
Value-Investing erlebt eine Renaissance, während das „Orakel von Omaha“ auf einem riesigen Cashberg sitzt. (Foto: Freepik KI Suite)
Value-Aktien stehen für Substanz, nachhaltige Geschäftsmodelle und faire Bewertungen. Während Warren Buffett aktuell Milliarden in Cash und US-Staatsanleihen parkt, können Anleger über ausgewählte Fonds und ETFs auf bewährte Value-Titel setzen. Wir stellen 3 herausragende Kandidaten vor, die Rendite mit Substanz kombinieren.
Buffetts Cashberg und die Rückkehr der Vernunft
„Ich denke nicht darüber nach, ob ein Markt nach oben oder unten geht. Als Investor kümmere ich mich nur darum, ob ich ein Unternehmen zu einem akzeptablen Preis kaufen kann.“ Mit diesem Satz hat Warren Buffett, das „Orakel von Omaha“, die Essenz des Value-Investing auf den Punkt gebracht: Kaufen, wenn der Preis stimmt – und nur dann.
Doch derzeit hält sich Buffett zurück. 382 Milliarden US-Dollar – so viel Liquidität hat seine Holding Berkshire Hathaway (Stand: Q3/2025) angehäuft. Noch nie in der Unternehmensgeschichte war der Cashberg so groß. Während die Aktienmärkte weltweit Rekordhochs markieren, parkt der Altmeister sein Geld lieber in US-Staatsanleihen mit 4,5 Prozent Rendite – sicher, liquide, ertragsstark. Der Grund: Buffett sieht kaum attraktive Gelegenheiten.
Die Bewertungen sind hoch: Das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 liegt 67 Prozent über dem historischen Schnitt. Zudem fehlen große, günstig bewertete Übernahmeziele. Selbst die einst dominanten Apple-Aktien hat Buffett um 2 Drittel reduziert. Seine Botschaft: „Be fearful when others are greedy.“ Angst ist für ihn kein Nachteil – sondern Kapital, das auf den nächsten Crash wartet.
Die Renaissance der Substanz
Buffetts Zurückhaltung unterstreicht, was viele Anleger spüren: Die Luft an den Märkten wird dünner. Doch gerade in Phasen überhitzter Bewertungen lohnt sich der Blick auf Value-Titel – Unternehmen mit soliden Bilanzen, stetigen Cashflows und realem Gegenwert.
Typisch für Value-Aktien sind hohe Eigenkapitalquoten, geringe Verschuldung und stetig steigende Dividenden. Es geht nicht um die nächste KI-Story, sondern um Profitabilität, Preissetzungsmacht und Finanzstärke. Wer den Value-Kompass anlegt, findet quer durch alle Branchen verborgene Renditeperlen – von Industrietitanen über Energie- und Finanzwerte bis hin zu ausgewählten Konsumgüterriesen. Entscheidend ist der Preis, nicht der Hype. Oder, um es mit Buffett zu sagen: „Price is what you pay, value is what you get.“
3 Fonds zeigen exemplarisch, wie Value-Investing heute funktioniert – jeder auf seine Weise: konservativ, global oder modern-europäisch:
- Hard Value Fund: Wo konservative Werte wieder glänzen
- Yacktman US Equity Fund: Ruhige Hand, starker Ertrag
- Frankfurter UCITS Modern Value ETF: Europas Antwort auf die „Magnificent Seven“
Wer die Prinzipien des Value-Investings nutzen möchte, muss nicht auf Warren Buffett warten. Die vorgestellten Fonds und ETFs ermöglichen es Anlegern, gezielt in Unternehmen mit solider Substanz, attraktiver Bewertung und nachhaltigem Geschäftsmodell zu investieren – und das über unterschiedliche Regionen und Strategien hinweg.
Ob konservativ, global oder modern-europäisch ausgerichtet – sie alle zeigen, dass sich Substanzaktien in jedem Marktumfeld lohnen können und dass sich die Jagd nach echten Renditeperlen weiterhin lohnt. So lassen sich Chancen nutzen, selbst wenn die Märkte hoch bewertet sind und selbst große Altmeister wie Buffett vorsichtig bleiben.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über den Autor
Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.


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