vergleicht dabei mit Inditex, Asics, Nike, On, Deckers, Skechers und Lululemon.

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Morningstar mit skeptischer Bewertung der Adidas-Aktie

Skeptischer zeigt sich Morningstar mit nur 182 Euro Fair Value. Die Analysten sehen Adidas nahe der fairen Bewertung und vergeben nur drei von fünf Sternen. Obwohl US-Zölle den kurzfristigen Ausblick trüben, sei Adidas „auf gutem Weg, seine Margenziele zu erreichen“ – 52 Prozent Bruttomarge und 10 Prozent EBIT-Marge bis Ende 2026.

Prognose: Wo steht die Adidas-Aktie in 2026?

Die Prognosen für 2026 sind von einem Mega-Event geprägt, das die gesamte Sportwelt elektrisieren wird: der Fußball-Weltmeisterschaft in USA, Kanada und Mexiko. CEO Björn Gulden bezeichnet es als „die größte Fußball-WM aller Zeiten“ mit einem erwarteten Umsatzimpuls von einer Milliarde Euro allein für Adidas. Doch das ist nur der Anfang eines außergewöhnlichen Sportjahres.

Kennzahl2025 (erwartet)2026 (Prognose)VeränderungKommentar
Umsatz25,3 Mrd. €27,4-28,4 Mrd. €+8-11%WM-Effekt treibt
EBIT2,0 Mrd. €2,8-3,3 Mrd. €+40-65%Massive Verbesserung
EBIT-Marge7,9%10,2-11,6%+2,3-3,7 PPZiel fast erreicht
Nettogewinn1,47 Mrd. €1,93-2,7 Mrd. €+31-84%Gewinnexplosion
Gewinn/Aktie8,70 €10,26-15,32 €+18-76%Breite Spanne
KGV19,0x15,0-17,0xWird günstigerNike bei 29x
Dividende2,00 €2,00-2,89 €+0-45%Weitere Erhöhung

Die Fußball-WM 2026 soll allein eine Milliarde Euro Umsatz generieren, aufgeteilt in 200 Millionen Euro im vierten Quartal 2025 und gewaltige 800 Millionen im ersten Halbjahr 2026. Gulden betont: „Der Fokus liegt nun auf einem guten Übergang ins Jahr 2026, das mit den Olympischen Winterspielen gleich zu Beginn, der größten Fußball-Weltmeisterschaft aller Zeiten und vielen weiteren großartigen Events ein weiteres tolles Sportjahr werden wird.“

Die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina im Februar 2026 sollen weitere 500 bis 700 Millionen Euro Umsatzpotenzial bringen. Zusammen mit anderen Sportevents könnte Adidas 2026 einen Zusatzumsatz von 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro allein durch Großereignisse generieren.

Die operative Marge soll von 10 Prozent in 2025 auf 10,2 bis 11,6 Prozent in 2026 steigen. Das langfristige Ziel von 52 Prozent Bruttomarge und 10 bis 11 Prozent EBIT-Marge rückt damit in greifbare Nähe. UBS schätzt den EBIT für 2026 sogar auf 3,3 bis 4,0 Milliarden Euro – das wäre eine Verdopplung gegenüber 2025.

Die Kategorie-Dynamik unterstützt diese optimistischen Prognosen. Running wächst bereits mit 30 Prozent im dritten Quartal 2025, getrieben durch die Adizero-Familie. Der Adios Pro Evo 2 und Adios Pro 4 sicherten Marathon-Siege in Tokio, Berlin und Chicago. Der Prime X Evo Concept-Schuh brach die 6-Stunden-Barriere und stellte einen neuen Weltrekord über 100 Kilometer auf.

Football zeigt zweistelliges Wachstum, gestützt durch Stars wie Ballon d’Or-Gewinner Lamine Yamal, Aitana Bonmatí und Ousmane Dembélé. Die Originals & Terrace-Linien mit Superstar, Samba und Gazelle bleiben Bestseller, während neue Schuhfamilien wie Evo SL schnell wachsen.

China ist stärkster Wachstumsmarkt für Adidas

Regional zeigt China mit plus 24 Prozent das stärkste Wachstum, gefolgt von Lateinamerika mit 17 Prozent und Europa mit 12 Prozent. Nordamerika wächst mit 8 Prozent solide, wird aber durch die WM 2026 einen massiven Schub erfahren. Alle Vertriebskanäle verzeichnen zweistellige Zuwächse: Wholesale plus 10 Prozent, eigene Läden plus 13 Prozent, E-Commerce plus 15 Prozent auf einer bereits hohen Basis.

Die Herausforderungen für 2026 bleiben erheblich. US-Zölle belasten mit zusätzlichen 200 Millionen Euro Kosten im zweiten Halbjahr 2025, was sich bis 2026 fortsetzen könnte. Adidas reagiert mit teilweisen Preiserhöhungen in den USA, Supply-Chain-Initiativen zur Kostenminderung und Umschichtung der Produktion.

Bernstein und andere Analysten warnen vor „geringer Sichtbarkeit“ für die zweite Jahreshälfte 2026. Nach dem WM-Hoch müssen neue Lifestyle-Franchises die erfolgreiche Terrace-Linie ersetzen und sich erst „beweisen“. TD Cowen weist darauf hin, dass die implizite Q4-Guidance für 2025 von nur 5 Prozent des Jahres-EBIT wahrscheinlich auf eine Bruttomargen-Kontraktion hindeutet.

Die Bewertung für 2026 wird attraktiver. Das erwartete KGV von 15 bis 17 ist fast 50 Prozent günstiger als Nike mit 29. Morningstar schreibt die Outperformance gegenüber Peers wie Puma und Nike „effektivem Marketing und stylischer Ware“ zu. Langfristig erwartet Morningstar stabile 11 Prozent EBIT-Margen bei mittlerem einstelligem jährlichem Umsatzwachstum.

Fazit: „Die WM 2026 wird zum Lackmustest – Adidas bietet 46 Prozent Kurschance bei extremem Risiko“

Die Adidas-Aktie steht vor einem entscheidenden Jahr 2026. Mit einem Konsens-Kursziel von 235 bis 241 Euro sehen Analysten 46 Prozent Aufwärtspotenzial vom aktuellen Niveau bei 165 Euro. Die extreme Spanne von 182 bis 280 Euro zeigt jedoch die große Unsicherheit über den nachhaltigen Erfolg der Transformation unter CEO Björn Gulden.

Die Stärken für 2026 sind beeindruckend: Die Fußball-WM bringt eine Milliarde Euro Umsatzpotenzial, die Running-Kategorie explodiert mit 30 Prozent Wachstum, die operative Marge steigt über die magische 10-Prozent-Marke. CEO Gulden hat Adidas in nur zwei Jahren vom „krisengeschüttelten zum wachstumsstarken Konzern“ transformiert. Das KGV von 15 bis 17 für 2026 macht die Aktie fast 50 Prozent günstiger als Rivale Nike.

Die Risiken bleiben jedoch erheblich. Der Kursverlust von 30 Prozent in 2025 trotz Rekordergebnissen zeigt das Misstrauen der Märkte. US-Zölle belasten mit 200 Millionen Euro, die zweite Jahreshälfte 2026 bleibt unsicher, Nike könnte mit eigenen Innovationen zurückschlagen. Die Aktie notiert immer noch 51 Prozent unter dem Allzeithoch von 336 Euro – der Weg zurück ist lang.

Mit 84 Prozent Kaufempfehlungen zeigen die Analysten dennoch klares Vertrauen in die Turnaround-Story. Die operative Performance mit Rekordumsatz, plus 48 Prozent EBIT und der dritten Prognoseerhöhung 2025 ist herausragend. Der Markt ignoriert diese Stärke bisher – eine potenzielle Chance für mutige Anleger.

Für 2026 prognostizieren die Analysten einen Umsatz von bis zu 28,4 Milliarden Euro und einen Gewinn je Aktie von bis zu 15,32 Euro. Die Dividende könnte auf 2,89 Euro steigen. Wenn Adidas die Erwartungen erfüllt und die WM zum Erfolg wird, sind Kurse von 274 Euro (UBS) bis 280 Euro (Deutsche Bank) möglich – eine Kursverdopplung vom aktuellen Niveau.

Die Adidas-Aktie ist eine klassische High-Risk/High-Reward-Wette auf sportliche Großereignisse und nachhaltige Margenerholung. Anleger mit Risikotoleranz und langem Atem könnten belohnt werden. Konservative Investoren sollten die volatile Sportartikel-Aktie meiden.

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    Über den Autor

    carlos

    Carlos Arad ist seit dem letzten Semester seines Wirtschaftstudiums in der Finanzbranche als Analyst & Autor aktiv. Nach seiner Zeit als Produktentwickler in zahlreichen Fintechs schreibt er für etablierte Wirtschaftsmagazine und gründetet nebenbei eigene Bildungsportale im Finanzbereich. Seine Vision: Unternehmertum & Finanzen zum Teil unserer DNA zu machen.

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