Wie steht es um die Finanzvermittler AWD, MLP und Horbach?

Der Firmensitz der MLP SE in Wiesloch (Foto: Rudolf Stricker / Wikipedia)

AWD

Carsten Maschmeyer kaufte sich 1983 in die Firma AWD ein, nachdem er zuvor jahrelang im Vertrieb für die OVB Vermögensberatung AG tätig war. Die Firma AWD (Allgemeinen Wirtschaftsdienst) war auch in der Beratungsbranche tätig. Unter seiner Führung expandierte das Unternehmen nicht nur in Deutschland, sondern auch Großbritannien, in Österreich, der Schweiz und in Ost-Europa. Im Jahr 2000 ging es an die Börse. Und es wurden Mitbewerber aufgekauft, wie die Dr. Blumrath AG und die Horbach Wirtschaftsberatung und einige mehr. Ende des Jahres 2007 verkaufte Herr Maschmeyer die Aktienmehrheit an den Schweizer Konzern Swiss Life, der Finanzberatungen tätigte und Versicherungen vertrieb. Swiss Life brachte die AWD 2013 in die deutsche Holding ein und firmiert seither als Swiss Life Select Deutschland GmbH. Hintergrund war eine steigende Anzahl ehemaliger Kunden, die sich als Geschädigte der AWD um Wiedergutmachung bemühten, was letztendlich dazu führte, dass sich der Firmenwert binnen sechs Jahren nahezu halbiert.



Horbach

Michael Horbach studierte Volkswirtschaftslehre und gründete 1983 mit 23 Jahren eine Wirtschaftsberatung. Er war hauptsächlich als Finanzberater für Akademiker tätig, darüber hinaus betätigte er sich auch in der Unternehmens- und Immobilienberatung, sowie im Coaching-Bereich. Sein Unternehmen wuchs im Laufe der Jahre auf über hundert Mitarbeiter an. Allerdings hatte er schon früh den Gedanken, mit 50 nochmal etwas Neues anzufangen, was er dann auch in die Tat umsetzte. Im Jahr 2000 verkauft er sein Unternehmen an seinem 50. Geburtstag an AWD. Der nun mehrfache Millionär investierte sein Geld in eine eigene Stiftung. Und als langjähriger Kunstliebhaber wurde er zudem als Kunst-Mäzen tätig.

MLP

Am vergangenen Samstag feierte der MLP-Gründer Dr. h.c. Manfred Lautenschläger seinen 80. Geburtstag. Er genießt seit kurzem seinen Ruhestand, war er doch noch bis Mitte des Jahres als Vorsitzender des Aufsichtsrates im eigenen Unternehmen tätig. Die Familie ist weiterhin aktiv in der Firma eingebunden, ein Sohn hat Vaters Sitz übernommen, ein weiterer sitzt im Aufsichtsrat der MLP Finanzberatung SE.

MLP ist ein Finanzvertrieb mit der Zielgruppe Akademiker. Sie beschäftigt rund 1.600 eigene Angestellte und 1.900 freie Handelsvertreter. Die Firma hat seit ihrer Gründung 1971 eine regelrechte Berg- und Talfahrt hinter sich. 1980 wird bei Herrn Lautenschläger ein Pankreaskarzinom diagnostiziert, was ihn dazu veranlasst, dem Verkauf seiner Firma in die Wege zu leiten. Er revidiert allerdings kurze Zeit später die Entscheidung, kämpft gegen den Krebs und überlebt. 1988 ging die Firma an die Börse, in den folgenden zehn Jahren konnte MLP seine Umsätze und Gewinne jährlich um 20 bis 30 Prozent steigern. Das waren traumhafte Renditen. Mittlerweile gab es Niederlassungen in Österreich, der Schweiz, in den Niederlanden, in Großbritannien und in Spanien. Diese Niederlassungen wurden allerdings 2007/2008 wieder geschlossen, um sich voll auf den deutschen Markt zu konzentrieren.



Mitte Mai 2002 gab es einen Vorfall, als eine Börsenzeitschrift die Bilanzen der Firma in Frage stellte. Auch wenn sich dies später als Falschinformation entpuppte, sank der Aktienkurs um rund 90 Prozent. Lag er am 10.05.2002 noch bei 55,66 Euro, waren es am 04.10.2002 nur noch 6,91 Euro je Aktie. Zwei Jahre zuvor lag der Kurs noch bei stolzen 164,50 Euro. Das Jahr 2008 war gekennzeichnet durch den Versuch einer feindlichen Übernahme. Der Mitbewerber Carsten Maschmeyer, der im selben Jahr seine Firma AWD verkauft hatte, hatte klammheimlich 26,76 Prozent der Aktien an MLP erworben und an den Käufer seiner Firma (Swiss Life) übertragen. Der Versuch, die Firma zu übernehmen wurde allerdings abgewehrt, indem MLP eine Kapitalerhöhung vornahm, wodurch der Swiss Life-Anteil unter die magischen 25 Prozent fiel, die eine Sperrminorität bedeutet hätten. Der Aktienkurs pendelte in den letzten 5 Jahren zwischen 6,47 Euro und 2,57 Euro. Das Allzeit-Hoch von 172,00 Euro liegt schon 18 Jahre zurück.


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Von |2019-01-06T14:19:02+00:0027. Dezember 2018|Kategorien: Finanzen, Unternehmen|0 Kommentare

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