Wir haben beide Kreditkarten wirklich über Monate hinweg ausprobiert, sowohl im Alltag in Deutschland als auch auf mehreren Reisen ins Ausland.
Wir haben sie beim Einkaufen in Hamburg getestet, bei spontanen Bargeldabhebungen in Italien, beim Hotel-Check-in in Frankreich und sogar beim Mieten eines Autos in Spanien. Uns war wichtig, dass wir nicht nur die Konditionen auf dem Papier vergleichen, sondern dass wir tatsächlich erleben, wie sich die Karten im echten Leben schlagen.
Dieser Erfahrungsbericht zeigt, wo die Unterschiede liegen, welche Stärken und Schwächen uns aufgefallen sind und warum wir am Ende eine klare Empfehlung abgeben können.
Kosten und Gebühren im Alltag: Was bleibt wirklich kostenlos?
Beide Karten werden als dauerhaft kostenlose Kreditkarten angeboten, und auf den ersten Blick stimmt das auch. Weder die Hanseatic GenialCard noch die Barclays Visa verlangt eine Jahresgebühr. Doch sobald man genauer hinsieht, entdeckt man Unterschiede, die im Alltag eine große Rolle spielen.
Mit der Hanseatic GenialCard konnten wir im Ausland problemlos und gebührenfrei zahlen.
Ob in den USA beim Einkauf in einem Supermarkt oder in Italien beim Restaurantbesuch, es wurden keine Fremdwährungsgebühren berechnet. Auch Bargeldabhebungen am Automaten im Ausland waren kostenlos, was wir gleich mehrfach ausprobiert haben. In New York haben wir zum Beispiel 200 Dollar am Automaten abgehoben und wirklich nur den Betrag in Euro zum Visa-Wechselkurs bezahlt. Die Hanseatic Bank selbst berechnet dafür nichts.
Einziger Haken: In Deutschland kostet eine Bargeldabhebung am Automaten 3,95 Euro. Dafür bietet die Hanseatic Bank aber eine Alternative: In vielen Supermärkten wie Aldi, Netto oder bei dm konnten wir Bargeld kostenlos beim Einkauf abheben, was uns mehrmals praktisch erschien.
Die Barclays Visa zeigte ein ähnliches Bild, allerdings mit Einschränkungen.
Zahlungen im Ausland sind ebenfalls ohne Fremdwährungsgebühr möglich, und auch Abhebungen im Ausland sind von Barclays aus gebührenfrei. Was uns allerdings sofort aufgefallen ist: Bargeldabhebungen sind erst ab 50 Euro möglich. Mehrmals hatten wir Situationen, in denen wir nur kleinere Beträge abheben wollten, etwa in Paris, wo wir 20 Euro für ein Taxi benötigten. Mit der Barclays Visa ging das nicht. Mit der Hanseatic GenialCard hatten wir dieses Problem nie.
Außerdem verlangt Barclays für die komfortable automatische Vollzahlung, also für die monatliche Abbuchung des gesamten Saldos, eine Gebühr von zwei Euro pro Monat. Wer das vermeiden möchte, muss jeden Monat manuell überweisen, was wir im Alltag als ziemlich mühsam empfanden.
Beispieltabelle: Bargeld im Alltag
| Situation | Hanseatic GenialCard | Barclays Visa |
|---|---|---|
| Bargeld in Rom (100 €) | 0 € Bankgebühr, nur evtl. Automatengebühr | 0 €, aber Abhebung erst ab 50 € |
| Bargeld in Hamburg (50 €) | 3,95 € am Automaten | 0 €, aber Mindestbetrag 50 € |
| Bargeld beim Einkauf bei Aldi | 0 € | nicht möglich |
| Bargeld in Bangkok (200 €) | 0 € von Hanseatic, Automatengebühr 6 € | 0 € von Barclays, Automatengebühr 6 € |
Hanseatic GenialCard vs. Barclays Visa: Rückzahlung und Zinsen
Beide Karten sind Revolving-Karten. Das bedeutet, dass sie von Werk aus so eingestellt sind, dass nur ein kleiner Teil des Saldos abgebucht wird und der Rest verzinst stehen bleibt. Hier liegt die größte Kostenfalle.
Die Hanseatic GenialCard verlangt bei Teilzahlung einen effektiven Jahreszins von 17,29 Prozent. Das ist hoch, aber im Kreditkartenmarkt fast schon normal. Die Barclays Visa setzt noch eins drauf und verlangt über 21 Prozent. Das ist eine enorme Belastung, wenn man nicht aufpasst.
Der entscheidende Unterschied liegt für uns in der Bedienung. Mit der Hanseatic GenialCard konnten wir in der App direkt auf 100 Prozent Vollzahlung umstellen. Ein Klick und die Sache war erledigt, danach lief die Rückzahlung komplett automatisch und ohne zusätzliche Kosten. Bei Barclays mussten wir feststellen, dass die 100 Prozent Rückzahlung per Lastschrift zwar möglich ist, aber zwei Euro im Monat kostet. Wer diese Gebühr vermeiden will, muss jeden Monat rechtzeitig manuell den gesamten Betrag überweisen.
Wir haben das ausprobiert und fanden es auf Dauer unpraktisch. Einmal hätten wir beinahe die Überweisung vergessen, und das hätte sofort hohe Zinsen ausgelöst.
| Situation | Hanseatic GenialCard | Barclays Visa |
|---|---|---|
| Teilzahlung 1.000 € Umsatz | 17,29 % Zinsen = ca. 14 € pro Monat | 21,51 % Zinsen = ca. 18 € pro Monat |
| Vollzahlung automatisch | kostenlos per App einstellbar | 2 € pro Monat |
| Vollzahlung manuell | kostenlos, aber Aufwand | kostenlos, aber Aufwand |
Hanseatic oder Barclays Visa: Wer hat die bessere Reisekreditkarte?
Auf unseren Reisen haben wir beide Karten unter allen möglichen Bedingungen ausprobiert.
In Italien war die Hanseatic GenialCard zuverlässig. Ob beim Zahlen an der Mautstation oder am Tankautomaten, die Karte wurde überall akzeptiert. Die Barclays Visa hat ebenfalls funktioniert, allerdings mussten wir öfter den PIN eingeben, auch bei kleineren Beträgen, die in Deutschland kontaktlos möglich gewesen wären.
In den USA war die Hanseatic GenialCard unser klarer Favorit. Wir haben sie in New York in Cafés, Restaurants und Hotels genutzt und nie Probleme gehabt. Besonders beim Hotel in Miami war es praktisch, dass es sich um eine echte Kreditkarte handelt, die problemlos für die Kaution akzeptiert wurde. Die Barclays Visa funktionierte auch, aber beim Bargeldabheben am Automaten hatten wir zweimal Probleme, die Hanseatic lief dagegen reibungslos.
In Deutschland überzeugte die Hanseatic GenialCard mit der Möglichkeit, beim Einkauf Bargeld mitzunehmen. Das hat uns mehrfach geholfen, wenn wir spontan Bargeld brauchten. Barclays bot diese Option nicht.
Hanseatic vs. Barclays: Wie gut sind die Apps?
ls wir die Apps der Hanseatic GenialCard und der Barclays Visa im Alltag getestet haben, fiel uns schnell ein klarer Unterschied auf.
Die Hanseatic App wirkte von Beginn an intuitiver, wir konnten nach der Freischaltung sofort digital bezahlen und bekamen bei jeder Zahlung in Echtzeit eine Push-Nachricht. Das gab uns unterwegs ein starkes Sicherheitsgefühl, weil wir wirklich jede Transaktion sofort nachvollziehen konnten, sei es ein kleiner Kaffee in Paris oder eine Hotelbuchung in Barcelona.
Auch wichtige Einstellungen wie die Umstellung von Teilzahlung auf Vollzahlung oder die Änderung der PIN waren in wenigen Klicks erledigt, sodass wir die volle Kontrolle hatten.
In der Barclays App war vieles ebenfalls möglich, aber es fühlte sich umständlicher an. Push-Nachrichten kamen manchmal verspätet, die Umstellung auf Vollzahlung war nicht so einfach und kostete bei automatischer Lastschrift zusätzlich Geld. Selbst die Sperre der Karte im Ernstfall war in der Hanseatic App schneller erreichbar, während wir bei Barclays erst durchs Menü navigieren mussten. Im direkten Vergleich war für uns deshalb schnell klar, dass die Hanseatic GenialCard mit ihrer App deutlich alltagstauglicher und reisetauglicher ist
Zusatzleistungen und Cashback: Wer bietet mehr?
Bei der Hanseatic GenialCard haben wir über Urlaubsplus eine Reise gebucht und direkt sieben Prozent Cashback erhalten. Das war ein echter Vorteil, weil wir die Ersparnis sofort gesehen haben. Zusätzlich bietet die Hanseatic Bank regelmäßig Gutscheine bei Partnern wie Zalando oder HelloFresh.
Die Barclays Visa bot in der Standardversion keine Versicherungen und auch kein Cashback. Wer Extras möchte, muss auf teure Premiumkarten upgraden. Das macht die Karte für uns weniger attraktiv, da wir nicht noch eine zweite Karte für Versicherungen wollten.
| Feature | Hanseatic GenialCard | Barclays Visa |
|---|---|---|
| Versicherungen | keine, optional zubuchbar | keine in der Standardversion |
| Cashback bei Reisen | bis zu 7 % über Urlaubsplus | nicht verfügbar |
| Gutscheine | Zalando, HelloFresh u. a. | nicht verfügbar |
| Partnerkarten | keine | bis zu 3 kostenlos |
Kundenservice im Check: Wie schnell bekommt man Hilfe?
Als wir beim Hanseatic Kundenservice angerufen haben, wurden wir innerhalb weniger Minuten verbunden. Das Problem wurde sofort gelöst, die Mitarbeiter waren freundlich und kompetent.
Bei Barclays warteten wir fast eine halbe Stunde, und selbst dann wirkte die Beratung wenig hilfreich. Viele Nutzer im Netz berichten von ähnlichen Erfahrungen, was uns in unserer Erfahrung leider bestätigt hat. Auch die Qualität der Berater war bei Hanseatic deutlich besser.
Unser Fazit: Welche Kreditkarte sollten Sie wählen?
Beide Karten sind stark und gehören zu den besten kostenlosen Kreditkarten in Deutschland. Doch nach unserem intensiven Test ist der Sieger für uns eindeutig die Hanseatic GenialCard.
Warum? Weil sie in der Praxis einfacher und flexibler ist. Sie hat keine Fremdwährungsgebühren, erlaubt Abhebungen ohne Mindestgrenze, bietet Cashback und lässt sich kostenlos auf Vollzahlung umstellen. Im Alltag und auf Reisen war sie für uns schlicht die stressfreiere Karte.
Die Barclays Visa ist ebenfalls eine sehr gute Karte, vor allem wenn man Partnerkarten benötigt. Aber die zwei Euro pro Monat für die automatische Rückzahlung, die Mindestgrenze von 50 Euro bei Bargeldabhebungen und der schwächere Kundenservice machen sie für uns weniger attraktiv.
Hanseatic GenialCard vs. Barclays Visa
| Hanseatic GenialCard | Barclays Visa | |
|---|---|---|
| Jahresgebühr | 0 € | 0 € |
| Fremdwährungsgebühr | 0 % | 0 % |
| Bargeldabhebung Ausland | 0 € | 0 €, mind. 50 € Abhebebetrag |
| Bargeldabhebung Deutschland | 3,95 €, aber kostenlos bei Händlern | 0 €, mind. 50 € Abhebebetrag |
| Cashback und Gutscheine | bis zu 7 % Cashback und Gutscheine | nicht verfügbar |
| Versicherungen | optional buchbar | nur bei Gold/Platinum-Version |
| Rückzahlung Vollzahlung | kostenlos per App umstellbar | 2 € pro Monat oder manuell |
| Sollzins Teilzahlung | 17,29 % | 21,51 % |
| App und Bedienung | sehr stabil und intuitiv | solide, aber schwächer |
| Kundenservice | schnell erreichbar | lange Wartezeiten |
Über den Autor
Carlos Arad ist seit dem letzten Semester seines Wirtschaftstudiums in der Finanzbranche als Analyst & Autor aktiv. Nach seiner Zeit als Produktentwickler in zahlreichen Fintechs schreibt er für etablierte Wirtschaftsmagazine und gründetet nebenbei eigene Bildungsportale im Finanzbereich. Seine Vision: Unternehmertum & Finanzen zum Teil unserer DNA zu machen.


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