Aktien Dino Polska Aktie: Osteuropäischer Einzelhändler mit großen Plänen

Immense Expansion über viele Jahre / Konstante Umsatz- und Gewinnsteigerungen / Zyklisches Umfeld als Dämpfer des Wachstums

  • Autor Tim Krupka - Foto: Fotodesign Lorenz
Ehepaar in einem Supermarkt (Foto: Freepik, drobotdean) Dino Polska Aktie: Osteuropäischer Einzelhändler mit großen Plänen

Viele Polen kaufen bei Dino Polska ein. (Symbolbild, Foto: Freepik, drobotdean)

Deutschlands Wirtschaft schwächelt – und das nun schon seit einiger Zeit. Während hierzulande Ökonomen auf Reformen in unterschiedlichen Bereichen drängen, könnte es bei unseren östlichen Nachbarn in Polen kaum besser laufen.

Dort erfreut man sich an Wachstumsraten, die rund dreimal größer sind als die des europäischen Durchschnitts. Unter anderem deshalb hat Polen inzwischen den Sprung unter die 20 größten Volkswirtschaften der Welt geschafft. Und auch der Leitindex des Landes, der WIG20, konnte über die zurückliegenden 5 Jahre immerhin 66 Prozent an Wert gewinnen.

Eines der Unternehmen, die im WIG20 notiert sind, ist der Einzelhandelskonzern Dino Polska. Mit einer Performance von mehr als 100 Prozent seit September 2020 verdient die Supermarktkette gerade aus Investorensicht eine nähere Betrachtung.

Über ein Vierteljahrhundert Erfolgsgeschichte

Alles begann im Jahr 1999, als der erste Dino Polska Shop in der Woiwodschaft Großpolen seinen Betrieb aufnahm. Schon wenig später eröffnete in Krotoszyn ein Vertriebszentrum, um die wachsende Zahl an Filialen besser zu koordinieren. 2010 dann erreichte Dino Polska mit dem 100. Store den nächsten großen Meilenstein.
Wie schnell die Unternehmensexpansion voran ging, zeigte sich nur 3 Jahre danach mit dem Erreichen einer weiteren Zielmarke – der 300. Einkaufsladen war an den Start gegangen. Mit diesem enormen Wachstum im Rücken erschien der Börsengang 2017 an der Warschauer Börse als der folgerichtige Schritt.

Besonders bemerkenswert: Zwischen 2021 und 2022 eröffnete in Polen fast täglich (!) eine neue Dino Polska Filiale (343 in 2021 respektive 344 in 2022). Dadurch vergrößerte sich die Mitarbeiterzahl inzwischen auf mehr als 40.000. Aber hat sich dieses rasante Tempo auch in den Konzernzahlen niedergeschlagen?

Klare Sprache in den Geschäftsbüchern

Expansion nur der Expansion willen sollte aus der Perspektive von Anlegern mit einer gesunden Portion Argwohn betrachtet werden. Im Falle von Dino Polska allerdings scheint sich die ambitionierte Wachstumsstrategie tatsächlich bezahlt gemacht zu haben. Immerhin kletterten sowohl Umsätze als auch Nettogewinne im Zeitraum von 2020 bis 2024 ohne jede Unterbrechung.

Konkret steigerte der Einzelhandelsriese seine Umsätze in der erwähnten Periode von 10,13 Milliarden Złoty (circa 2,37 Milliarden Euro) auf 29,27 Milliarden Złoty (rund 6,86 Milliarden Euro) und wies damit eine mehr als beeindruckende Wachstumsrate von durchschnittlich 23,6 Prozent im Jahr auf.

Nicht ganz so dynamisch entwickelte sich der Nettogewinn. Dennoch sind auch hier die Zuwächse von im Schnitt 18,4 Prozent jährlich immens. Zuletzt konnte Dino Polska für das Geschäftsjahr 2024 einen Profit von 1,5 Milliarden Złoty (etwa 350 Millionen Euro) vorweisen.

 

Wie wird die Zukunft aussehen?

Finanzkennzahlen sind eine gute Möglichkeit, um sich einen groben Überblick über die Lage eines Unternehmens zu verschaffen. Allerdings sind sie letztlich immer ein Spiegelbild der Vergangenheit und für zukunftsgerichtete Investoren deshalb nur von begrenztem Nutzen. Wichtiger ist die Art und Weise, wie ein Konzern das Wachstum über die nächsten Jahre hinweg aufrechterhalten oder zusätzlich beschleunigen möchte.

Blickt man auf Dino Polska, so hält das Management diesbezüglich bereits einige belastbare Strategien bereit. Vor allem soll die Anzahl der Ladengeschäfte unverändert schnell steigen. Obwohl Dino Polska Ende 2024 über 2.688 Stores verfügte, bildet das Unternehmen damit lediglich 8 Prozent des polnischen Einzelhandelsmarkts im Bereich Lebensmittel ab.

Diesen verbleibenden Raum zur Expansion will das Unternehmen nutzen, indem es einerseits die Filialdichte in den Gebieten mit bestehender Präsenz erhöht, und andererseits neue Regionen des Landes erschließt. Zur Unterstützung dieser Pläne beabsichtigt der Vorstand auch den Bau weiterer Vertriebszentren, die schätzungsweise 350 bis 400 Geschäfte beliefern können.

Bei all dem vergisst das Management aber nicht die Profitabilität. So sollen etwa die Brutto- und EBITDA-Margen (Verhältnis von Umsatz zu operativem Gewinn) durch das Ausnutzen von Skaleneffekten, durch Kostensenkungsmaßnahmen im operativen Betrieb und durch Investitionen in das Logistiknetzwerk und Verkürzung von Lieferzeiten hochgehalten werden.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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Dino Polska: Tatsächlich alles in bester Ordnung?

Die Ergebnisse überzeugen, das Management hat eine klare Vision und auch die Aussichten scheinen vielversprechend. Für Anleger dürfte es also keinen Grund zu Sorgen geben. Auf den ersten Blick mag das zutreffen, auf den zweiten nur bedingt. Denn:

Zuletzt sorgte Dino Polska für negative Schlagzeilen. Die Gewinnerwartungen für das 2. Quartal 2025 konnten nicht erreicht werden. Statt der Konsensschätzungen von 431,2 bis 459 Millionen Złoty (ungefähr 101 bis 107 Millionen Euro) erzielte der Konzern nur einen Überschuss von 397,5 Millionen Złoty (knapp 93 Millionen Euro) und verfehlte das Ziel merklich. Grund waren gestiegene Vertriebs-, Allgemein- und Verwaltungskosten sowie der branchenweite Margendruck infolge der anhaltenden Kosteninflation.

Auch die Aktie ließ jüngst etwas Federn. In den letzten 6 Monaten mussten Anleger ein leichtes Minus von rund 3,8 Prozent hinnehmen. Dennoch erwirtschaftete Dino Polska an der Börse seit Jahresbeginn ein Plus von 15 Prozent, blieb damit aber deutlich hinter seinem Vergleichsindex (Zuwächse von 27 Prozent beim WIG20) zurück.

Wirklich überrascht sein sollten Investoren aber nicht. Schon in der Vergangenheit zeigte sich die Aktie äußerst schwankungsanfällig, wie der Blick auf den Chart eindrucksvoll verdeutlicht. Letzten Endes ist der Einzelhandel eine stark konjunkturabhängige Branche, was jedem Interessenten vor einem potenziellen Investment in die Aktie von Dino Polska bewusst sein muss.

 

Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Über den Autor

Autor Tim Krupka - Foto: Fotodesign Lorenz

Die Börse und vor allem Aktien begeistern Tim bereits seit seinem 14. Lebensjahr. Schon in der Schulzeit begann er, für unterschiedliche Publikationen über die Welt der Investments zu schreiben und führt dies nun auch parallel zu seinem betriebswirtschaftlichen Studium weiter. Sein besonderes Faible gilt Titeln aus der zweiten Reihe, die aber dennoch durch Qualität zu überzeugen wissen und für ihre Anleger dadurch ansehnliche Renditen erwirtschaften.

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