
Wie hoch ist die Mütterrente in 2025? (Bild von Michelle Pitzel auf Pixabay)
Die Mütterrente ist seit ihrer Einführung ein fester Bestandteil der gesetzlichen Rentenversicherung. Sie soll die Erziehungsleistung von Eltern – meist von Müttern – besser anerkennen.
Zum 1. Juli 2025 gab es erneut eine Erhöhung der Mütterrente (siehe Tabelle unten), die für alle Anspruchsberechtigten spürbare Verbesserungen bringt. Der Rentenwert ist gestiegen und damit auch die Höhe der monatlichen Zahlungen. Zusätzlich hat die Bundesregierung die nächste Reform, die sogenannte Mütterrente III, für 2027 beschlossen.
Damit wird eine langjährige Ungleichbehandlung zwischen Eltern mit vor und nach 1992 geborenen Kindern endgültig beendet.
Tabelle: Wie hoch ist die Mütterrente nach der Erhöhung (2025) in Deutschland?
Die Höhe der Mütterrente hängt von Rentenpunkten ab. Für jedes Kind gibt es entweder 2,5 Punkte (bei Geburt vor 1992) oder 3 Punkte (bei Geburt ab 1992). Mit dem aktuellen Rentenwert von 40,79 Euro pro Punkt (Stand Juli 2025) ergeben sich die folgenden monatlichen Zuschläge:
| Anzahl Kinder | Geburtsjahr | Rentenpunkte pro Kind | Gesamtrentenpunkte | Monatliche Mütterrente ab Juli 2025 (Euro) |
|---|---|---|---|---|
| 1 | vor 1992 | 2,5 | 2,5 | 101,98 |
| 1 | ab 1992 | 3,0 | 3,0 | 122,37 |
| 2 | vor 1992 | 2,5 | 5,0 | 203,95 |
| 2 | ab 1992 | 3,0 | 6,0 | 244,74 |
| 3 | vor 1992 | 2,5 | 7,5 | 305,93 |
| 3 | ab 1992 | 3,0 | 9,0 | 367,11 |
| 4 | vor 1992 | 2,5 | 10,0 | 407,90 |
| 4 | ab 1992 | 3,0 | 12,0 | 489,48 |
Diese Werte gelten brutto. Abzüge für Kranken- und Pflegeversicherung werden noch berücksichtigt.
Ausblick auf die Mütterrente III ab 2027
Die beschlossene Reform sorgt dafür, dass alle Kinder gleich behandelt werden. Für jedes Kind wird es künftig drei Rentenpunkte geben, unabhängig vom Geburtsjahr. Der Zuschlag steigt damit pro Kind um 20,39 Euro für Eltern mit vor 1992 geborenen Kindern.
Diese Reform betrifft rund 10 Millionen Rentnerinnen und Rentner in Deutschland. Sie wird aus Steuermitteln finanziert und nicht aus Beiträgen der Rentenversicherung. Nach Berechnungen entstehen dadurch jährliche Kosten von etwa 5 Milliarden Euro. Die Umsetzung ist technisch anspruchsvoll, da Millionen Rentenkonten neu berechnet werden müssen. Es ist deshalb wahrscheinlich, dass die Deutsche Rentenversicherung Nachzahlungen ab 2027 rückwirkend leisten muss.
Wie wird die Erhöhung der Mütterrente finanziert?
Die Erhöhung der Mütterrente zum 1. Juli 2025 ist Teil der allgemeinen Rentenanpassung und wird wie alle Kindererziehungszeiten vollständig aus Steuermitteln finanziert. Damit soll klar abgegrenzt werden, dass es sich nicht um eine klassische Versicherungsleistung handelt, sondern um eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe.
Grundsätzliche Struktur der Finanzierung
Die Rentenversicherung erhält jedes Jahr erhebliche Zuschüsse aus dem Bundeshaushalt. Diese Zahlungen dienen dazu, Leistungen zu finanzieren, die nicht direkt aus Beiträgen gedeckt sind. Dazu gehören die Kindererziehungszeiten, die Hinterbliebenenrenten und weitere sogenannte versicherungsfremde Leistungen.
Für 2025 ergeben sich folgende Beträge:
| Finanzierungsart | Betrag 2025 |
|---|---|
| Allgemeiner Bundeszuschuss | 48,03 Mrd. Euro |
| Zusätzlicher Bundeszuschuss | 31,23 Mrd. Euro |
| Beiträge für Kindererziehungszeiten | 19,2 Mrd. Euro |
| Knappschaftliche Rentenversicherung | 4,76 Mrd. Euro |
Damit summieren sich die jährlichen Bundeszuschüsse auf über 100 Milliarden Euro. Die Mütterrente ist also keine Leistung, die von den Beitragszahlern finanziert wird, sondern wird aus Steuermitteln getragen.
Die Bundesregierung betont, dass die Finanzierung über Steuern gerechtfertigt ist. Die Mütterrente gehört zu den Aufgaben, die nicht einzelnen Beitragszahlern, sondern der gesamten Gesellschaft zugutekommen sollen. Kindererziehung ist ein gesamtgesellschaftlicher Beitrag, da Kinder später selbst Beitragszahler werden und damit das Rentensystem stabilisieren.
Wie hoch sind die Kosten der Mütterrente III ab 2027?
Mit der beschlossenen Reform Mütterrente III, die zum 1. Januar 2027 eingeführt werden soll, steigen die Kosten deutlich. Zukünftig erhalten auch Eltern von vor 1992 geborenen Kindern drei Rentenpunkte je Kind.
Die jährlichen Kosten liegen nach aktuellen Schätzungen bei rund 5 Milliarden Euro.
| Jahr | Geschätzte Kosten |
|---|---|
| 2027 | ca. 5,0 Mrd. Euro |
| 2040 | ca. 4,0 Mrd. Euro |
Betroffen sind rund 10 Millionen Rentnerinnen und Rentner, vor allem Frauen. Auch diese Mehrkosten werden vollständig aus Steuermitteln finanziert.
Kontroverse über die Finanzierung: Deutsche Rentenversicherung warnt vor extrem Belastungen
Die Finanzierung der Mütterrente ist politisch umstritten. Die Deutsche Rentenversicherung warnt vor den langfristigen Belastungen. Präsidentin Gundula Roßbach sprach von einer sehr teuren Umverteilung, die sowohl Reiche als auch Arme gleichermaßen begünstigt.
Hinzu kommt, dass die Bundesregierung im Zeitraum 2022 bis 2027 die Bundeszuschüsse insgesamt um rund 10 Milliarden Euro gekürzt hat. Diese Kürzungen belasten die Nachhaltigkeitsrücklage der Rentenkasse und könnten mittelfristig höhere Beitragssätze zur Folge haben.
Auch aus wissenschaftlicher Sicht wird kritisiert, dass die Mütterrente wie eine Gießkanne wirkt. Alle Eltern profitieren in gleicher Höhe, unabhängig vom Einkommen. Damit fehlen zielgenauere Instrumente, die gerade Familien mit geringem Einkommen stärker entlasten könnten.
Anteil am Bundeshaushalt: Rentensystem steht auch ohne Mütterrente auf wackligen Füßen
Die Rentenzahlungen sind schon heute einer der größten Posten im Bundeshaushalt. Rund 25 Prozent aller Ausgaben entfallen auf die Rentenversicherung. Prognosen zeigen, dass dieser Anteil bis 2035 auf etwa 31 Prozent steigen wird.
Zum Vergleich: 2004 lag der Anteil bereits einmal bei 31 Prozent. Zwischenzeitlich konnte er durch Reformen gesenkt werden, nun steigt er wieder an. Die zusätzlichen Kosten von jährlich 5 Milliarden Euro für die Mütterrente III entsprechen etwa den Ausgaben für eine Mehrwertsteuer-Senkung im Gastgewerbe oder rund einem Viertel Prozentpunkt im Beitragssatz zur Rentenversicherung.
Neben den zusätzlichen Ausgaben für die Mütterrente steht das Rentensystem insgesamt unter Druck. Grund dafür ist der demografische Wandel. Die Babyboomer-Generation geht in Rente, gleichzeitig gibt es weniger junge Beitragszahler. Hinzu kommt, dass die Lebenserwartung steigt, wodurch Renten länger gezahlt werden müssen.
Bis 2045 werden die Rentenausgaben nach Schätzungen um weitere 500 Milliarden Euro steigen. Um die Finanzierung langfristig zu sichern, wird ein Beitragssatz von 22,3 Prozent bis 2036 erwartet. Zudem plant die Regierung den Aufbau eines Generationenkapitals, um die steigenden Kosten teilweise zu finanzieren.
Fazit: „Die Erhöhung der Mütterrente 2025 sorgt bereits jetzt für spürbare Verbesserungen“
Mit dem gestiegenen Rentenwert von 40,79 Euro pro Punkt profitieren Eltern je nach Kinderzahl von Zuschlägen zwischen rund 102 und 734 Euro pro Monat. Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen älteren und jüngeren Kindern, die ab 2027 durch die Mütterrente III ausgeglichen werden.
Die Tabelle zeigt, wie groß die Spannbreite ist. Während eine Mutter mit vier vor 1992 geborenen Kindern derzeit knapp 408 Euro erhält, bekommt eine Mutter mit vier jüngeren Kindern fast 490 Euro. Ab 2027 wird diese Differenz verschwinden.
Die Mütterrente bleibt ein wichtiger Baustein in der Altersversorgung vieler Frauen. Sie anerkennt die Erziehungsleistung stärker als früher, auch wenn Abzüge durch Kranken- und Pflegeversicherung das Netto verringern. Für die Praxis gilt: Eltern sollten ihre Rentenkonten regelmäßig prüfen und fehlende Kindererziehungszeiten rechtzeitig nachmelden, um keine Ansprüche zu verlieren.
Mit der Erhöhung 2025 und der geplanten Reform 2027 wird die Mütterrente langfristig stabiler und gerechter. Millionen Familien profitieren davon, dass Erziehungsarbeit in der Rente besser anerkannt wird.
Über den Autor
Carlos Arad ist seit dem letzten Semester seines Wirtschaftstudiums in der Finanzbranche als Analyst & Autor aktiv. Nach seiner Zeit als Produktentwickler in zahlreichen Fintechs schreibt er für etablierte Wirtschaftsmagazine und gründetet nebenbei eigene Bildungsportale im Finanzbereich. Seine Vision: Unternehmertum & Finanzen zum Teil unserer DNA zu machen.


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