
Länder- und Rohstoffwetten sowie Banken-ETFs rentierten sich 2025. (Foto: Freepik KI Suite)
Das Jahr 2025 war kein Jahr der Bequemlichkeit. Wer mit Welt-ETFs breit gestreut investierte, erzielte ordentliche Renditen. Wer sich jedoch traute, Schwerpunkte zu setzen, erlebte ein Ausnahmejahr. Die Rangliste der besten ETFs liest sich wie ein Seismograf der globalen Spannungen. Goldminen explodierten, Banken feierten ein Comeback, Rohstoffe avancierten zu geopolitischen Assets und Länder-ETFs gewannen in Regionen, die lange Zeit vernachlässigt wurden. Doch genau diese Liste ist auch eine Warnung.
Ein Ranking wie ein Brennglas
158,5 Prozent Plus in weniger als 12 Monaten – das ist Rendite pur und ein Statement zugleich. Der L&G Gold Mining UCITS ETF steht an der Spitze der Rangliste der besten ETFs 2025. Dahinter folgen dicht gedrängt weitere Gold- und Silberminenfonds von VanEck, UBS, iShares oder Amundi. Ein Blick auf die Top 10 genügt: 2025 war das Jahr der harten Assets. Es war ein Börsenjahr, in dem Vertrauen zur knappen Ressource wurde. Vertrauen in Währungen. Vertrauen in Staatshaushalte. Vertrauen in politische Stabilität. Und genau dort, wo dieses Vertrauen bröckelte, begann die Rally.
Goldminen: Der operative Hebel schlägt zu
Der Goldpreis allein erklärt diese Performance nur zum Teil, denn es gibt noch weitere Faktoren, die eine Rolle spielen. Zwar notierte Gold 2025 auf historischen Höchstständen. Der eigentliche Turbo lag jedoch woanders: im operativen Hebel der Minenbetreiber. Wenn die Erlöse steigen, während die Kosten weitgehend fix bleiben, explodieren die Margen – und mit ihnen die Aktienkurse.
Hinzu kam etwas, das Anleger jahrelang vermisst hatten: Kapitaldisziplin. Die einst für Größenwahn und Verwässerung berüchtigte Branche zahlte plötzlich Dividenden, kaufte Aktien zurück und hielt sich mit Übernahmen zurück. Goldminen waren 2025 somit nicht nur ein Inflationsschutz, sondern auch eine Anlage mit positivem Cashflow. Dass einige dieser ETFs auf 3-Jahres-Sicht inzwischen jenseits der 250-Prozent-Marke notieren, zeigt, wie radikal sich die Sicht auf diesen Sektor geändert hat.
Beispielhafte ETFs:
- L&G Gold Mining UCITS ETF IE00B3CNHG25 (plus 158,5 Prozent YTD)
- VanEck Junior Gold Miners UCITS ETF IE00BQQP9G9 (plus 151,3 Prozent YTD)
- UBS Solactive Gbl Pure Gold Miners UCITS ETF IE00B7KMNP07 (plus 149,1 Prozent YTD)
Ein Blick auf das Jahr 2025 zeigt: Wer auf Goldminen setzte, wurde reich belohnt. Zwar ist die Volatilität hoch, doch die Bewertungsniveaus lassen weiteres Aufwärtspotenzial zu.
Silber, Kupfer, Uran – Rohstoffe werden strategisch
Fast ebenso eindrucksvoll ist der zweite Block der Gewinnerliste: strategische Metalle. Silberminen, Kupferproduzenten, Uranförderer und Unternehmen, die Seltene Erden fördern. ETFs wie der Global X Silver Miners, der Sprott Copper Miners oder der VanEck Uranium and Nuclear Technologies ETF stehen exemplarisch für einen Trend, der weit über Konjunkturzyklen hinausgeht.
Rohstoffe sind 2025 kein zyklisches Investment mehr, sondern Industriepolitik in ETF-Form. Energiewende, Reindustrialisierung, militärische Aufrüstung, Digitalisierung: All das benötigt Materialien. Viel Material. Und das aus sicheren Lieferketten.
Der Markt hat verstanden, dass Kupfer kein „Old Economy“-Rohstoff ist, sondern der heimliche Star der Elektrifizierung. Dass Uran kein politisches Tabu mehr ist, sondern ein Baustein der Klimastrategie. Und dass Seltene Erden nicht nur für Smartphones, sondern auch für die geopolitische Macht relevant sind.
Beispielhafte ETFs:
- Global X Copper Miners UCITS ETF IE0003Z9E2Y3 (plus 69,7 Prozent YTD)
- VanEck Rare Earth and Strategic Metals UCITS ETF IE0002PG6CA6 (plus 71,4 Prozent YTD)
- Global X Uranium UCITS ETF IE000NDWFGA5 (plus 57,5 Prozent YTD)
Die Lehre: Rohstoff-ETFs waren 2025 nicht nur ein zyklisches Spiel, sondern ein Abbild geopolitischer und industrieller Trends.
Europäische Banken: Totgesagte leben länger
Das Comeback der europäischen Banken-ETFs ist kaum weniger überraschend. Fonds auf den Euro Stoxx Banks oder den STOXX Europe 600 Banks legten um bis zu 90 Prozent zu. Ein Sektor, der jahrelang als uninvestierbar galt, wurde somit im Jahr 2025 zum Renditetreiber.
Der Grund ist simpel – und zugleich unerquicklich für all jene, die auf schnelle Zinssenkungen gehofft hatten: Die Zinsen blieben hoch. Zumindest hoch genug, um die Zinsmargen zu sichern. Und niedrig genug, um die Kreditqualität stabil zu halten. Hinzu kamen solide Kapitalquoten, steigende Ausschüttungen und Aktienrückkäufe.
Plötzlich waren Banken wieder das, was sie sein sollten: profitable Finanzintermediäre und keine geldpolitischen Kollateralschäden mehr.
Beispielhafte ETFs:
- Amundi Euro Stoxx Banks UCITS ETF LU1829219390 (plus 88,5 Prozent YTD)
- iShares EURO STOXX Banks 30-15 UCITS ETF DE0006289309 (plus 88,8 Prozent YTD)
- Invesco EURO STOXX Optimised Banks UCITS ETF IE00B3Q19T94 (plus 84,4 Prozent YTD)
Die Botschaft: Wer selektiv zwischen europäischen Banken unterschied, konnte außergewöhnliche Renditen erzielen – aber das Timing war entscheidend.
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Länder-ETFs: Rendite abseits des Mainstreams
Ein Blick auf die zweite Hälfte der Liste zeigt ein weiteres Muster: Ausgewählte Länderwetten zahlten sich aus. Zu den Gewinnern zählen Südkorea, Spanien, Griechenland und Osteuropa ohne Russland. Der iShares MSCI Korea ETF verzeichnet ein Plus von fast 70 Prozent. Auch Spanien- und Griechenland-ETFs sind weit vorn.
Das ist kein Zufall. Südkorea profitiert vom globalen KI- und Halbleiterzyklus. Südeuropa profitiert von stabileren Staatsfinanzen, einem robusten Bankensektor und einem strukturellen Aufholprozess. Osteuropa profitiert von Nearshoring, EU-Geldern und seiner geopolitischen Relevanz.
2025 war das Jahr, in dem Anleger wieder lernten, zwischen einzelnen Ländern zu unterscheiden, statt alles nur unter „Developed Markets” oder „Emerging Markets” zu kategorisieren.
Beispielhafte ETFs:
- iShares MSCI Korea UCITS ETF IE00B5W4TY14 (plus 67,9 Prozent YTD)
- Xtrackers Spain UCITS ETF LU0994505336 (plus 56,6 Prozent YTD)
- Amundi MSCI Greece UCITS ETF FR0010405431 (plus 54,1 Prozent YTD)
Selektive Länderwetten zeigen: Rendite entsteht nicht durch globale Diversifikation allein, sondern auch durch das Verständnis regionaler Megatrends.
Das Börsenfazit 2025: Konzentration schlägt Komfort
Dieses Jahr war nichts für Autopiloten. Während klassische Weltindizes ordentliche Renditen lieferten, sorgten sie nicht für Schlagzeilen. Die großen Gewinne entstanden dort, wo Anleger bereit waren, vom Konsens abzuweichen – sei es thematisch, regional oder auf Sektoren bezogen. Die Top-ETFs von 2025 haben vor allem eines gemeinsam: hohe Volatilität. Wer hier investiert war, brauchte starke Nerven, denn wer zu spät kommt, zahlt möglicherweise einen hohen Preis.
Warum man die Gewinnerliste nicht kopieren sollte
So beeindruckend die Rangliste der Top-ETFs für das Jahr 2025 auch ist, sie taugt nur bedingt als Blaupause für die Zukunft. Die Börse hat ein unangenehmes Talent: Sie bestraft das Offensichtliche. Was in diesem Jahr brillant lief, kann 2026 schon wieder Durchschnitt sein – oder sogar darunter liegen. Die Bewertungen sind gestiegen, die Erwartungen sind hoch und damit ist auch das Enttäuschungspotenzial groß. „Mean Reversion” ist zwar kein Naturgesetz, doch es zeigt sich immer wieder als hartnäckiges Muster. Mit anderen Worten: Die ETF-Rangliste ist ein Rückspiegel, aber kein Navigationssystem.
2025 hat den Investoren eine unbequeme Wahrheit vor Augen geführt: Rendite entsteht nicht durch breite Streuung, sondern durch Verständnis. Wer nachvollziehen konnte, warum Goldminen, Banken oder Rohstoffe stiegen, hat mehr gelernt als diejenigen, die einfach blind den Gewinnern hinterherliefen. Und das wichtigste Prinzip bleibt unverändert: Nicht die größten Gewinner sind entscheidend, sondern die besten Gründe.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über den Autor
Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.


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