Märkte Aktien-Investments mit Sinn: Hörsysteme sind ein Zukunftsmarkt – 4 Anlagetipps

Demografischer Wandel treibt Nachfrage / Globale Marktführer mit innovativen Technologien / Investmentchancen im wachsenden Gesundheitssektor

Einem jungen Mann wird ein Hörgerät angepasst (Foto: Freepik) Aktien-Investments mit Sinn: Hörsysteme sind ein Zukunftsmarkt - 4 Anlagetipps

Hörverlust ist ein zunehmendes Problem – auch junge Menschen können betroffen sein. (Foto: Freepik)

Mit hohem Tempo schreitet die Alterung der Weltbevölkerung voran. In Deutschland ist bereits jeder Fünfte über 65 Jahre alt. Mit dem demografischen Wandel wächst auch die Nachfrage nach medizinischen Hilfsmitteln, die die Lebensqualität verbessern. Ein zunehmendes Problem in der Gesellschaft ist Hörverlust, der enorme Folgen für das Wohlbefinden und die gesellschaftliche Teilhabe hat.

Aktionäre haben die Möglichkeit, an diesem Megatrend teilzuhaben. Der Bedarf für Hörsysteme ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Dieses Wachstum sollte sich über die Jahre beschleunigen. 

Im Folgenden werfen wir einen Blick auf 4 internationale Marktführer, die mit unterschiedlichen Geschäftsmodellen und Innovationen den Markt mit ihren Hörsystemen bedienen.

Cochlear Limited (Australien) – führend mit Hörimplantaten

Wenn es um implantierbare Hörgeräte geht, dann ist Cochlear der unangefochtene Marktführer. Das australische Medizintechnikunternehmen hat sich auf sogenannte Cochlea-Implantate spezialisiert, die Menschen mit vollständigem Hörverlust wieder das Hören ermöglichen. Über 700.000 Menschen haben sich bereits für das Cochlear-System entschieden. 

Cochlear investiert jährlich rund 12 Prozent des Umsatzes in weitere Forschung und Entwicklung. Das Unternehmen setzt Maßstäbe bei der Miniaturisierung und Konnektivität. Die Unternehmenszahlen belegen den Erfolg. So wurde in den letzten 10 Jahren der Umsatz jährlich um rund 8 Prozent gesteigert, während Gewinn und freier Cashflow um über 10 Prozent zulegen konnten.

Die hohen Kapitalrenditen von 20 bis 23 Prozent zeugen von einem effizienten Kapitaleinsatz. In Folge dessen konnte die Aktie in den letzten 10 Jahren mit einer jährlichen Rendite von 13 Prozent Anleger überzeugen. Auch künftig ist von einem stetigen Wachstum bei Bruttomargen von 75 Prozent und EBIT-Margen von 23 Prozent auszugehen. Die Bewertung liegt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 46 und einem Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV) von 8 im historischen Schnitt.

 

Demant A/S (Dänemark) – Hörsysteme im Premiumsegment

Demant ist einer der großen europäischen Player im klassischen Hörgerätemarkt. Mit Marken wie Oticon und Bernafon ist das dänische Unternehmen weltweit präsent und gilt als Innovationsführer im Premiumsegment. Das Portfolio reicht von diskreten Hinter-dem-Ohr-Geräten bis zu nahezu unsichtbaren Im-Ohr-Lösungen. Ergänzt wird das Angebot durch audiologische Diagnosetechnik und Kommunikationssysteme für Kliniken und Pflegeeinrichtungen.  

Das Produktportfolio besteht nicht nur aus Hörgeräten, sondern auch aus Software, Zubehör und Wartungsdienstleistungen. In den letzten Jahren hat das Unternehmen gezielt in die Digitalisierung investiert. So ist es heute beispielsweise möglich, eine Fernanpassung der Geräte mittels Apps durchzuführen oder eine cloudbasierte Plattform zu nutzen.

Die Digitalisierung spiegelt sich auch in den Zahlen wider. Die Umsätze wachsen stabil im mittleren einstelligen Prozentbereich, während die EBIT-Marge durch die Premiumprodukte und Serviceleistungen von 16 Prozent im Jahr 2016 auf heute 25 Prozent angestiegen ist. Die Bruttomarge beträgt wie bei Cochlear 75 Prozent, doch das KGV liegt aufgrund eines höheren Wettbewerbs bei nur 20 (unter dem historischen Mittelwert von 24).

Neben dem bestehenden Geschäft setzt Demant auch auf Akquisitionen. 2025 erfolgte die größte Übernahme mit der KIND Group, einem deutschen Hörgerätehändler mit 600 Filialen.

 

Amplifon S.p.A. (Italien) – Fachgeschäft mit persönlicher Beratung

Amplifon ist der weltweit größte Anbieter von Hörakustik-Dienstleistungen. Das Unternehmen betreibt über 9.500 Filialen in mehr als 25 Ländern. Anders als viele Wettbewerber produziert Amplifon keine eigenen Hörgeräte, sondern konzentriert sich auf Beratung, Anpassung und Vertrieb.

Amplifon bietet alles: von der ersten Höranalyse über die Auswahl des passenden Systems bis zur lebenslangen Betreuung. Kunden schätzen die Beratung und Individualisierung. Dies spiegelt sich auch in den Wachstumszahlen wider. In den letzten 10 Jahren konnten Umsatz und Gewinn um jeweils über 10 Prozent pro Jahr gesteigert werden. Künftig wird von einem Wachstum im mittleren einstelligen Bereich ausgegangen. Das KGV liegt nur noch bei 21.

 

Sonova Holding AG (Schweiz) – Komplettanbieter baut Marktanteil aus

Sonova ist ein echtes Schwergewicht auf dem Hörsystemmarkt. Das Schweizer Unternehmen entwickelt klassische Hörgeräte (Phonak, Unitron), Cochlea-Implantate (Advanced Bionics) als auch Zubehör und Consumer Audio (Sennheiser). In allen 4 Bereichen konnte im Geschäftsjahr 2024/2025 der Marktanteil ausgeweitet werden.

Als Komplettanbieter profitiert Sonova von Synergien zwischen den einzelnen Geschäftsbereichen. Neben dem klassischen Vertrieb über Hörakustiker wie etwa Amplifon setzt Sonova zunehmend auch auf eigene Fachgeschäfte („World of Hearing“ oder „Geers“) und natürlich E-Commerce.

In den letzten Jahren stieg der Umsatz jährlich im Schnitt um 7 Prozent. Ein Teil des Cashflows wird in Form von Dividenden ausgeschüttet (Dividendenrendite von 2 Prozent), ein anderer Teil wird in Forschung und Entwicklung investiert. Die nächste Generation von Hörlösungen soll auf künstlicher Intelligenz basieren. Die Kapitalrendite von 17 Prozent untermauert die Qualität des Schweizer Herstellers. Mit einem KGV von 21 liegt die Bewertung auf einem ansprechenden Niveau.

 

 

Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Über die Autorin

Sophia studierte Betriebswirtschaft und absolvierte ein Auslandssemester an der Singapore Management University. Schon als kleines Kind hatte sie ihre Finanzen fest im Griff und sparte den Großteil ihres Taschengeldes. Auch sie vertraute lange den gängigen Anlageprodukten (Sparbuch, Bausparer, Lebensversicherung). Heute nimmt sie ihre Finanzen selbst in die Hand. Sie recherchiert täglich über Unternehmen und konzentriert sich auf Qualität, ergänzt durch ausgewählte Smallcaps und Wachstumswerte. Ihr Ziel ist es, den Zinseszinseffekt bestmöglich für den Vermögensaufbau zu nutzen.

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