Märkte China: ETFs und Fonds zwischen Nervenkitzel und Innovationsboom

China Börsen-Comeback mit starkem Tech-Fokus / ETFs und aktive Fonds im Vergleich / Tencent und Alibaba bilden die Speerspitze

  • Autor Sven Stoll
Rote Lampions vor chinesischem Tempel (Foto: Freepik, Wirestock) Chinas Börse: ETFs und Fonds zwischen Nervenkitzel und Innovationsboom

Chinas Börsen-Comeback: KI, Halbleiter und E-Mobilität befeuern den Aktienmarkt. (Foto: Freepik, Wirestock)

China erlebt ein Börsen-Comeback, das viele überrascht. Die Wirtschaft zeigt noch Schwächen, doch die Aktienmärkte laufen heiß – angetrieben vor allem von Technologie-Titeln. Anleger stehen vor der Wahl: aktiv gemanagte Fonds, die gezielt Chancen nutzen, oder kostengünstige ETFs, die die Breite abbilden? Wer das Land der Zukunft richtig verstehen will, muss die Chancen ebenso sehen wie die Risiken.

Börsenrallye trotz konjunktureller Bremsspuren

Die Volksrepublik steht an einem Wendepunkt. Jahrelang galt der Aktienmarkt als riskant: schwaches Wachstum, maue Konsumzahlen, Immobilienkrise. Doch seit September 2024 läuft der Markt heiß. Der MSCI China legte auf Jahressicht rund 23 Prozent zu, Bluechips wie Tencent oder Alibaba sogar um 40 bis 50 Prozent. Analysten wie James Donald von Lazard Asset Management sehen in der aktuellen Bewertung, den Dividendenrenditen und dem Kurs-Gewinn-Verhältnis attraktive Einstiegspunkte.

Die Rallye läuft dabei weitgehend losgelöst von der Gesamtwirtschaft. Offizielle Wachstumszahlen von rund 5  Prozent wirken solide, spiegeln aber nicht die strukturellen Probleme wider: Überkapazitäten, Deflation, Immobilienkrise und hohe Jugendarbeitslosigkeit. Rund 70  Prozent des Vermögens der Chinesen steckt in Immobilien, deren Preise in vielen Städten teils um ein Drittel gefallen sind.

Technologie treibt die Hausse

Einer der Haupttreiber ist die rasante technologische Entwicklung. Zwischen 2019 und 2023 meldete China laut Kearney 1,7-mal mehr Hightech-Patente als die USA und 7,6-mal mehr als Europa. Künstliche Intelligenz, Halbleiter, E-Autos und Industrierobotik stehen im Fokus. Tencent und Alibaba bilden dabei die Speerspitze: Cloud, KI, E-Commerce – Chinas Antwort auf US-Techgiganten, aber günstiger bewertet.

Gleichzeitig sorgt das geopolitische Umfeld für Rückenwind. Handelsstreit mit den USA? Kaum noch ein Thema. Innerasiatischer Handel boomt, Peking sendet klare Signale wirtschaftspolitischer Steuerung, was institutionellen Anlegern Vertrauen gibt. Niedrige Zinsen, Liquidität und Kapitalzuflüsse aus Schwellenländerfonds stützen die Märkte zusätzlich.

Doch Vorsicht: Die Hausse konzentriert sich stark auf wenige Big-Tech-Titel. Viele Banken- und Industrieaktien bleiben zurück. Kurzfristig könnten passive ETFs die bessere Wahl sein, während aktiv gemanagte Fonds langfristig Alpha liefern – indem die Spreu vom Weizen getrennt wird.

Allianz China Future Technologies: Innovation gezielt spielen

Der Allianz China Future Technologies (ISIN LU2778985510) von Allianz Global Investors ist eine passende Lösung für alle, die gezielt in Zukunftstechnologien investieren möchten. Mindestens 70 Prozent des Fondsvermögens fließen in führende Unternehmen der Bereiche KI, Robotik, Halbleiter und Cloud-Technologien. Tencent, Alibaba, Xiaomi und der weltgrößte Batteriehersteller für Elektroautos, CATL, bilden das Rückgrat des Portfolios.

Im laufenden Jahr erzielte der Fonds bereits eine Rendite von rund 37 Prozent. Die Strategie besteht aus einer breit diversifizierten Beteiligung an Innovationsführern, kombiniert mit aktivem Management, um Alpha zu erzeugen. Die Risiken sind offensichtlich: politische Eingriffe, volatile Kurse und jährliche Gebühren von über 2 Prozent. Wer an die technologische Dynamik Chinas glaubt, erhält mit diesem Fonds ein spannendes, langfristig orientiertes Produkt.

Smartbroker Dashboard / Quelle: Smartbroker Presse

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UBS Solactive China Technology ETF: Breite, transparente Streuung

Nicht alle Anleger möchten auf aktives Management setzen. Für eine kostengünstige und transparente Beteiligung am Tech-Boom eignet sich der UBS Solactive China Technology UCITS ETF (ISIN LU2265794946). Er bildet die 100 größten technologiegetriebenen chinesischen Unternehmen, darunter Xiaomi, Tencent, Alibaba, NetEase und Baidu, physisch ab.

Die Rendite 2025 liegt bisher bei rund 67 Prozent, die Volatilität bei 31 Prozent. Vorteile sind die niedrigen Kosten von 0,47 Prozent TER (Gesamtkostenquote), die volle Transparenz und die Thesaurierung. Risiken sind die starke Abhängigkeit von regulatorischen Eingriffen, die Konzentration auf den Technologiesektor und Währungsrisiken bei fehlendem Hedging. Der ETF ist ideal für Anleger, die an Chinas Wachstum glauben, ihr Risiko streuen und keine hohen Managementgebühren zahlen wollen.

 

Matthews Asia Funds – China Discovery Fund I: Small Caps als Wachstumshebel

Mutige Anleger blicken auf Nebenwerte, die sich als lohnende Investitionen erweisen können. Der Matthews Asia Funds – China Discovery Fund (ISIN LU0721876877) investiert gezielt in chinesische Small-Cap-Unternehmen mit hohem Innovations- und Wachstumspotenzial. Beispiele: Will Semiconductor und ESUN Technology sind beispielsweise in den Bereichen Halbleiter, KI-Anwendungen und High-Tech-Materialien aktiv.

Die aktive Bottom-up-Strategie erlaubt das frühe Erkennen von Chancen im Binnenmarkt und bei Technologietiteln. Die langfristige annualisierte Rendite liegt bei über 8 Prozent jährlich. Es bestehen jedoch Risiken wie hohe Volatilität, regulatorische Unsicherheiten, Währungsrisiken und höhere Kosten als bei passiven ETFs. Anleger, die bereit sind, Schwankungen auszuhalten, erhalten Zugang zu einem besonders dynamischen Segment.

 

Chancen und Risiken im Überblick

Die Chancen: China bleibt ein Innovationsmotor – KI, Halbleiter, Elektromobilität, Robotik wachsen rasant. Der Binnenmarkt zieht an, gestützt von staatlichen Stimuli. Aktiv gemanagte Fonds können Alpha liefern, ETFs bieten kostengünstige Diversifikation. Technologiegiganten wie Tencent und Alibaba besitzen kaum überholbare Marktpositionen mit weiter wachsenden Umsatzpotenzialen.

Die Risiken: politische Eingriffe, Immobilienkrise, Überkapazitäten, hohe Arbeitslosigkeit, Volatilität, Währungsrisiken, regulatorische Unsicherheiten. Wer zu stark auf wenige Titel setzt, muss Rückschläge verkraften. Chinas Börse bleibt ein Tanz auf dem Vulkan – Chancen und Risiken eng verflochten.

Fazit: China – Spiel mit Feuer und Chancen

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt – daran führt kein Weg vorbei. Anleger müssen entscheiden: aktiv auf Innovationsführer setzen oder passiv in die Tech-Riesen investieren. Wer breit streuen will, findet mit ETFs wie dem UBS Solactive China Technology ein solides Instrument. Wer auf einzelne Hightech-Chancen setzt, kann mit Allianz China Future Technologies oder Matthews Asia Funds – China Discovery Fund I auf Innovation, Small Caps und technologische Durchbrüche setzen.

China bleibt volatil, doch die Chancen auf überdurchschnittliche Renditen für risikobereite Anleger sind real. Wer den Nervenkitzel aushält, könnte Teil eines der spannendsten Börsen-Comebacks der letzten Jahre werden.

 

Disclaimer:
Keine Anlageberatung. Kein Aufruf zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren.

Über den Autor

Autor Sven Stoll

Sven Stoll wurde 1969 in Suhl/Thüringen geboren. Er beschäftigt sich bereits seit den 1990er-Jahren mit den Finanzthemen, Wirtschaft und Investmentfonds. Er investiert selbst seit vielen Jahren in aktiv gemanagte Fonds und profitiert von zahlreichen Kontakten in der Branche sowie regelmäßigen Gesprächen mit renommierten Portfoliomanagern. Sven ist hauptberuflich Fondsanalyst bei der GSR GmbH.

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