
Wer gewinnt den Award? 4 Fondsboutiquen kämpfen um bis zu 3 Millionen Euro Startkapital. (Foto: Freepik, uh44464)
Wo andere nur verwalten, wollen sie gestalten: Beim Wettbewerb Future Fundstars kämpfen 4 ambitionierte Fondsboutiquen um bis zu 3 Millionen Euro Startkapital. Am 27. Januar 2026 fällt in Mannheim die Entscheidung – und sie könnte Karrieren verändern.
Die Fondsbranche klagt gern über Mittelabflüsse, Regulatorik und Dominanz der Großen. Doch jenseits der bekannten Namen wächst eine neue Generation von Fondsmanagern heran: unabhängig, fokussiert, oft datengetrieben – und vor allem hungrig. Genau hier setzt der Wettbewerb Future Fundstars an.
Er sucht keine Marketingmaschinen, sondern funktionierende Strategien mit Skalierungspotenzial. Der Preis: Seed Money von bis zu 3 Millionen Euro, eine Bühne vor Profis – und der Sprung aus der Nische. Nun stehen die 4 Finalisten fest.
Umwelt als Investmentcase
Matelan Research – Oliver Kämmerer & Hartmut Moers
Energiewende, Wasserknappheit, Abfallmanagement – große Worte, die an der Börse oft zu bunten Etiketten verkommen. Nicht so bei Matelan Research. Oliver Kämmerer und Hartmut Moers haben aus den Umwelt-Megatrends einen strukturierten Investmentprozess gebaut.
Ihr Matelan New Era Fund ist ein aktiv gemanagter Long-only-Aktienfonds mit klarer Kante. Das Anlageuniversum: rund 400 Unternehmen, die direkt von ökologischen Umbrüchen profitieren. Nach ESG- und Liquiditätsfiltern folgt eine quantitative Vorauswahl, bevor eine tiefe Fundamentalanalyse den finalen Kern formt. Am Ende stehen 20 bis 35 Titel – konzentriert, überprüft, diszipliniert.
Beide Manager bringen jahrzehntelange Research-Erfahrung mit: Kämmerer aus Fondsmanagement und Healthcare-Analyse, Moers aus fast 30 Jahren Aktien- und Energie-Research. Ihr Ansatz verbindet Renditeambition mit systematischer Verantwortung – und zeigt, dass Nachhaltigkeit mehr sein kann als ein Verkaufsargument.
Value, wo keiner hinschaut
Qualitas Alta Capital – Schu-Minn Kim
Während sich Kapitalströme auf wenige Tech-Giganten konzentrieren, sucht Schu-Minn Kim dort, wo Geduld wieder bezahlt wird: bei unterbewerteten Small- und Mid-Caps im deutschsprachigen Raum. Seine Boutique Qualitas Alta Capital steht für fokussiertes Value-Investing mit klaren Katalysatoren.
Kim investiert nur, wenn 2 Bedingungen erfüllt sind: ein signifikanter Abschlag zum inneren Wert und ein plausibler Auslöser für eine Neubewertung – etwa Spin-offs, Übernahmen oder operative Turnarounds. Das Portfolio bleibt bewusst schlank, unter 30 Positionen, das Cash-Polster gering. Kapital soll arbeiten, nicht warten.
Der Gründer bringt über 30 Jahre Markterfahrung mit, unter anderem aus Wirtschaftsprüfung und Leveraged Finance. 2022 wagte er den Schritt in die Selbstständigkeit – mit eigenem Geld, dem von Freunden und einem kompromisslosen Qualitätsanspruch. Sein Credo: echtes Value, echter Fokus. In einem Marktumfeld, das Nebenwerte lange ignoriert hat, könnte genau das der Hebel sein.

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KI, Blockchain – und ein Schuss Krypto:
21 Oaks Capital & Bankhaus Bauer – Edgar Heimbach & Christian Wieschnewski
Technologie als Megatrend ist nichts Neues. Die Verbindung von KI, Blockchain und klassischen Aktieninvestments hingegen schon. Genau hier setzt der Bankhaus Bauer x 21 Oaks AI & Blockchain Innovation Fund an.
Der Fonds investiert primär in Unternehmen, die in diesen Zukunftsfeldern gut positioniert sind – ergänzt um bis zu 15 Prozent Krypto-Assets. Ziel ist nicht Spekulation, sondern zusätzliche Diversifikation. Bewertet wird datenbasiert: von Umsatzkennzahlen über Entwickleraktivität bis hin zu Netzwerkmetriken wie „Total Value Locked“.
Edgar Heimbach bringt 20 Jahre Investmentbanking-Erfahrung und tiefen Zugang zur Krypto-Industrie mit, Christian Wieschnewski steuert klassische Vermögensverwaltung und Fundamentalanalyse bei. Der wöchentliche Austausch der Teams sorgt für enge Verzahnung. Das Ergebnis: ein Hybridansatz zwischen alter und neuer Finanzwelt – mit bewusst kalkuliertem Risiko.
Portable Alpha aus der Boutique
21 Alpha Partners – Philipp Stumpfegger & Sebastian Hofbeck
Marktrisiken reduzieren, Alpha isolieren – das ist die Idee hinter Portable Alpha. Philipp Stumpfegger und Sebastian Hofbeck, beide zuvor bei DJE Kapital, setzen sie nun in eigener Regie um.
Ihr Fonds kombiniert ein klassisches Basisportfolio mit einem marktneutralen Overlay. Rund 30 Prozent Long- und 30 Prozent Short-Positionen sollen zusätzliche Erträge liefern, unabhängig von der Marktrichtung. Die beiden Manager bringen ausgewiesene Erfahrung aus Nebenwerten, Industrie, Automobil und Healthcare mit – und kennen das Handwerk aktiven Managements.
Der Ansatz richtet sich an Anleger, die nicht auf die nächste Marktrichtung wetten wollen, sondern auf relative Stärke. In Zeiten erhöhter Volatilität könnte genau das den Unterschied machen.
Future-Fundstars-Finalisten: Fazit
4 Finalisten, vier sehr unterschiedliche Wege zum Ziel – und ein gemeinsamer Nenner: Überzeugung. Beim Finale der Future Fundstars geht es nicht nur um drei Millionen Euro. Es geht um Sichtbarkeit, Vertrauen und den Beweis, dass Alpha auch jenseits der großen Häuser entsteht. Mannheim wird zeigen, welche Idee die Jury überzeugt – und welche Strategie das Zeug hat, vom Geheimtipp zur festen Größe zu werden.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über den Autor
Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.


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