
Shop in einem Flughafen: Das Fluggastaufkommen wird die Zukunft entscheiden. (Symbolbild, Foto: Freepik, aishazeyn)
Man kann mit Fug und Recht behaupten, Avolta habe sich dem Trubel verschrieben. Überall dort, wo es typischerweise laut und hektisch zugeht – an Flughäfen, Bahnhöfen oder Autobahnen, stößt man auf den Einzelhändler. Das schweizerische Unternehmen möchte den Reisenden mit seinem breiten Markenportfolio einzigartige Einkaufserlebnisse bieten und verbuchte damit in den vergangenen Jahren große Erfolge.
Mittlerweile arbeiten an gut 1.000 Standorten – verteilt über 6 Kontinente und 70 Länder – mehr als 70.000 Beschäftigte, um die vielfältigen Bedürfnisse von Touristen, angefangen bei Kosmetikartikeln über Nahrungsmittel bis zu Zeitschriften und Büchern, zu befriedigen. Nach einer eher zähen Börsenperformance während der letzten Jahre sieht es nun auch für die Aktionäre wieder etwas besser aus.
Gigant im Bereich Travel Retail
Durch die Fusion von Dufry und Autogrill gilt Avolta heute als einer der weltweit führenden Akteure rund um Reise- und Gastronomiedienstleistungen. Aus der Zusammenlegung der beiden ursprünglich unabhängigen Konzerne erwuchs ein globaler Player, der jährlich rund 2,5 Milliarden Passagiere mit ausgefeilten Angeboten und Verpflegungsprodukten begeistert.
Kerngedanke des Zusammenschlusses war es, die jeweiligen Kompetenzen im Travel Retail, wie etwa Duty-Free- und Convenience-Shops, und im Food-&-Beverage-Segment nachhaltig zu bündeln, um darauf aufbauend Synergien bei Einkauf, Logistik, Digitalisierung sowie Standortentwicklung nutzbar zu machen. Unter dem Namen Avolta entstand so sukzessive ein wertschöpfendes Ökosystem.
Dabei pachtet das Unternehmen Verkaufsflächen an stark frequentierten Mobilitäts-Hubs und betreibt dort Shops, Cafés und Restaurants entweder in Eigenregie oder alternativ als Franchisegeber. Die Erträge stammen zum Großteil aus der Veräußerung von Markenwaren wie Parfüm, Spirituosen und Tabak in Duty-Free- und Duty-Paid-Läden, ergänzt durch Gastronomieumsätze und weitere Convenience-Angebote vor Ort.
Zügige Erholung nach Covid-19-Pandemie
Erwartungsgemäß ging das Coronavirus und die damit verbundenen Einschränkungen im Reiseverkehr nicht spurlos an Avolta vorbei. 2020 und 2021 musste der Konzern seinen Anteilseignern herbe Verluste von 2,5 Milliarden respektive 385 Millionen Schweizer Franken vermelden.
Umso erstaunlicher war die Dynamik, mit der sich das Unternehmen aus dieser Krise befreite. Bereits 2022 wiesen die Bücher wieder einen Nettogewinn von über 58 Millionen Schweizer Franken aus, in den beiden Folgejahren stiegen die Profite dann deutlich auf 87,3 beziehungsweise 103 Millionen Schweizer Franken.
Parallel entwickelte sich auch der Umsatz des Einzelhändlers prächtig und konnte sich von 2020 bis 2024 mehr als verfünffachen. Natürlich sollte dabei nicht vergessen werden, dass die Pandemie eine Sondersituation darstellte und die Ergebnisse damit in nicht unerheblichem Maß verzerrte.
Avolta-Strategie: Heute an später denken
Dass sich Avolta Gedanken über die Zukunft macht, zeigt sich an ihrer „Destination 2027 strategy“. Ausgegebenes Ziel: das Reiseerlebnis weltweit zu verbessern und dabei den Reisenden in den Mittelpunkt zu stellen.
Zu diesem Zweck hat das Unternehmen 4 Kernbereiche definiert. Künftig sollen Einzelhandel und Gastronomie in einem integrierten Angebot verschmelzen, um mehr Kontaktpunkte zu schaffen und sowohl in den analogen Geschäften als auch digital ein nahtloses sowie personalisiertes Einkaufen zu ermöglichen.
Zweitens strebt Avolta die Stärkung seiner Position durch eine weitere geografische Diversifikation an. Zwar ist der Konzern bereits in 70 Ländern vertreten. Dennoch möchte man in den nächsten Jahren vor allem im asiatisch-pazifischen Raum wachsen und hierbei besonders auf chinesische Kunden abzielen, die auch durch Partnerschaften mit lokalen Plattformen wie Alibaba besser erreicht werden sollen.
An dritter Stelle steht schließlich eine Kultur der kontinuierlichen Verbesserung. Geplant ist demnach, die operative Leistungsfähigkeit durch Effizienzsteigerungen, strikte Kostendisziplin und technologische Innovationen zu erhöhen. Dazu gehört auch die regelmäßige Überprüfung von Konzessionsverträgen, um unrentable Standorte anzupassen oder zu schließen.
Eingerahmt werden die vorgenannten 3 Säulen von Nachhaltigkeitszielen, in denen Avolta eine Quelle der Inspiration dafür sieht, was für Kunden und Teammitglieder noch verbessert werden muss.

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Positive Resultate treiben Kurs
Erst kürzlich veröffentlichte Avolta die Zahlen für die ersten 9 Monate des Jahres. Vor allem umsatzseitig durften sich die Investoren freuen. Hier ging es verglichen mit dem Vorjahreszeitraum um 5,8 Prozent auf knapp 10,6 Milliarden Schweizer Franken nach oben. Mindestens ebenso beeindruckend waren die 503 Millionen Schweizer Franken an Free Cashflow aus dem Eigenkapital, die gleichzeitig den höchsten Wert der Unternehmensgeschichte markierten.
Solide zeigte sich die EBITDA-Marge in Höhe von 10,2 Prozent, die laut Management perspektivisch um 20 bis 40 Basispunkte ausgeweitet werden soll. Neben dem leicht gesunkenen Verschuldungsgrad konnte Avolta außerdem den Rückkauf eigener Aktien im Wert von 129 Millionen Schweizer Franken verkünden. Unter anderem diese Entwicklungen sorgten für einen Anstieg des Kurses von 6,5 Prozent seit Mitte Oktober.
Prognose: Fluggastaufkommen dürfte entscheidend sein
Da Avolta derzeit mehr als 80 Prozent seiner Erträge an Airports erwirtschaftet, wird der Unternehmenserfolg in hohem Maße davon abhängen, ob und wie stark sich das Fluggastaufkommen in den kommenden Jahren erholen beziehungsweise wachsen wird. Positiv zu werten ist in diesem Zusammenhang zumindest schon einmal der Markteintritt von Avolta in Japan über den Kansai International Airport, was den Grundstein für weitere Expansionsbestrebungen gerade in Asien legen könnte.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über den Autor
Die Börse und vor allem Aktien begeistern Tim bereits seit seinem 14. Lebensjahr. Schon in der Schulzeit begann er, für unterschiedliche Publikationen über die Welt der Investments zu schreiben und führt dies nun auch parallel zu seinem betriebswirtschaftlichen Studium weiter. Sein besonderes Faible gilt Titeln aus der zweiten Reihe, die aber dennoch durch Qualität zu überzeugen wissen und für ihre Anleger dadurch ansehnliche Renditen erwirtschaften.


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