Leerverkauf

»Leerverkauf

Die weitaus meisten Akteure an der Börse kaufen entweder Aktien oder verkaufen Wertpapiere, die sie im Bestand haben. Bei den meisten Banken und Brokern ist es eine zwingende Voraussetzung, dass Anleger nur solche Aktien verkaufen können, die im Depot verwahrt werden. Eine besondere Form des Verkaufs, den allerdings bei Weitem nicht alle depotführenden Banken und Broker erlauben, ist der sogenannte Leerverkauf. In diesem Fall verkauft der Kunde Aktien oder zum Teil andere Wertpapiere, die er jedoch nicht im Besitz hat.

Da der Leerverkauf nicht nur für den Anleger, sondern letztendlich auch für die Bank oder dem Broker ein nicht unerhebliches finanzielles Risiko darstellt, sind es nicht sehr viele Anbieter, welche diese Form des Verkaufs ermöglichen. Der Grund dafür, dass Anleger einen Leerverkauf tätigen, besteht darin, dass sie von zukünftig fallenden Kursen überzeugt sind. Der Leerverkauf ist demzufolge auch eine Alternative zum Nutzen der Derivate, denn beispielsweise mit Optionen oder Optionsscheinen lässt sich natürlich ebenfalls auf fallende Kurse spekulieren. Dies ist ebenfalls der Hintergedanke beim Leerverkauf, denn natürlich muss sich der Kunde irgendwann mit den Aktien eindecken, die er leerverkauft hat.

In der Fachsprache wird der Leerverkauf auch als „short gehen“ oder als Aufbau einer Short-Position bezeichnet. In Verbindung mit dem Leerverkauf steht fast immer die Vereinbarung mit der Bank oder dem Broker, bis wann sich der Kunde mit den Aktien eindecken muss. Ein erfolgreicher Leerverkauf sieht zum Beispiel so aus, dass der Anleger am 10. Februar 100 Aktien der Telekom beispielsweise zum Kurs von 9,80 Euro leerverkauft. Innerhalb einer Woche fällt der Kurs dann auf 9,30 Euro, sodass sich der Kunde zu einem günstigeren Aktienkurs eindecken kann, als er zuvor beim Leerverkauf erhalten hat. So wird dann ein Gewinn von 50 Cent je Aktie (im Beispiel) erzielt. Das Risiko beim Leerverkauf besteht natürlich darin, dass der Kurs der Aktien innerhalb der vereinbarten Frist, innerhalb derer sich der Kunde mit Aktien eindecken muss, steigt. Dann müsste der Anleger nämlich für das Eindecken pro Aktie mehr bezahlen, als er im Zuge des Leerverkaufs erhalten hat, und würde somit Verluste erleiden.

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Von |2019-02-05T14:50:33+02:005. Februar 2019|0 Kommentare

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