
Trotz politischer Risiken und Dollar-Schwäche liefern diese US-Fonds starke Ergebnisse – und schlagen den Markt teils deutlich. (Foto: freepik, EyeEm)
Die Wall Street eilt von Rekord zu Rekord – doch unter der glänzenden Oberfläche brodelt es. Politische Unsicherheit, die Rückkehr Donald Trumps auf die Weltbühne und ein schwächelnder Dollar halten Anleger in Atem. Dennoch zeigt sich: Wer auf die Innovationskraft der USA setzt, liegt langfristig selten falsch. Diese vier US-Fonds schlagen alle Benchmarks – über 3, 5, 10 und 20 Jahre.
Amerikas Märkte laufen – trotz Trump, Zöllen und schwachem Dollar
Die USA sind und bleiben der Taktgeber der Weltwirtschaft – wirtschaftlich, dynamisch, technologisch führend, politisch jedoch ein Pulverfass. Der Nasdaq 100 jagt von Rekord zu Rekord und auch der S&P 500 stellt fast wöchentlich neue Höchststände auf. KI, Cloud, Halbleiter – Amerikas Tech-Giganten befeuern die Märkte und ziehen Investoren magisch an. Doch unter dem Kursfeuerwerk liegt ein fragiles Fundament.
Mit Donald Trump steht nicht nur ein politischer Unruheherd im Rampenlicht, sondern auch der Mann, der Amerikas Wirtschaft auf Zollkurs, Deregulierung und „America First-Politik” trimmt. „Zölle rauf, Steuern runter, Regulierung weg“ lautet sein Mantra. Die ersten Auswirkungen? Spürbar. Zwar wuchs die reale US-Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal um hochgerechnete drei Prozent, doch Experten verweisen auf Sondereffekte wie gesunkene Importe, gestiegene Konsumausgaben und den Aufbau von Lagerbeständen vor angekündigten Handelsbarrieren. Der Internationale Währungsfonds erwartet für das Jahr 2025 ein BIP-Wachstum der USA von 1,9 Prozent – ein solider, aber kein spektakulärer Wert.
Fed zaudert, Trump drängt
Die Inflation? Sie klettert wieder – zuletzt auf 2,7 Prozent im Juni. Und auch wenn die US-Verbraucher nach wie vor konsumfreudig sind, wächst die Skepsis, ob sie dauerhaft höhere Preise schultern können. Die US-Notenbank Fed hält die Zinsen bislang stabil, doch Trump fordert lautstark Zinssenkungen. Das verunsichert Märkte und Zentralbanker gleichermaßen.
Besonders spannend ist der Währungseffekt. Für europäische Anleger, die in Dollar-Assets investieren, sorgt die Dollarschwäche im Jahr 2025 für Gegenwind. Der starke Euro frisst die Rendite auf. Das schmälert die Erträge global agierender Investoren. Und doch lässt sich Amerikas Innovationskraft nicht kleinreden. Big Tech, künstliche Intelligenz, Plattform-Ökonomie – die USA sind der Inkubator des globalen Fortschritts. Während Europa zaudert und China mit geopolitischem Misstrauen kämpft, liefern US-Unternehmen Wachstum, Skalierung und Zukunft. Kein Wunder also, dass viele globale Vermögensverwalter trotz Trump, Zollangst und Inflationsrisiken weiter auf US-Aktien setzen.
Max Kettner, Analyst bei HSBC, wird von Bloomberg mit den Worten zitiert: „Die Leute unterschätzen den positiven Rückenwind durch einen schwächeren Dollar und überschätzen die Risiken durch Trump-Zölle.“ Für Anleger, die langfristig partizipieren wollen, heißt das: Nicht der Lärm zählt, sondern das Ergebnis. Und das war bei diesen vier US-Aktienfonds in den vergangenen Jahren schlicht herausragend. Egal ob über 3, 5, 10 oder 20 Jahre – sie haben geliefert. Hier kommen die Champions der US-Fondslandschaft.
Über 1.000 Prozent in 20 Jahren: Alger American Asset Growth – ein Dauerbrenner mit Wachstums-DNA
Wachstumsinvestoren lieben ihn: Der Alger American Asset Growth Fund (ISIN: LU0070176184) zählt zu den erfolgreichsten aktiven US-Fonds der letzten zwei Jahrzehnte – mit einem Zuwachs von über 1.041 Prozent seit 2004. Das entspricht einer annualisierten Rendite von rund 12,9 Prozent. Und das, obwohl er zwischenzeitlich brutale Rückschläge wegstecken musste – wie 2022 mit minus 34 Prozent.
Die Strategie? Extrem fokussiert auf Unternehmen, die sich in einem positiven Wandel befinden. Die Fondsmanager Dan Chung, Ankur Crawford und Patrick Kelly setzen auf dynamisches Wachstum, Disruption und Innovation – kombiniert mit einem All-Cap-Ansatz, der nicht nur Megacaps wie Microsoft, Amazon oder Meta im Visier hat, sondern auch Hidden Champions wie AppLovin, Talen Energy oder Vistra.
Aktuell sind Nvidia, Microsoft und Amazon mit je rund 9 Prozent unter den Top-Positionen, ergänzt um Meta, TSMC und Broadcom. Alphabet kommt hinzu, ebenso wie Energiewerte – ein Indikator dafür, dass die Manager durchaus bereit sind, über den Tellerrand der klassischen Growth-Schublade hinauszuschauen.
Fazit: Wer einen Fonds sucht, der das große Wachstumsspiel konsequent und aktiv spielt – mit einer überragenden Historie, aber auch nicht ohne Rücksetzer –, ist hier genau richtig. Teuer (Kostenquote ca. 2,2 Prozent), aber lohnend – wenn man dabei bleibt.
Über 325 Prozent in 10 Jahren: JPM US Growth – Big-Tech trifft Analysepower
Ein Fonds für alle, die in der ersten Reihe des Tech-Theaters sitzen wollen – aber mit aktiver Begleitung. Der JPM US Growth Fund (ISIN: LU0159053017) konzentriert sich auf rund 40 bis 50 Titel, handverlesen vom Team um Giri Devulapally. Der Fokus liegt auf Unternehmen, die langfristig stark wachsen und regelmäßig die Erwartungen übertreffen.
Das Portfolio ist Tech-lastig, aber nicht blind: Microsoft, Amazon, Nvidia, Meta, Alphabet, aber auch spezialisierte Player wie ServiceNow oder MercadoLibre finden sich im Fonds. Die Auswahl folgt einem strengen Bottom-up-Prozess – Cashflow, Marktposition, Managementqualität und Innovationskraft sind entscheidend.
Das Resultat: In zehn Jahren eine Performance von rund 325 Prozent. Damit lässt der Fonds den breiten US-Markt deutlich hinter sich – trotz aller Rücksetzer. 2022 war auch hier ein schlechtes Jahr, aber die Erholung kam mit voller Kraft zurück. Die Kosten liegen bei rund 1,7 Prozent, dafür gibt es aber aktives Research, Risikokontrolle und klare Überzeugung.
123 Prozent in fünf Jahren: US EquityFlex Fonds – die kluge Mischung aus Systematik und Flexibilität
Wer glaubt, aktives Management sei gleichbedeutend mit Stock-Picking, sollte sich diesen Fonds anschauen. Der US Equity Flex Fonds (ISIN: DE000A2P37B5) setzt auf ein quantitatives, regelbasiertes Modell – mit dem Ziel, den S&P 500 systematisch zu schlagen. Wie das geht? Indem man mit Futures, Optionen und taktischen Umschichtungen arbeitet – flexibel, aber diszipliniert.
Das Fondsmanagement der FERI AG kombiniert Indexnähe mit Derivateeinsatz. Dabei wird das Portfolio je nach Marktlage angepasst – mal mehr Risiko, mal mehr Absicherung. So gelingt eine Outperformance gegenüber dem S&P 500, ohne sich nur auf Big-Tech zu verlassen. 123 Prozent Rendite in fünf Jahren sprechen für sich. Der Fonds eignet sich für Anleger, die bewusst nicht auf Einzeltitel setzen wollen, aber trotzdem mehr wollen als ETF-Einheitsbrei.
Nachteile? Die Komplexität der Strategie ist für Laien schwer zu durchschauen, und die Gebühren liegen mit etwa 1,8 Prozent im oberen Bereich. Dennoch: Der Ansatz hat geliefert – mit einer beeindruckenden Mischung aus Indexnähe, Flexibilität und wissenschaftlicher Methodik.
80 Prozent in drei Jahren: Morgan Stanley US Insight Fund – Wachstum abseits des Mainstreams
Wer die Magnificent 7 satt hat, wird diesen Fonds lieben. Der US Insight Fund (ISIN: LU0073232471) aus dem Hause Morgan Stanley ist ein klarer Outperformer – aber eben nicht, weil er auf Alphabet und Apple setzt. Sondern auf Cloudflare, Affirm, DoorDash, Shopify oder Roblox. Innovation made in USA – abseits des Mainstreams.
Das Counterpoint Global-Team um Dennis Lynch setzt auf ein konzentriertes Portfolio mit hoher Überzeugung. ESG-Kriterien spielen eine Rolle, doch entscheidend ist: Geschäftsmodell, Managementqualität, Wachstum. Der Fonds ist nichts für Index-Fans – er weicht deutlich ab, und das ist gewollt.
80 Prozent Performance in drei Jahren – das ist angesichts des schwierigen Umfelds beachtlich. Der Preis: erhöhte Risikokennzahlen, rund 1,7 Prozent Gebühren – und ein Portfolio, das mitunter extrem schwankt. Aber auch: hohe Trefferquote, starke Ideen und frühe Positionierung bei Trendaktien. Wer die Champions von morgen sucht, wird hier fündig.
Warum wirklich aktives Management den Unterschied macht
US-Aktienfonds gibt es viele – doch diese vier Fonds haben in den vergangenen Jahren gezeigt, dass aktives Management, kluges Stockpicking und strategische Flexibilität dem Markt überlegen sein können. Sie alle profitieren vom Innovationsgeist Amerikas – und trotzen politischem Lärm, Währungsrisiken und medialer Panik. Wer an die Zukunft des US-Marktes glaubt, findet hier nicht nur starke Performances, sondern auch individuelle Konzepte, die passiven ETFs oft eine Nasenlänge voraus sind.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über den Autor
Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.


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