ETF Wachstumsraketen 2025: Diese Länder-ETFs lassen den Rest der Welt alt aussehen

Griechenlands Comeback an der Börse / Polens Aufschwung durch EU-Gelder / Südkoreas KI-Boom als ETF-Turbo

  • Autor Sven Stoll
Digitaler Bulle vor grün leuchtenden Börsencharts als Symbol für steigende Aktienkurse und optimistische Marktstimmung (Foto: freepik, AlignImage)

Boom abseits der Mainstream-Indizes: Sechs Länder-ETFs überraschen 2025 mit starker Performance und interessanten Chancen für Anleger. (Foto: freepik, AlignImage)

Von Athen bis Ho-Chi-Minh-Stadt: Während US- und Weltindizes in der Sommerhitze stagnieren, erleben sechs Regionen rund um den Globus eine außergewöhnliche Rally. Griechenland, Polen, Spanien, Österreich, Südkorea und Vietnam lassen die etablierten Industrieländer hinter sich. Doch was treibt diesen Boom an – und welche ETFs sind die besten Vehikel für Anleger?

Griechenland: Comeback eines Krisenstaats

Griechenland feiert im Jahr 2025 ein eindrucksvolles Revival. Nach Jahren der Sparpolitik, politischer Turbulenzen und wirtschaftlicher Depressionen hat sich das Land in eine wachstumsstarke, investorenfreundliche Umgebung verwandelt. Die Regierung unter Premierminister Kyriakos Mitsotakis setzt auf Stabilität, Reformen und Digitalisierung. Griechenlands Schuldenquote sinkt, das BIP wächst solide und zum ersten Mal seit der Schuldenkrise bewertet Moody’s das Land wieder mit „Investment Grade”. Besonders profitieren griechische Banken, die von höheren Zinsen und einem Rückgang fauler Kredite profitieren. Auch Infrastrukturunternehmen und Versorger verzeichnen Zuwächse. 

Anleger, die an diesem Trend teilhaben möchten, können in den Amundi MSCI Greece UCITS ETF (FR0010405431) investieren. Der ETF bildet rund ein Dutzend griechischer Large Caps ab, darunter Alpha Bank, Eurobank und Public Power Corp., und hat eine laufende Gebühr von 0,45 Prozent. Aufgrund der geringen Markttiefe ist das Produkt allerdings eher etwas für risikobewusste Anleger. Die Performance seit Jahresbeginn? Beeindruckende 47 Prozent.

 

Polen: Schub durch Reindustrialisierung und EU-Gelder

Auch Polen überrascht – sowohl wirtschaftlich als auch politisch. Seit dem Regierungswechsel zu einer proeuropäischen Koalition unter Donald Tusk ist wieder Ruhe eingekehrt. Die EU-Milliarden, die zuvor aufgrund von Rechtsstaatsbedenken eingefroren waren, fließen wieder. Damit finanziert Polen nicht nur Infrastrukturprojekte, sondern stärkt auch seine Position als neue Werkbank Europas. Besonders stark läuft der Finanzsektor. Banken wie PKO und Pekao glänzen mit hohen Margen, während Energieversorger und die aufstrebende Verteidigungsindustrie ebenfalls wachsen – gestützt durch massive Rüstungsausgaben von mehr als vier Prozent des BIP.

Wer in Polen investieren möchte, findet mit dem iShares MSCI Poland UCITS ETF (IE00B4M7GH52) ein geeignetes Produkt. Der ETF bündelt rund 25 polnische Unternehmen und ist stark auf Banken und Versorger fokussiert. Die laufenden Kosten liegen bei 0,74 %, die Performance bei rund 38 Prozent seit Jahresbeginn. Der ETF ist allerdings deutlich von günstigen Bank- und Energietiteln geprägt, die zusammen mehr als 60 Prozent ausmachen. Diese Mischung ist somit ein klarer Fall für antizyklisch denkende Anleger.

 

Spanien: EZB-Zinsen befeuern Bankenhausse

Spaniens Wirtschaft beweist 2025 enorme Widerstandskraft. Trotz schwachem globalem Umfeld bleibt das Wachstum stabil, die Inflation sinkt – und der Tourismus boomt. Besonders erfreulich: Spaniens Banken feiern ein Comeback. Santander und BBVA profitieren massiv von den hohen EZB-Zinsen, die ihre Zinsmargen deutlich ausweiten.

Der spanische Leitindex IBEX 35, lange als lahme Ente Europas belächelt, mausert sich zum Outperformer. Mit dem Amundi IBEX 35 UCITS ETF (FR0010251744) lässt sich dieser Trend einfach ins Depot holen. Der ETF bildet die 35 größten börsennotierten Unternehmen Spaniens ab – darunter auch Iberdrola, Telefonica und Repsol – und überzeugt mit einer niedrigen Kostenquote von 0,30 Prozent. Die Performance seit Jahresanfang liegt bei über 27 Prozent. Wer auf Banken setzt und dabei von attraktiven Dividenden profitieren will, ist hier richtig – auch wenn politische Risiken, etwa durch die fragile Minderheitsregierung, nicht unterschätzt werden sollten.

 

Österreich: Der stille Star aus dem Alpenraum

Österreichs Wirtschaft gehört 2025 nicht zu den dynamischsten der Eurozone – doch an der Börse glänzen die heimischen Titel. Der Grund: Milliarden aus dem EU-Wiederaufbauprogramm fließen in Infrastrukturprojekte und heizen besonders die Baukonjunktur an. Davon profitieren Konzerne wie STRABAG, Wienerberger und PORR. Auch Energieriesen wie OMV sowie Versorger wie Verbund liefern stabile Gewinne. 

Der iShares ATX UCITS ETF (DE000A0D8Q23) ist die erste Wahl für Anleger, die auf österreichische Blue Chips setzen wollen. Er enthält die 20 wichtigsten börsennotierten Unternehmen des Landes, konzentriert auf Bau, Energie und Finanzdienstleistungen. Die laufenden Kosten betragen 0,32 Prozent. Mit einer Performance von etwa 28 Prozent seit Jahresbeginn hinkt Österreich zwar den Top-Performern hinterher – bietet dafür aber eine hohe Dividendenrendite und relative Stabilität.

 

Südkorea: Asiens Tech-Schmiede startet durch

Südkorea erlebt 2025 ein fulminantes Börsenjahr. Während die Wirtschaft insgesamt nur moderat wächst, sind es zwei Faktoren, die die Kurse nach oben treiben: Einerseits der weltweite KI-Hype, der südkoreanischen Chipgiganten wie Samsung Electronics und SK Hynix neue Impulse verleiht. Andererseits werten internationale Investoren koreanische Aktien neu – lange galten sie als unterbewertet und unterrepräsentiert. Grund dafür ist der Regierungswechsel, der sich mit der Präsidentenwahl im Juni 2025 vollzog: Lee Jae-myung (Demokratische Partei) löste das umstrittene „Yoon“-Regime ab. Für Stabilität sorgt dabei, dass der Übergang absolut legal und friedlich verlief. Es wird bereits gemutmaßt, dass Lee gezielt Wirtschaftsreformen anstoßen werde, etwa im Energiesektor und bei den IT-Förderprogrammen. Ein Schwerpunkt der neuen Regierung soll auf erneuerbaren Energien liegen, was für relevante Unternehmen wie Samsung SDI und Hanwha Q Cells Chancen birgt.

Mit dem iShares MSCI Korea UCITS ETF (IE00B0M63391) erhalten Anleger Zugang zu rund 100 südkoreanischen Unternehmen, die vor allem aus den Bereichen Technologie, Industrie und Online-Plattformen wie Naver stammen. Die laufenden Kosten liegen bei 0,74 Prozent, die Wertentwicklung bei rund 28 Prozent seit Jahresbeginn. Allerdings ist das ETF-Exposure stark konzentriert – allein Samsung macht rund 25 Prozent des Index aus.

 

Vietnam: Hoffnung auf Aufstieg in den Schwellenländer-Olymp

Vietnam ist das neue Wirtschaftswunder Asiens. Die Wirtschaft wächst mit über sieben Prozent, junge Konsumenten treiben die Inlandsnachfrage, und die Exporte steigen – nicht zuletzt, weil China für viele internationale Unternehmen als Produktionsstandort zunehmend unattraktiv wird. Die Börse in Ho-Chi-Minh-Stadt profitiert besonders von Banktiteln, Bauunternehmen und Konsumaktien. Anleger setzen außerdem darauf, dass Vietnam bald in den MSCI Emerging Markets Index aufgenommen wird – ein Schritt, der Milliardeninvestitionen nach sich ziehen könnte.

Einen gut zugänglichen und breit aufgestellten Zugang bietet der Xtrackers FTSE Vietnam Swap UCITS ETF (IE00BQMJ5P29). Er bildet den FTSE Vietnam Index über ein Swap-Konstrukt ab und enthält rund 30 vietnamesische Unternehmen – darunter Hoa Phat Group, Vincom Retail und FPT Corp. Der ETF ist physisch nicht repliziert, sondern nutzt ein optimiertes Swap-Modell, um die schwierige Handelbarkeit vietnamesischer Aktien zu umgehen. Das macht ihn besonders effizient und investierbar, auch wenn Anleger sich der synthetischen Struktur bewusst sein sollten. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,85 Prozent. Seit Jahresanfang kommt der ETF auf ein sattes Plus von über 26 Prozent – ein Beleg für das enorme Momentum des vietnamesischen Marktes.

Fazit: Kleine Märkte, große Wirkung

Griechenland, Polen, Spanien, Österreich, Südkorea und Vietnam zeigen: Abseits der großen Indizes schlummern beeindruckende Renditequellen. Ob durch Reformpolitik, makroökonomische Sondersituationen oder technologische Stärke – die Outperformance ist real.

Doch Anleger sollten vorsichtig sein: Die Märkte sind oft klein, illiquide und politisch sensibel. Ein Investment in diese Länder-ETFs ist nichts für schwache Nerven – aber eine spannende Beimischung für global orientierte Portfolios. Wer auf Streuung achtet und pro Region nur einen kleinen Anteil investiert, kann von den Boomregionen 2025 profitieren – ohne gleich alles auf eine Karte zu setzen.

 

Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Über den Autor

Autor Sven Stoll

Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.

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