
Copart-Auktionsplatz mit beschädigten Fahrzeugen – das digitale Geschäftsmodell macht das Unternehmen zum Marktführer der Autoverwertung. (Foto: Freepik, standret)
Copart ist Marktführer im Bereich der Auto-Verwertungs- und Online-Auktionen. Mit einem Marktanteil von rund 38 Prozent und einem widerstandsfähigen Geschäftsmodell zählt Copart mit einer Rendite von über 1.000 Prozent in den letzten 10 Jahren zu den Compoundern am breiten Aktienmarkt – also zu den Unternehmen, die ihren Wert langfristig und kontinuierlich steigern können.
Trotz starker Expansion in den letzten Jahren kann Copart 4,4 Milliarden US-Dollar an Bargeld vorweisen, während es keine langfristigen Verbindlichkeiten gibt. Im letzten Jahr hat die Aktie den Anlegern keine Rendite gebracht. Ist es daher Zeit, sich mit diesem Compounder näher zu befassen?
Resilient als marktführender, digitaler Autoverwerter
Copart, Inc. wurde 1982 von Willis J. Johnson in Kalifornien gegründet und agierte als klassischer Schrotthändler für Unfall- und Gebrauchtwagen. Zu Beginn wurden die Auktionen wie auf einem Flohmarkt abgehalten. Doch Johnson wollte Wachstum. Er erkannte früh, dass dieser Wunsch durch Standardisierung und Skalierung möglich sein kann.
In den 1990er-Jahren begann Copart bereits eigene Grundstücke zu kaufen, um unabhängig von Dritten zu sein. Das Unternehmen erweiterte sein Angebot um Inspektion, Lagerung, Bieterverwaltung und Transport.
Der entscheidende Schritt zu einem Ökosystem wurde jedoch 2003 mit der Online-Auktionsplattform gelegt. Ziel war es, einen größeren Käuferkreis zu erschließen und so höhere Verkaufspreise zu erzielen, aber auch, bessere Transparenz für Kunden zu gewähren. Ein wesentlicher Wettbewerbsvorteil von Copart ist die eigens entwickelte Plattform „VB3“.
Die zunehmende Skalierung ermöglicht es, Kostenvorteile an die Bieter durch günstigere Gebühren weiterzugeben. Zu den Bietern zählen Autoverwerter, Kfz-Werkstätten, Teilehändler und Exporteure. Zu den Kunden gehören wiederum zum Großteil Versicherungen, aber auch Leasingfirmen und Flottenbetreiber wie Logistiker oder Autovermieter.
Das Geschäftsmodell ist in Krisenzeiten besonders resilient. In konjunkturell schwachen Zeiten wird Copart eher gestärkt, weil Reparaturen und Wiederverwertung boomen, während die Nachfrage nach Neuwagen zurückgeht. Selbst in der Finanzkrise oder während der Covid-Krise erreichte Copart ein bemerkenswertes Umsatzwachstum. Die Gründerfamilie ist ebenfalls vom Geschäftsmodell überzeugt. Sie hält rund 12 Prozent der ausstehenden Aktien.
Copart auf weiterem Wachstumskurs
Copart möchte das Wachstum organisch durch regionale Expansion, Segmentausweitung und Prozessverbesserung erzielen. Derzeit wird getestet, ob auch gebrauchte Nutzfahrzeuge, Baumaschinen und Elektroautobatterien erfolgreich angenommen werden.
Das Geschäftsmodell lässt sich gut skalieren. Es benötigt nur die lokalen Lagerflächen, um Auktionen weltweit abhalten zu können.
Aufgrund der stetigen Automatisierung von Prozessen werden Margen gemessen am Ebit (Gewinn vor Zinsen und Steuern) von 35,8 Prozent erzielt. Das Geschäftsmodell ist sehr kapitalarm, da der Großteil der Standorte erworben und nicht gemietet wird, und Copart diese vergleichsweise günstig erwerben und betreiben kann. Denn zum einen kann das Unternehmen gezielt außerhalb von Ballungsräumen nach Grundstücken suchen, zum anderen erfordert ein Schrottplatz wenig Instandhaltungsaufwand.
Die Kombination aus starker Preissetzungsmacht, hohen Margen und einem kapitalarmen Geschäftsmodell führt zu außerordentlich hohen freien Cashflows von über 20 Prozent.
Hohe Kapitalrenditen machen Aktionären Freude
Anstatt die hohen Cashflows an Aktionäre auszuschütten, werden die Mittel vollständig in neue Grundstücke und technologische Weiterentwicklung reinvestiert. Aktienrückkäufe stehen aufgrund der hohen Bewertung nie im Raum. Die letzten deutlichen Aktienrückkäufe von über 20 Prozent gab es in der Finanzkrise, als das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) bei 14 bis 20 lag. Seither müssen Anleger stets ein KGV von 30 bis 40 bezahlen. Da Copart seine Gewinne besonders effizient einsetzt, werden außergewöhnlich hohe Kapitalrenditen erzielt. Aktuell liegt der ROIC bei 28 Prozent und belegt die besondere Marktstellung des Unternehmens.

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Bewertung wie ein Technologie- und Wachstumsunternehmen
Copart ist mit einem Kurs-Umsatz-Verhältnis von 8,4 und einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 30 sehr hoch bewertet. Gründe sind mitunter die zunehmende Technologisierung des Unternehmens, das 2-stellige Gewinn-, Umsatz- und Cashflow-Wachstum, die beständig hohen Kapitalrenditen, der weiteren Wachstumsmöglichkeiten und Margenpotenziale. Der Umsatz soll bis 2029 im Schnitt weiterhin um 13,7 Prozent steigen.
Ein Risiko liegt im autonomen Fahren, das die Anzahl der Unfälle auf ein Minimum bringen könnte. Doch bis weltweit alle Fahrzeuge autonom unterwegs sind, wird der Aktienkurs von Copart noch einige neue Höchststände erzielen.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über die Autorin
Sophia studierte Betriebswirtschaft und absolvierte ein Auslandssemester an der Singapore Management University. Schon als kleines Kind hatte sie ihre Finanzen fest im Griff und sparte den Großteil ihres Taschengeldes. Auch sie vertraute lange den gängigen Anlageprodukten (Sparbuch, Bausparer, Lebensversicherung). Heute nimmt sie ihre Finanzen selbst in die Hand. Sie recherchiert täglich über Unternehmen und konzentriert sich auf Qualität, ergänzt durch ausgewählte Smallcaps und Wachstumswerte. Ihr Ziel ist es, den Zinseszinseffekt bestmöglich für den Vermögensaufbau zu nutzen.


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