
Zinsen und Preise steigen, aber dank Gehaltszuwächsen ist Wohnraum gerade recht erschwinglich. (Foto: Freepik, zavalishina)
Berlin/Lübeck/München – Die Bauzinsen bewegen sich, nach langer Seitwärtsfahrt – aber leider nach oben. Die Gründe dafür könnten unter anderem in der Geopolitik und im Zollstreit liegen: US-Staatsanleihen sind wieder gefragter, deutsche Bundesanleihen gaben nach. Hier die aktuelle Lage.
Mittlerweile ist der Top-Zins bei drklein.de für 10-jährige Baufinanzierungen auf 3,41 Prozent geklettert, während der günstigste Tarif von check24.de bei 3,3 Prozent liegt. Der Durchschnittszins von interhyp.de hat aktuell das Niveau von 3,67 Prozent erreicht (Stand: 14. August).
Damit kommt die 2025er-Rekordrate aus dem März ins Blickfeld – 3,73 Prozent betrug da der Interhyp-Durchschnittswert. Das insgesamt hohe Zinsniveau könnte die Stagnation des Finanzierungsvolumens im 2. Quartal begünstigt haben. 60,6 Milliarden Euro melden die Analysten von Barkow Consulting, nach 61 Milliarden im 1. Quartal.
Immobilienpreise im 2. Quartal – Objekte zur Vermietung gefragt
Zugleich stiegen die Immobilienpreise, wie verschiedene Auswertungen zum 2. Quartal feststellen: So legte der Index des Verbands der deutschen Pfandbriefbanken (vdp) um 1 Prozent zum Vorquartal zu, die Wohnimmobilien verteuerten sich um 1,1 Prozent. Es war bereits 5. Quartalsanstieg in Folge.
Bei den Einfamilienhäusern meldet der GREIX-Index 2 Prozent zum Vorquartal; der Wohnindex des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) hat 1,2 Prozent ermittelt (Ein- und Zweifamilienhäuser). Umgekehrt registriert der GREIX-Index für Eigentumswohnungen 0,7, der IW-Index 1,9 Prozent plus.
Auffällig ist der überproportionale Preisanstieg bei Mehrfamilienhäusern: Sie verteuerten sich laut vdp-Index um 5,6 Prozent im Jahresvergleich – selbstgenutztes Eigentum nur um 2,6 Prozent. Wohnungsmangel und Mietenanstieg machen Wohnraum zur Vermietung und Geldanlage attraktiv.
Prognose des Bankenpanels von Interhyp – Rendite der Bundesanleihen
Die Zinsprognose bleibt wegen der weltpolitischen Unsicherheiten schwierig. Kurzfristig rechnen etwa die Mitglieder des Interhyp-Expertenpanels mit einem stabilen Niveau. Zum 30. September erwarten aber nur 57 Prozent das aktuelle Niveau, 29 Prozent gehen von einem Anstieg aus.
Hier gilt es, die 10-jährigen Bundesanleihen im Auge zu behalten, denn sie sind die Referenz für die Darlehenskosten in Deutschland. Deren Rendite hat verglichen mit Juni angezogen, auf rund 2,67 Euro (Stand: 13.15 Uhr MESZ). Sind Bundesanleihen gefragt, steigt der Kurs und die Rendite sinkt.
Wohneigentum erschwinglicher – Geld sparen bei Anschlusskredit
Interhyp-Expertin Mirjam Mohr verweist darauf, dass sich die Deutschen aufgrund gestiegener Einkommen aktuell Wohneigentum besser leisten können. Das hat der Erschwinglichkeitsindex von Interhyp und IW ermittelt. Kaufinteressierte sollten das angesichts stabiler Zinsen jetzt nutzen.
Übrigens: Wer nach 10 Jahren eine Anschlussfinanzierung sucht, kann Geld sparen: Nicht selten lohnt sich ein Bankwechsel für bessere Konditionen. Zudem reduzieren Sondertilgungen die Kreditkosten. Das Vergleichsportal Verivox kommt in einer Modellrechnung auf mehr als 11.000 Euro Ersparnis.


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