
Schwellenländer – dynamisch und voller Chancen (Foto: Freepik)
Dreimal so schnelles Wachstum wie im Westen, Rückenwind durch fallende US-Zinsen und einen schwächeren Dollar: Die Schwellenländer sind zurück auf dem Radar der Investoren. Eine aktuelle Analyse der Warburg Bank zeigt: Wer in Emerging Markets investieren will, sollte nicht blind dem Index folgen – sondern auf aktives Management setzen. Fonds wie der Invesco Emerging Markets ex-China Equity Fund und der Evli Emerging Frontier Fund sind 2 erfolgreiche Beispiele.
Schwellenländer mit Rückenwind
Die Zahlen sprechen für sich: Laut Internationalem Währungsfonds (IWF) wächst die Wirtschaft der Industrieländer 2025 um magere 1,5 Prozent, während die Schwellenländer mit 4,1 Prozent mehr als doppelt so stark zulegen.
Gleichzeitig entlasten sinkende US-Zinsen und ein schwächerer Dollar die EM-Staaten: Kapital fließt in höher rentierende Anlagen, die Refinanzierungskosten für Dollar-Schuldner sinken, Rohstoffpreise werden gestützt. Für internationale Investoren öffnet sich ein günstiges Fenster.
Heterogenes Bild: Indien hui, China pfui
Doch Emerging Markets sind kein Block. Indien bleibt mit Wachstumsraten von 6,4 bis 6,5 Prozent der große Hoffnungsträger – jung, reformorientiert, dynamisch.
China dagegen schwächelt: Der überdehnte Immobiliensektor, deflationäre Tendenzen und eine alternde Bevölkerung bremsen. In Lateinamerika glänzen Rohstofferlöse und Disinflation, doch die Abhängigkeit von China bleibt das Risiko im Hintergrund.
Demokratische Märkte bevorzugt
Warburg zieht daraus eine klare Linie: Investitionen sollten in Länder mit stabilen, demokratischen Strukturen fließen. China fällt damit durch. Mangelnder Eigentumsschutz und staatliche Eingriffe machen das Reich der Mitte zu einem Minenfeld für Anleger.

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Aktiv schlägt passiv
Die entscheidende Erkenntnis der Warburg-Studie: In Schwellenländern lohnt sich aktives Fondsmanagement. Die Analyse von knapp 15 Jahren Daten zeigt: Mehr als die Hälfte der aktiven EM-Fonds liegt über dem MSCI Emerging Markets Index. In den USA dagegen schafft es nicht einmal das 95. Perzentil der aktiven Fonds, den S&P 500 zu übertreffen.
Die Erklärung: Schwellenmärkte sind weniger effizient, heterogen und voller Informationsasymmetrien. Hier zahlen sich lokales Research, Sprachkenntnisse und Nähe zu den Märkten aus. In den hoch effizienten USA dagegen ist die Benchmark für aktive Manager kaum zu schlagen – zu konzentriert, zu stark, zu günstig sind im Vergleich die Indexfonds.
Fonds im Fokus
Invesco Emerging Markets ex-China Equity Fund
Wer die Chancen der Schwellenländer nutzen will, dabei aber bewusst das Risiko China ausklammern möchte, findet im Invesco Emerging Markets ex-China Equity Fund (ISIN: LU1775963454) eine interessante Lösung. Der Fonds – aufgelegt bereits 1975 – investiert breit in Unternehmen aus den Emerging Markets, schließt China aber konsequent aus. Stattdessen dominieren Märkte wie Südkorea (ca. 20 Prozent), Taiwan (18 Prozent), Indien (15 Prozent), Brasilien (10 Prozent) und Südafrika (5,7 Prozent).
Branchenseitig setzt das Fondsmanagement auf Wachstumstreiber: Informationstechnologie (28 bis 31 Prozent), Finanzdienstleistungen (26 bis 29 Prozent) und zyklischer Konsum. Geführt wird der Fonds von Charles Bond und James McDermottroe, die seit Jahren auf nachhaltiges Wachstum und Qualitätsunternehmen setzen.
Die Historie spricht für sich: Seit Auflage legte der Fonds im Schnitt um 8,65 Prozent jährlich zu – eine Gesamtperformance von mehr als 6.000 Prozent über knapp 5 Jahrzehnte. Mit einem Volumen von rund 220 Millionen Dollar bleibt er dabei vergleichsweise fokussiert. Für Anleger, die in Asien und Lateinamerika investieren wollen, aber Chinas Risiken meiden, ist das Produkt eine spannende Option.
Evli Emerging Frontier Fund
Noch einen Schritt weiter geht der Evli Emerging Frontier Fund (ISIN: FI4000066915). Der Fonds richtet den Blick nicht nur auf klassische Emerging Markets, sondern gezielt auf Frontier-Märkte – also die noch kleineren, weniger erschlossenen Länder mit besonders hohem Wachstumspotenzial.
Dazu zählen Regionen in Afrika, Zentralasien, Nahost oder Südostasien. Das Management setzt auf aktives Stock Picking in konsumstarken Unternehmen, die niedrige Bewertungen und steigende Cashflows verbinden. ESG-Kriterien und gute Unternehmensführung spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.
Die Zahlen sind eindrucksvoll: Seit Auflegung 2013 liegt die Gesamtperformance bei rund 259 Prozent. In den zurückliegenden 5 Jahren erzielte der Fonds im Schnitt 20 Prozent Rendite jährlich, allein im letzten Jahr rund 21 Prozent. Das Fondsvolumen beträgt rund 330 Millionen Euro.
Damit ist der Evli Emerging Frontier Fund ein hoch konzentrierter Wachstumsfonds für erfahrene Anleger, die gezielt in die Märkte von morgen investieren wollen – mit allen Chancen, aber auch Risiken, die Frontier-Investments mit sich bringen.
Fazit: Zeit für aktive Fonds
Die Analyse der Warburg Bank belegt eindrucksvoll: In Schwellenländern lohnt sich aktives Management. Informationsvorsprünge, lokale Expertise und Stock Picking können hier entscheidend sein. Für Anleger, die das Potenzial der Emerging und Frontier Markets nutzen wollen, bieten Fonds wie der Invesco Emerging Markets ex-China Equity Fund und der Evli Emerging Frontier Fund 2 attraktive Wege – je nach Risikoprofil und Investmenthorizont.
Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.
Über den Autor
Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.


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