Washington – Oberflächlich betrachtet strebt die US-Inflation dem 2-Prozent-Ziel der US-Notenbank zu: Von 2,5 auf 2,4 Prozent ging die jährliche Teuerungsrate im September zurück, meldet heute das U.S. Bureau of Labor Statistics. Doch das ist weniger als erwartet. Und es könnte eine positive Momentaufnahme bleiben, getragen von einem Rückgang der Energiepreise um stolze 6,8 Prozent im Jahresvergleich.
Kernrate geht hoch – Europa ist bereits weiter
Denn die wichtige Kerninflation ohne Lebensmittel und Energie will nicht weichen. Sie steigt im September sogar – um 0,1 auf 3,3 Prozent im Vergleich zu Juli und August. Die Preise für Dienstleistungen legen noch immer spürbar zu, etwa die Wohnkosten mit 4,9 Prozent Jahresrate.
Im Vergleich der Kernteuerung, die präziser den Preisauftrieb an der wirtschaftlichen Basis erfasst, liegen die USA im Vergleich zu Europa zurück: Auf 2,7 Prozent konnte die Eurozone die Kernrate drücken, in Deutschland ist sie ebenso hoch. Japan steht bei 2,8 Prozent (September-Werte).
Krieg in Nahost und Ölpreis – Comeback des Arbeitsmarkts
Ein Aufwärtsrisiko für die Gesamtinflation in den USA steckt zweifellos in den Energiepreisen. Die sind seit Monaten rückläufig. Doch der Ölpreis könnte nun mit dem eskalierenden Kriegsgeschehen in Nahost wieder steigen.
Und dann ist da noch die Wundertüte namens US-Arbeitsmarkt. Im einen Monat signalisiert er Rezessionsgefahr, im anderen schießt die Zahl der Stellen hoch, wie im September mit plus 254.000 neuen Jobs. Zudem kehren Revisionen der Vormonate das Lagebild im Nachhinein immer wieder um.
Inflationskampf geht weiter – Prognose: kleine Zinsschritte 2024
Mit dem robusten Stellenplus scheinen XL-Zinssenkungen erstmal vom Tisch zu sein, zumal auch die Löhne im September etwas stärker wuchsen (plus 4 Prozent im Jahresvergleich), was die Preise treibt. „Der Kampf gegen die Inflation ist noch nicht beendet“, so Top-Ökonom Mohamed El-Erian gegenüber handelsblatt.com.
Kleine Zinsschritte, datenbasiert: Das hatte letzte Woche bereits Fed-Chef Jerome Powell als Losung ausgegeben. Auch andere Fed-Entscheider äußern sich so. Die US-Notenbank werde beim nächsten Zinsentscheid nur um 25 Basispunkte senken, davon geht Morningstar-Experte Preston Caldwell aus.
Zinswende mit Jumbo Schritt – Prognose des FedWatch Tools
Mit einem Paukenschlag hatten die US-Währungshüter im September die Zinswende eingeleitet. Gleich um 50 Basispunkte senkte die Federal Reserve die Zinsspanne, auf aktuell 4,75 bis 5 Prozent. Damit überraschten die Entscheider die Ökonomen und entsprachen den Hoffnungen der Märkte.
Mittlerweile haben sich die Investoren auf eine langsamere Gangart eingestellt. Die aktuellen Inflationszahlen dürften sie weiter bestärkt haben. Das FedWatch Tool weist für eine Zinssenkung um 25 Basispunkte bei der nächsten Sitzung am 7. November eine Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent aus. 84,7 Prozent beträgt die Chance, dass der Leitzins nach der letzten Zinssitzung 2024 (18. Dezember) bei 4 bis 4,5 Prozent steht. (Stand 10. Oktober, 14.47 Uhr MESZ).
Aktualisiert nach Bekanntgabe der Inflationsdaten am 10. Oktober 2024 um 14.50 Uhr (MESZ).
Festgeld-Vergleich
Geben Sie die Laufzeit vor, ftd.de findet die besten Zinsen
Tagesgeld-Vergleich
Mit dem Einlagensicherungscheck sind Sie auf der sicheren Seite
Depot-Vergleich
Ohne den Vergleich von ftd.de sollten Sie kein Depot eröffnen
Geschäftskonten-Vergleich
Geschäftskonten müssen kein Geld kosten – sparen Sie mit ftd.de
Ratenkredit-Rechner
Ratenkredite wechseln häufig den Zins – sparen Sie bares Geld
Kreditkarten-Vergleich
Finden Sie schnell und einfach die günstigste Kreditkarte