
In den USA fehlen 4,5 bis 5 Millionen Wohneinheiten. (Foto: Freepik, EyeEm)
Green Brick Partners ist ein vertikal integrierter Immobilienentwickler aus den USA, der sowohl als Landerschließer als auch als Bauunternehmen agiert. Als Vorsitzender und größter Einzelaktionär (20 Prozent der ausstehenden Aktien) sticht David Einhorn hervor, der maßgeblich zur Strategie beigetragen hat.
Die Strategie ist simpel, aber wirkungsvoll. Green Brick kauft Ackerland, entwickelt es zu Bauland und baut erst Einfamilienhäuser darauf, wenn ein expliziter Auftrag besteht. Damit deckt das Unternehmen nicht nur die gesamte Wertschöpfungskette des Wohnbaus ab, sondern unterscheidet sich auch von den großen US-Hausbaukonzernen wie D.R. Horton, Lennar oder PulteGroup, die über Volumen skalieren und im Massenbau tätig sind.
Hinzu kommt, dass die großen Bauunternehmen standardisierte Häuser im gesamten Land anbieten, während sich Green Brick an die regionalen Kundenbedürfnisse anpasst. Die Kernmärkte für Green Brick sind Texas, Georgia und Florida.
Die USA leidet unter einem massiven Wohnungsmangel
Der amerikanische Wohnungsmarkt kämpft weiterhin mit einem strukturellen Defizit. Schätzungen zufolge fehlen zwischen 4,5 bis 5 Millionen Wohneinheiten, auch wenn die steigenden Zinsen zu rückläufiger Nachfrage geführt haben.
Viele Bestandsimmobilien kommen nicht auf den Markt, da insbesondere ältere Eigentümer keine Anreize sehen, umzuziehen oder zu verkaufen. Fast 80 Prozent der über 65-Jährigen besitzen ein Eigenheim. Der Großteil möchte dort bleiben, denn eine betreute Wohnform ist für die meisten Rentner unbezahlbar.
Für junge Familien und Erstkäufer stellt diese geringe Bewegung im Markt ein erhebliches Problem dar. Die Immobilienpreise bleiben stabil hoch. Der Anteil der Erstkäufer ist daher auf ein Rekordtief gesunken. Genau das könnte Green Brick mit seinem margenschonenden Bauansatz zugutekommen. Denn Green Brick hat aufgrund seines Buy-and-Build Ansatzes deutlich günstigere Grundstückskosten und eine bessere Kontrolle über die Baukosten.
Buy-to-Build anstatt Massenmarkt
Im Gegensatz zu vielen großen Wettbewerbern baut Green Brick nicht auf Vorrat. Über 80 Prozent der Häuser werden erst dann errichtet, wenn ein Käufer vorliegt. Das reduziert das Risiko unverkaufter Einheiten erheblich und vermeidet hohe Lagerbestände, die in einem volatilen Zinsumfeld besonders belasten. Zudem erfolgt die Landentwicklung sehr selektiv.
Nur dort, wo reale Nachfrage und attraktive Margen bestehen, wird gebaut. Rund 70 Prozent des Geschäfts entfallen auf den Großraum Dallas-Fort Worth (Texas). Weitere Gebiete sind Houston und Austin (ebenfalls Texas), Atlanta (Georgia) und Port St. Lucie (Florida). All diese Regionen vereint ein starkes Bevölkerungs- und Beschäftigungswachstum. Green Brick setzt dabei auf lokale Tochtergesellschaften mit eigenem Markenauftritt, um regionale Kundenwünsche besser befriedigen zu können.
Das Ergebnis: hohe Kundenzufriedenheit, niedrige Stornoraten (unter 6 Prozent, und damit deutlich besser als der Branchenschnitt) sowie begrenzte Notwendigkeit für Preisnachlässe. Deshalb erzielt Green Brick Partners 33 Prozent Bruttomarge, während die großen Hausbaukonzerne zwischen 20 und 24 Prozent ausweisen können.

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Die Schattenseiten des vertikalen Ansatzes
Die vertikale Integration von Green Brick bringt nicht nur Vorteile, sondern birgt auch Risiken. Da das Unternehmen selbst Eigentümer großer Flächen ist, wirken sich Preisveränderungen bei Grundstücken direkt auf die Bilanz aus. In Märkten wie Texas und Florida, wo viele Genehmigungen erteilt wurden und das Angebot auf gestiegene Zinsen trifft, besteht theoretisch ein Risiko fallender Landpreise.
Noch sind keine größeren Abschreibungen bekannt, aber das Management signalisiert zunehmenden Preisdruck. Im ersten Quartal lagen die Bruttomargen noch bei über 33 Prozent, doch die zweite Jahreshälfte könnte anspruchsvoller werden. Dennoch besitzt Green Brick im Vergleich zu anderen Hausbauern eine deutlich flexiblere Kostenstruktur, da ein Großteil der Projekte individuell verkauft und nicht auf Vorrat gebaut wird.
Günstige Bewertung trifft auf hohe Kapitalrenditen
Seit 2014 hat sich der Umsatz von Green Brick fast versiebenfacht, der Gewinn pro Aktie sogar verzwanzigfacht. Statt Dividenden bevorzugt Green Brick im Gegensatz zu Wettbewerbern Aktienrückkäufe. Das unterstreicht die Kapitaldisziplin des Unternehmens und stellt ein Indiz für das Vertrauen des Managements in die eigene zu günstige Bewertung dar. Denn bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 7 liegt Green Brick deutlich unter dem Branchenschnitt, trotz Kapitalrenditen von 23 Prozent und überdurchschnittlichen Wachstumszahlen.
Auch geopolitische Risiken, wie etwa die hohe Abhängigkeit von Bauholz aus Kanada oder Handelskonflikte, wurden früh vom Management erkannt und durch Diversifikation gemildert.
Green Brick verzichtet auch auf große Werbekampagnen und setzt auf operative Exzellenz, lokales Know-how und stabile Kundenbeziehungen. Diese Haltung macht sich bezahlt.
Fazit zu Green Brick Partners
Green Brick ist ein solider Compounder mit differenzierter Strategie und starker Bilanz. Die Bewertung liegt unterhalb der großen Hausbaukonzerne, obwohl die Marge stabiler und das Geschäftsmodell kalkulierbarer ist. Risiken bestehen jedoch in regionalen Preiszyklen und der Zinsentwicklung.
Die Prognosen sprechen dennoch für strukturellen Rückenwind. Die Hauspreise in den USA könnten bis 2029 um knapp 17 Prozent steigen. Die vertikale Strategie repräsentiert für Anleger ein gutes Chancen-Risiko-Verhältnis. Wer an den langfristigen Bedarf nach Wohnraum in den Sunbelt-Staaten und bilanzielle Disziplin glaubt, findet in Green Brick einen unauffälligen, aber aussichtsreichen Profiteur des kommenden US-Wohnzyklus.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über die Autorin
Sophia studierte Betriebswirtschaft und absolvierte ein Auslandssemester an der Singapore Management University. Schon als kleines Kind hatte sie ihre Finanzen fest im Griff und sparte den Großteil ihres Taschengeldes. Auch sie vertraute lange den gängigen Anlageprodukten (Sparbuch, Bausparer, Lebensversicherung). Heute nimmt sie ihre Finanzen selbst in die Hand. Sie recherchiert täglich über Unternehmen und konzentriert sich auf Qualität, ergänzt durch ausgewählte Smallcaps und Wachstumswerte. Ihr Ziel ist es, den Zinseszinseffekt bestmöglich für den Vermögensaufbau zu nutzen.


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